Symptome bei Leberkrankheiten
Auf dieser Seiten finden Sie u. a. Informationen zu folgenden Punkten: Symptome bei Fettleber, Leber Symptome, Leberwerte, Leberwerte bei Leberkrebs, Laborwerte bei Lebererkrankung.
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[bearbeiten] Abgeschlagenheit
Abgeschlagenheit und Müdigkeit kommen häufig bei chronischen Lebererkrankungen vor, besonders bei chronischen Hepatitiden, der PBC . Ihre Ursachen sind offenbar komplex. Zum Teil sind sie wahrscheinlich durch niedrigen Blutdruck, zum Teil wohl auch durch Mediatorstoffe bedingt, die zentral wirksam sind. Über Abgeschlagenheit wird oft schon geklagt, wenn sonst noch keine anderen Symptome auf eine Lebererkrankung hinweisen.
[bearbeiten] Aszites
Dicker Bauch als Zeichen eines Aszites (Bauchwassersucht) bei portaler Hypertension im Rahmen einer Lebererkrankung. Zusätzlich kann ein Eiweißmangel durch Syntheseleistungsstörung der Leber die Aszitesbildung begünstigen. Durch starken intraabdominellen Druck können sich die Bruchpforten öffnen; häufig findet sich bei maximalem Aszites deshalb auch ein Nabel- oder Leistenbruch. Ursache eines Aszites bei portaler Hypertension ist meist eine Leberzirrhose
→ Weitere Informationen zu Aszites.
→ Weitere Informationen zu Leberkrebs - einfach erklärt
[bearbeiten] Augenbefunde
Bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen können sich einige auffällige Augenbefunde feststellen lassen :
- Sklerenikterus (Gelbfärbung der Augen) bei Cholestase
- Nystagmus (ruckartige Augenbewegungen) bei hepatischer Enzephalopathie und beim Wernicke-Korsakoff-Syndrom;
- Kayser-Fleischer-Ring bei Morbus Wilson
- Xanthelasmen (Lipidflecken der Haut) an den Augenlidern bei der PSC
[bearbeiten] Bauchbeschwerden
Schmerzen bei Lebererkrankungen kommen zustande durch eine akute Schwellung, wie durch eine akute Entzündung oder eine akute Blutstauung. Eine langsame eintretende Vergrößerung tut nicht weh (Beispiel: Fettleber), ebenso wenig eine chronische Entzündung (Beispiele: chronische Hepatitis, chronische Gallenwegsentzündung wie PBC oder PSC ). Im Rahmen einer chronischen Entzündung kann es jedoch zwischendurch relativ rasch zu Verschlechterungen und in diesem Rahmen auch zu einer Schmerzhaftigkeit unter dem rechten Rippenbogen kommen. Meist handelt es sich jedoch nur um ein Druckgefühl und eine Empfindlichkeit bei Palpation. Vom Typ her sind es viszerale Schmerzen, die mit Unruhe des Patienten verbunden und nicht durch Palpation auslösbar sind. Bei einer eitrigen Cholangitis und erst recht bei einer eitrigen Cholezystitis kann jedoch durch Mitbeteiligung des Bauchfells ein parietaler Schmerz auftreten, der zur Schonhaltung führt.
Differenzialdiagnosen: siehe Bauchschmerzen.
[bearbeiten] Bluterbrechen
Bei chronischen Lebererkrankungen kann es zu Bluterbrechen (Hämatemesis) kommen. Ursachen können sein: Ösophagus- oder Fundusvarizen oder eine erosive Gastritis im Rahmen einer portal-hypertensiven Gastropathie, außerdem auch alle anderen Blutungsursachen wie Refluxösophagitis, Magenkarzinom, Ösophaguskarzinom, GIST, Mallory-Weiss-Läsionen (Schleimhauteinriss am kardioösophagealen Übergang, häufig Hinweis auf Alkoholabusus).
Schwallartiges Erbrechen von reinem Blut
Hinweis auf eine Blutung aus Ösophagusvarizen, einem Magenulkus oder einer Mallory-Weiss-Läsion, seltener auf hämorrhagische Gastritis
Blutbeimengung zum Erbrochenen
Hinweis auf eine hämorrhagische Schleimhautentzündung (Gastritis, Duodenitis, Refluxösophagitis).
In jedem Fall ist eine endoskopische Untersuchung mit der Möglichkeit einer Blutstillung erforderlich.
