Aflatoxine

Aflatoxine sind Pilzgifte (Mykotoxine), die lebertoxisch sind und Krebs hervorrufen können. Sie bedeuten ein ernstes Ernährungsproblem in Afrika und Südostasien. In der Vergangenheit gab es vor allem in subtropischen und tropischen Gegenden Afrikas und Asiens (wie Mosambique, Kenia und Malaisia) Ausbrüche mit Anstieg von Leberkrebs. 1) 2005 Dec;113(12):1763-7.


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Allgemeines

Die Pilze, die zur Bildung von Aflatoxinen in der Lage sind, gehören zu der Gruppe der Schimmelpilze der Gattung Aspergillus. Die bedeutendsten Vertreter bezüglich der Aflatoxin-Belastung von Lebensmitteln sind A. flavus und A. fumigatus. Es gibt verschiedene Aflatoxintypen (AFB1, AFB2, AFG1 and AFG2). Das bedeutendste Aflatoxin ist Aflatoxin B1 (AFB1). Die höchst zulässige Konzentration von AFB1 liegt bei 5 μg kg-1. Laut einer Untersuchung (veröffentlicht 2019) lag die tägliche Zufuhr im Südwesten von Kenia zwischen 6.53 und 4814.7 ng kg-1 day-1! 2) 2019 Feb;96:219-226. doi: 10.1016/j.foodcont.2018.08.032.

Aflatoxine verursachen Mutationen im p53-Tumorsuppressorgen sowie ras-Mutationen. Sie kontaminieren Tabakerzeugnisse und Lebensmittel, insbesondere Mais und Erdnüsse. Tabakbedingte Krebserkrankungen weisen häufig aflatoxintypische p53-Mutationen auf. 3) 1991 Nov 30;338(8779):1356-9.

Vorkommen

Aflatoxine kommen in verschimmelten Speisen vor. Sie können bereits in frisch geerntetem Getreide, vor allem in Mais, entstehen, wenn es feucht gelagert wird, was für die Ausbreitung des Pilzes günstig ist. Somit können Aflatoxine früh in die Nahrungskette gelangen. Verschimmelte Nüsse, speziell Erdnüsse, sind häufige Ursachen einer Aflatoxin-Intoxikation.

AFB1 wurde bei Bäckern höher gefunden als bei Mühlenarbeitern und Kontrollen. 4) 2014 Jul-Sep;20(3):215-9. doi: 10.1179/2049396714Y.0000000069.

In Ägypten war eine Exposition bei Textilarbeitern mit beruflicher Exposition von Baumwollstaub nachweisbar, zugleich mit einer signifikanten Erhöhung der alpha-L-Fucosidase, die als Marker für das hepatozelluläre Karzinom getestet wurde. 5) 2013 Jul;56(7):818-24. doi: 10.1002/ajim.22162.

Vorbeugung einer Nahrungsmittelkonamination

Die Hauptzielrichtung ist die Entwicklung von Erdnuss- und Maissorten, die gegen A. flavus-Infektion resistent sind. Die Züchtung auf Resistenz bleibt noch immer eine Herausforderung, da sie polygenetisch verankert ist. 6) 2011 Jun;3(6):678-96. doi: 10.3390/toxins3060678. 7) 2019 Mar 12;20(1):32. doi: 10.1186/s12863-019-0734-z. 8) 2015 May;234:119-32. doi: 10.1016/j.plantsci.2015.02.009.

Wirkungen

Aflatoxine weisen akute toxische und langfristig Krebs erzeugende Wirkungen auf.

  • Aflatoxine können in bereits sehr geringer Konzentration (ca. 0,5 mg) zu einem toxischen Leberzellzerfall (akute Nekrose von Leberzellen, Leberdystrophie) führen.
  • Bei chronischer Exposition wirken Aflatoxine in weit geringeren Konzentrationen karzinogen. Sie stellen eine wichtige Ursache für Leberkrebs und Magenkrebs dar. Eingeatmete Pilzsporen können Lungenkrebs verursachen.
  • Aflatoxine wirken wie auch eine Hepatitis-B-Virusiinfektion Leberkrebs fördernd. Beide Faktoren wirken synergistisch. Es wird angenommen, dass eine chronische Leberschädigung die Expression spezifischer krebserzeugender Enzyme verändert und so die Bindung von Aflatoxin an DNA in Hepatozyten modulier. 9) 1999 Jul 16;428(1-2):187-96.
  • Aflatoxin verändert den Körperstatus bezüglich Mikronutition (Vitamine, Spurenelemente). So wurden beispielsweise zu niedrige Werte von Vitamin A und E mit einer Aflatoxinintoxikation assoziiert gefunden. 10) 2010 Dec;80(6):355-68. doi: 10.1024/0300-9831/a000021.

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 


Literatur   [ + ]

1. 2005 Dec;113(12):1763-7.
2. 2019 Feb;96:219-226. doi: 10.1016/j.foodcont.2018.08.032.
3. 1991 Nov 30;338(8779):1356-9.
4. 2014 Jul-Sep;20(3):215-9. doi: 10.1179/2049396714Y.0000000069.
5. 2013 Jul;56(7):818-24. doi: 10.1002/ajim.22162.
6. 2011 Jun;3(6):678-96. doi: 10.3390/toxins3060678.
7. 2019 Mar 12;20(1):32. doi: 10.1186/s12863-019-0734-z.
8. 2015 May;234:119-32. doi: 10.1016/j.plantsci.2015.02.009.
9. 1999 Jul 16;428(1-2):187-96.
10. 2010 Dec;80(6):355-68. doi: 10.1024/0300-9831/a000021.