Alpha-Glukosidase-Hemmer

Alpha-Glucosidase-Hemmer hemmen die Verdauung der Mehrfachzucker im Darm.

Auf dem Markt erhältlich ist Acarbose, ein Oligosaccharid mit alpha-glycosidisch gebundenen Glukosemolekülen. Es bindet über 10000-fach stärker als die Substrate aus der Nahrung an die Glucosidasen des Darms, die damit weitgehend inaktiviert werden. Die normale Verdauung von Oligosacchariden wird somit verlangsamt. Die Folge ist eine verzögerte und verringerte Entstehung und Resorption von Glukose im Darm und eine Senkung des postprandialen Blutzuckerwerts.

Oral zugeführte Glukose wird durch alpha-Glucosidasehemmer nicht in ihrer Resorption gehemmt.

Alpha-Glucosidase-Hemmer sollten schon im Stadium einer eingeschränkten Glukosetoleranz eingesetzt werden; sie vermögen dann das Diabetesrisiko zu senken bzw. die Entwicklung des Typ-2-Diabetes deutlich zu verlangsamen.

Nebenwirkungen der Alpha-Glukosidase-Hemmer

Die nicht verdauten Oligosaccharide gelangen in das Kolon und werden dort von Bakterien unter Bildung von Darmgasen abgebaut. Manche Patienten, die mit Acarbose behandelt werden, leiden daher unter Meteorismus. Patienten mit einem Reizdarmsyndrom empfinden die Darmdehnung durch Darmgase als schmerzhaft.

Verweise

Diabetes-Kompendium