Kopfschmerzen

Kopfschmerzen (Cephalgie) kommen häufig vor. Sie können funktionell bedingt sein oder auch Ausdruck einer somatischen Erkankung. Sie werden in primäre und sekundäre Kopfschmerzen eingeteilt.


Über facebook informieren wir Sie über Neues auf unseren Seiten!


Primäre Kopfschmerzen


Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass eine organische Ursache nicht gefunden werden kann. Offenbar kommt es bei ihnen zu einer funktionellen Störung, wobei eine neurologische Überempfindlichkeit und/oder eine Veränderung des Gefäßtonus in vielen Fällen eine Rolle spielt. Oft wird eine familiäre Häufung beobachtet, was in den Fällen auf einen genetischen Hintergrund schließen lässt. Sie werden auch als „idiopathisch“ bezeichnet. Am häufigsten in dieser Gruppe sind der Spannungskopfschmerz und die Migräne.

  • Schlafmangel, Überanstrengung oder psychischen Stress sind häufige Auslöser, bei denen keine organischen Ursachen zu finden sind.
  • Kopfschmerzen „aus heiterem Himmel“ sind diagnostisch oft ergebnislos und werden als funktionell angesehen.
  • Spannungskopfschmerzen: Sie nehmen den gesamten Kopf ein und erzeugen ein unangenehmes Druckgefühl.
  • Die meist einseitige Migräne: Sie tritt sporadisch auf und wird funktionell eingeordnet (zur Migräne siehe hier).
  • Der Clusterkopfschmerz ist seltener und tritt auch einseitig auf, hat aber nicht die typischen Migräne-assoziierten Symptome (siehe hier). Er ist ein Beispiel für einen Kopfschmerz, der auch an eine organische Ursache denken lassen muss.

Auch wenn eine primäre Genese für wahrscheinlich erachtet wird, so muss unter bestimmten Umständen eine zugrunde liegende Krankheit in die Differenzialdiagnostik einbezogen werden. Alarmsignale bezüglich einer möglichen organischen Erkrankung liegen vor,

  • wenn Kopfschmerzen erstmals im Alter über 50 Jahren (manche fordern: über 40 Jahren) erscheinen,
  • wenn sie wie ein Donnerschlag (thunderclap headache (TCH)) beginnen und extrem intensiv sind,
  • wenn sie im Rahmen eine schweren inneren Erkrankung auftreten, oder
  • wenn sie lange andauern und an Intensität zunehmen,
  • wenn sie von fokalen neurologischen Symptomen begleitet werden (z. B. einem Gesichtsfeldausfall).

In diesen Fällen wird in der Regel eine cerebrale Computertomographie (CCT) ohne und mit Kontrastmittel durchgeführt, die intrakranielle Prozesse erkennen lässt. Eine Lumbalpunktion kann bei einer vermuteten Subarachnoidalblutung und bei einer Meningitis diagnostisch weiterhelfen.

Mehr dazu siehe hier.

Sekundäre Kopfschmerzen


Sie sind Folge einer zugrunde liegenden Erkrankung. Das Spektrum der möglichen Ursachen ist breit. Zu ihnen gehören eine

  • Sinusitis (Nasennebenhölenentzündung),
  • fieberhafte Erkrankung,
  • hypertone Krise (Hochdruckkrise),
  • Subarachnoidalblutung,
  • Subduralblutung,
  • Blutungen im Gehirn,
  • Sinusvenenthrombose (Verschluss der ableitenden Blutgefäße am Hirnstamm),
  • Meningitis (Hirnhautentzündung),
  • Erkrankung des Kiefergelenks,
  • Arteriitis temporalis Horton,
  • Borreliose (Lyme-Erkrankung),
  • alltägliche und vorübergehende Virusinfektion,
  • Medikamentenwirkung (Beispiele: Nitrate, sonstige Gefäß erweiternde Mittel, Schmerzmittel mit chronischem Abusus …),
  • Gehirnerschütterung (Commotio oder Contusio) oder ein sonstiges Trauma (z. B. Schleudertrauma).

Manche der gelegentlichen dumpfen Kopfschmerzen kommen im Rahmen eines nicht wahrgenommenen Infektes zustande. In diesen relativ häufigen Fällen hat ein Kontakt mit einer z. B. erkälteten Person bestanden, und der eingefangene Infekt macht sich bei relativ guter Abwehrlage nur durch Kopfschmerzen bemerkbar. Solche Kopfschmerzen entsprechen vom Typ her dem Spannungskopfschmerz und werden oft fälschlich als primäre Kopfschmerzen, also als funktionell bedingt, angesehen.

Verweise

Patienteninfos