Sofosbuvir

Sofosbuvir (Sovaldi ®) ist ein Medikament zur Behandlung der Hepatitis C. In einer Studie zeigte es in der Kombination mit Ribavirin eine anhaltende Besserung selbst in mit PEG-Interferon plus Ribavirin vorbehandelten Patienten.


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 Das Wichtigste

Kurzgefasst
Sofosbuvir ist ein Medikament zur Behandlung der chronischen Hepatitis C. In Kombination mit anderen antiviral wirkenden Medikamenten (wie z. B. PEG-Interferon und Ribavirin oder Protease-Inhibitoren) verbessert es die Ansprechraten selbst in schwierig zu behandelnden Fällen wesentlich. Es wird gut vertragen.

 Wirkmechanismus

Sofosbuvir wird als Prodrug eingenommen und in der Leber am Ort seiner Wirkung aktiviert. Es wirkt als oraler Nucleotidpolymerase-Inhibitor, indem es das virale NS5B hemmt, welches als RNA-Polymerase für die Virusreplikation verantwortlich ist (siehe hier). Sofosbuvir ermöglicht in Kombination mit anderen antiviralen Medikamenten eine Senkung der Viruslast unter die Nachweisgrenze. Da die katalytische Region von NS5B bei allen HCV-Genotypen gleich ist, wirkt auch Sofosbuvir bei ihnen in etwa gleich [1].

Studienergebnisse

Effekt auf das virologische Ansprechen bei Genotyp 1 oder 4

In einer Studie an bisher unbehandelten Patienten mit chronischer Hepatitis C, Genotyp 1 und 4, reagierten 90% mit einem anhaltenden virologischen Ansprechen (SVR, sustained virological response) nach 12-wöchiger Behandlungsdauer in Kombination mit Peginterferon alfa-2a und Ribavirin[2].

Beim HCV Genotyp 1 führt Sofosbuvir zusammen mit PEG-Interferon und Ribavirin nach 12 Wochen zu einer SVR (sustained virologic response) von etwa 90% und bei den Genotypen 2/3 bis zu 100% [3]. Eine ähnlich hohe SVR lässt sich auch mit Sofosbuvir in PEG-Interferon-freien Therapieregimen erreichen, die erheblich verträglicher sind (siehe hier).

Effekt auf das virologische Ansprechen bei Genotyp 2 oder 3

Eine Phase-3-Studie hatte nur Patienten mit chronischer Hepatitis C, Genotyp 2 oder 3, eingeschlossen, für die die Standardmedikation mit PEG-Interferon und Ribavirin keine Option gewesen war oder die auf diese Therapie nicht reagiert hatten [4].

Unter den Patienten, für die die Standardtherapie keine Option war, reagierten durchschnittlich 78% mit einem virologischen Ansprechen (SVR, sustained virological response) auf Sofosbuvir plus Ribavirin. Unter den Patienten mit fehlendem Ansprechen auf die Standardtherapie reagierten 50% mit einem virologischen Ansprechen. Genotyp 2 reagierte besser als Genotyp 3. Wenn bereits eine Leberzirrhose vorlag, sank die SVR-Rate. Die Ergebnisse der abgeschlossenen Studie wurde 2014 veröffentlicht [5].

Nebenwirkungen

Das Risikoprofil von Sofosbuvir ist gut. Die Nebenwirkungen sind gering ausgeprägt und beherrschbar. Unter ihnen werden in Studien vor allem Kopfschmerzen, Müdigkeit, Übelkeit, Schlaflosigkeit vermerkt.

Bei einer mäßigen Leberfunktionseinschränkung verändert sich die Halbwertszeit nicht wesentlich. Eine Niereninsuffizienz dagegen führt zu einem deutlichen Anstieg und muss bei der Dosierung berücksichtigt werden. Sofosbuvir bewirkt im Gegensatz zu anderen direkt antiviralen Hemmern keine wesentliche Resistenz.

Bei Comedikation von Mitteln gegen HIV kommt es zu keinen wesentlichen Arzneimittelinteraktionen (Cyclosporin, Tacrolimus, Methadon, Efavirenz, Rilpivirin, Darunavir/Ritonavir, Raltegravir, Tenofovir) [6].

Verweise

Literatur

  1. ? J Pharmacol Pharmacother. 2014 Oct;5(4):278-84
  2. ? N Engl J Med. 2013 May 16;368(20):1878-87
  3. ? Ann Gastroenterol. 2015 Jan-Mar;28(1):55-65.
  4. ? N Engl J Med. 2013 May 16;368(20):1867-77
  5. ? Zeuzem et al. N Engl J Med. 2014 May 4. [Epub ahead of print]
  6. ? J Pharmacol Pharmacother. 2014 Oct;5(4):278-84