Kopfschmerzen

Kopfschmerzen (Cephalgie) kommen häufig vor. Sie werden in primäre und sekundäre Kopfschmerzen eingeteilt.

Primäre Kopfschmerzen


Sie sind dadurch gekennzeichnet, dass eine organische Ursache nicht gefunden werden kann. Offenbar kommt es bei ihnen zu einer funktionellen Störung, wobei eine neurologische Überempfindlichkeit und/oder eine Veränderung des Gefäßtonus in vielen Fällen eine Rolle spielt. Sie werden als „idiopathisch“ bezeichnet. Am häufigsten sind der Spannungskopfschmerz und die Migräne.

Bei Kopfschmerzen durch Schlafmangel, Überanstrengung oder psychischen Stress sind keine organischen Ursachen zu finden, sie sind damit ebenfalls funktionell bedingt und gehören in den Bereich der primären Kopfschmerzen. In diese Kategorie gehören auch Kopfschmerzen, die „aus heiterem Himmel“ kommen und für die keine Ursache gefunden werden kann.

Die häufigsten primären Kopfschmerzen sind der den gesamten Kopf einnehmende Spannungskopfschmerzen und die meist einseitige Migräne. Der ebenfalls einseitige Clusterkopfschmerz ist seltener und ein Beispiel für einen Kopfschmerz, der auch an einen sekundären Kopfschmerz denken lassen muss.

Auch wenn eine primäre Genese für wahrscheinlich erachtet wird, so muss unter bestimmten Umständen eine zugrunde liegende Krankheit in die Differenzialdiagnostik einbezogen werden. Alarmsignale bezüglich eines möglichen sekundären Kopfschmerzes liegen vor, wenn

  • Kopfschmerzen erstmals im Alter über 50 Jahren (manche fordern: über 40 Jahren) erscheinen,
  • sie wie ein Donnerschlag (thunderclap headache (TCH)) beginnen und extrem intensiv sind,
  • sie im Rahmen eine schweren inneren Erkrankung auftreten, oder
  • sie lange andauern und an Intensität zunehmen,
  • sie von fokalen neurologischen Symptomen begleitet werden (z. B. Gesichtsfeldausfall).

In diesen Fällen wird in der Regel eine cerebrale Computertomographie (CCT) ohne und mit Kontrastmittel durchgeführt, die intrakranielle Prozesse erkennen lässt. Eine Lumbalpunktion kann bei einer vermuteten Subarachnoidalblutung und bei einer Meningitis diagnostisch weiterhelfen.

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Sekundäre Kopfschmerzen


Sie sind Folge einer zugrunde liegenden Erkrankung. Das Spektrum der möglichen Ursachen ist breit. Zu ihnen gehören eine

  • Sinusitis (Nasennebenhölenentzündung),
  • fieberhafte Erkrankung,
  • hypertone Krise (Hochdruckkrise),
  • Subarachnoidalblutung,
  • Subduralblutung,
  • Blutungen im Gehirn,
  • Sinusvenenthrombose (Verschluss der ableitenden Blutgefäße am Hirnstamm),
  • Meningitis (Hirnhautentzündung),
  • Erkrankung des Kiefergelenks,
  • Arteriitis temporalis Horton,
  • Borreliose (Lyme-Erkrankung),
  • alltägliche und vorübergehende Virusinfektion,
  • Medikamentenwirkung (Beispiele: Nitrate, sonstige Gefäß erweiternde Mittel, Schmerzmittel mit chronischem Abusus …),
  • Gehirnerschütterung (Commotio oder Contusio) oder ein sonstiges Trauma (z. B. Schleudertrauma).

Manche der gelegentlichen dumpfen Kopfschmerzen kommen im Rahmen eines nicht wahrgenommenen Infektes zustande. In diesen relativ häufigen Fällen hat ein Kontakt mit einer z. B. erkälteten Person bestanden, und der eingefangene Infekt macht sich bei relativ guter Abwehrlage nur durch Kopfschmerzen bemerkbar. Solche Kopfschmerzen entsprechen vom Typ her dem Spannungskopfschmerz und werden oft fälschlich als primäre Kopfschmerzen angesehen.

Verweise

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