→ Weitere Informationen: Gastrointestinale Blutung.
[bearbeiten] Fieber
Bei Fieber ist die Körpertemperatur >37,5 Grad Celsius (zentral gemessen). Fieber kommt vor bei Entzündungen (bakteriell, viral, autoaggressiv), Tumorerkrankungen, Zellzerfall aus anderen Ursachen (u. a. traumatisch), als Reaktion auf Medikamente oder auf endogene Substanzen (Ätiocholanolon?), oder ist zentral bedingt. Selten ist die Ursache nicht klärbar (Vortäuschung ausschließen).
Wenn Temperaturerhöhungen bei Lebererkrankungen auftreten, sind sie meist subfebril und enthalten keine Spitzen. Höheres Fieber oder Fieber mit Spitzen deutet auf bakterielle Infektionen oder gar auf Bakteriämien oder Septikämien hin und findet sich häufig bei der eitrigen (bakteriellen) Cholangitis (Gallenwegsentzündung) oder bei Leberabszessen (Eiteransammlung in der Leber). Differenzialdiagnostisch verwertet werden muss immer auch die Leukozytenzahl (Zahl der weißen Blutkörperchen). Wenn sie erhöht ist, spricht dies für eine bakterielle Infektion; ist sie normal oder erniedrigt, kann ein Virusinfekt vorliegen.
[bearbeiten] Gallenkolik
Eine Gallenkolik ist ein äußerst heftiger Schmerz im rechten Oberbauch, der meist nach 20-30 Minuten von selbst abflaut.
Ursache: Verkrampfung der glatten Muskulatur des Gallenwegssystems um Gallensteine herum. Der Urin ist anschließend für kurze Zeit dunkler als normal, und deutet damit auf einen vorübergehenden Verschluss der Gallenwege hin. Mehr siehe unter Gallenkolik.
→ Weitere Information: Gallensteinleiden, Bauchschmerzen
[bearbeiten] Gelenkbeschwerden
Gelenkbeschwerden können bei vielen Lebererkrankungen auftreten. Beispiele sind die Arthropathie im Prodromalstadium der akuten Hepatitis B oder bei der Hepatitis C, der Autoimmunhepatitis, der Hämochromatose oder der primären biliären Zirrhose (PBC ) (Patienteninformationen zur PBC ). Chronische Lebererkrankungen gehen häufig mit einer zunehmenden Osteopenie einher, die auch einen Gelenkverschleiß fördert.
[bearbeiten] Gewichtszunahme
Unterschieden werden müssen eine echte Gewichtszunahme durch Zunahme von Körpersubstanz und eine Zunahme durch Wassereinlagerung. Bei Lebererkrankungen kann die Wassereinlagerung als Ödeme (Eiweißmangel) und als Aszites (Eiweißmangel und portale Hypertension) in Erscheinung treten.
[bearbeiten] Gynäkomastie
Ausbildung einer Brustdrüsenvergrößerung beim Mann, z. B. bei einer Leberzirrhose.
→ Mehr zur Gynäkomastie.
[bearbeiten] Hautbefunde
Bei Lebererkrankungen können eine Reihe von Hauterscheinungen auftreten. Dazu gehören
bei Leberzirrhose:
- Geldscheinhaut (papierdünn, knitterig, oft mit großflächigen Einblutungen)
- Leberhautzeichen (Spidernävi, Weißnägel, Lacklippen, Lackzunge, Palmarerythem)
- Haarverlust auf Brust und Abdomen (Feminisierung des Behaarungstyps)
bei Hämochromatose
- Hyperpigmentationen (inkl. der Handlinien)
bei primär biliärer Zirrhose (PBC )
- Xanthome und Xanthelasmen
bei Leberzirrhose und Hyperglobulinämie oder Kryoglobulinämie
- Purpura
bei Cholestase
- Kratzspuren als Hinweis auf Pruritus
bei gemeinsamer Grunderkrankung
- Exantheme
- Hyperpigmentierung und Blasenbildung an lichtexponierten Stellen
bei Leberzirrhose Child C mit Thrombopenie und Mangel an Gerinnungsfaktoren
- hämorrhagische Diathese (Blutungen nach minimalen Traumen)
[bearbeiten] Hirnleistungsstörung
Bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen kann es zu einer zunehmenden Hirnleistungsstörung (hepatische Enzephalopathie) kommen. Sie beginnt mit Konzentrationsschwäche und Müdigkeit. Es können schwerere Hirnleistungsstörungen folgen. Dazu gehören Einschränkungen der Rechenfähigkeit, des Kurzzeitgedächtnisses, der Koordination und der Feinmotorik. Bei weiterer Einschränkung der Hirnleistung kommt es zu Lethargie, groben Fehlbeurteilungen, örtlicher und zeitlicher Desorientierung und schließlich zur Bewusstseinseintrübung und zum Koma.
