Definition
Tachykardie bedeutet schneller Herzschlag. Was als Tachykardie angesehen werden muss, ist individuell sehr unterschiedlich. In der Regel werden Herzfrequenzen über 90/Minute als tachykard angesehen. Menschen, die jedoch einen Ruhepuls von 50-60/Minute haben, empfinden eine Ruhefrequenz von 70 bereits als unnormal.
Physiologie und Pathophysiologie
Die Herzfrequenz wird zentral (über das Stammhirn) gesteuert; die Psyche hat einen Einfluss. Eine Tachykardie wird durch Adrenalin und die Aktivität des Nervus sympathicus (kurz Sympathicus) ausgelöst, die die Frequenz des endogenen Schrittmachers im Herzen, des Sinusknotens, erhöhen. Zudem haben die Schliddrüsenhormone fT3 und fT4 einen beschleunigenden Einfluss auf die Herzfrequenz.
Wenn die Herzfrequenz 160/Minute überschreitet, wird die Diastole (Zeit für die Füllung des Herzens mit Blut) zu kurz und die Auswurfleistung beginnt zu sinken, bei Erkrankungen der Herzmuskulatur bereits früher. Ab etwa 180/Minute kommt es zur Herzinsuffizienz. Der periphere Puls ist fadenförmig und kaum noch zu tasten.
Wenn das Herz zu schnell und zudem absolut arrhythmisch schlägt, wird dies als Tachyarrhythmie bezeichnet.
Bei Kammerflimmern zeigt das EKG keine geordneten Erregungsabläufe mehr, die Erregungswogen laufen mit Frequenzen von über 300/Minute über das Myokard; eine kreislaufwirksame Auswurfleistung besteht nicht mehr; entsprechend besteht peripher Pulslosigkeit. Kammerflimmern bedeutet in diesem Sinn Herzstillstand; es wird nicht unter Tachykardie eingeordnet.
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Ursachen
Eine Tachykardie kommt durch verschiedene Ursachen zustande.
Unter nicht krankhaften Bedingungen tritt eine Tachykardie bei körperlicher Belastung auf und befähigt den Körper einen erhöhten Sauerstoffbedarf in der Peripherie, insbesondere der Muskulatur, zu decken. Auch psychischer Stress führt zu schnellerem Herzschlag.
Unter krankhaften Bedingungen kommt eine Tachykardie beispielsweise zustande durch:
- Exsikkose bei Überwiegen des Flüssigkeitsverlusts über die Flüssigkeitszufuhr,
- einen Schock z. B. im Rahmen einer Blutung oder einer Sepsis,
- Herzkrankheiten, z. B. Linksherzinsuffizienz, Kardiomyopathie, Klappeninsuffizienzen (z. B. Aorteninsuffizienz, Mitralinsuffizienz),
- eine kreislaufwirksame Lungenembolie (dabei Blutdruckabfall),
- eine Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose),
- eine periphere Gefäßerweiterung (Reflextachykardie)
- bei Fieber,
- bei allergischen Reaktionen (durch Histamin),
- durch Medikamente (z. B. Kalziumantagonisten),
- beim hormonaktiven Karzinoid,
- eine Überfunktion des Nebennierenmarks beim Phäochromozytom.