[bearbeiten] Ikterus
Ein Ikterus (Gelbsucht) kann durch Hämolyse (Blutzerfall) oder durch mangelhafte Bildung oder eine Abflussstörung der Galle zustande kommen. Eine Gallebildungsstörung findet sich bei Erkrankungen des Leberparenchyms (Hepatitiden, toxische Leberschädigung, Leberzirrhose im fortgeschrittenen Stadium). Eine Abflussstörung der Galle kann zustande kommen bei Cholangitiden oder durch ein Konkrement (Gallenstein), einen Tumor oder eine sonstige Raumforderung im Verlauf der Gallenwege. In nicht zu seltenen Fällen ist der Ikterus kein Zeichen einer Erkrankung sondern einer harmlosen Stoffwechselanomalie (Gilbert-Meulengracht-Syndrom) (siehe auch Normale Funktionen der Leber und Störung der Leberfunktionen bei Lebererkrankungen).
→ Mehr zum Ikterus.
→ Mehr Leberkrebs - einfach erklärt
[bearbeiten] Juckreiz
Der generalisierte Juckreiz ist ein vieldeutiges Symptom, das auf eine chronische Cholestase (wie z. B. bei der PBC oder PSC ) hindeuten kann. Andere Differenzialdiagnosen sind allergische Hautreaktionen, die fortgeschrittene Niereninsuffizienz oder der Diabetes mellitus. Ursache des Juckreizes bei chronischen cholestatischen Lebererkrankungen scheinen im Zentralnervensystem angreifende Substanzen zu sein, die die Juckreizschwelle senken. Manchmal hilft als Gegenmittel Naloxon. Es wird auch immer noch diskutiert, dass Gallesubstanzen sich in der Haut ablagern und direkt den Juckreiz verursachen. Der Juckreiz kann die Lebensqualität erheblich einschränken.
→ Mehr zu Juckreiz.
[bearbeiten] Ödeme
Bei Lebererkrankungen mit Syntheseleistungsstörungen (fortgeschrittene Leberzirrhose, fulminante Hepatitis) können Ödeme auftreten, die durch Albuminmangel im Blut zustande kommen (niedriger onkotischer Druck im Blut). Die wichtigste Differenzialdiagnose von Ödemen an abhängigen Körperpartien ist die Herzinsuffizienz.
→ Mehr zum Ödeme.
[bearbeiten] Sexualstörungen
Die Leberzirrhose hat erhebliche Auswirkungen auf den Hormonhaushalt. Beim Mann überwiegen die Östrogene wegen Testosteronmangel (bei Hodenatrophie) und überdies einer oft gesteigerten Testosteronumwandlung in Östrogene (Aromatasewirkung). Es finden sich eine Gynäkomastie und eine Hodenatrophie, verbunden mit Libidoabnahme und Impotenz. Dies ist besonders häufig Folge einer Alkoholschädigung. Bei der Hämochromatose fehlt meist die Gynäkomastie.
Bei der Frau kommt es zu Zyklusstörungen und ebenfalls zu Libidoabnahme.
[bearbeiten] Stuhlgangsveränderungen
Stuhlgangsveränderungen bei Lebererkrankungen sind meist durch erhöhte Frequenz und breiige bis fettige Konsistenz gekennzeichnet. Sie sind in der Regel durch eine mangelhafte Fettverdauung und -resorption bedingt, die als Folge einer mangelhaften Gallebildung auftreten können. Es können Mangelzustände resultieren, speziell auch von fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K). Bei der primären sklerosierenden Cholangitis (PSC ) besteht eine statistische Assoziation mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, besonders mit der Colitis ulcerosa. Umgekehrt sollte bei einer Colitis ulcerosa immer auch an eine PSC gedacht werden.
→ Zur Differenzialdiagnose dünner Stühle siehe unter Diarrhö.




