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Spondylodiszitis

Spondylodiscitis bedeutet Entzündung der Bandscheibe durch eine Infektion mit Erregern.

Inhaltsverzeichnis

Ätiopathogenese

Meist geht man von einer hämatogenen Besiedlung aus, wobei immunschwache Patienten ein erhöhtes Risiko tragen. Eine bakterielle Endokarditis kann Ursache aber auch Folge sein.

Erreger

Am häufigsten finden sich:

  • Staphylococcus aureus (um 36%)
  • E. coli (um 23%)
  • Streptokokken (fast 20%)

Seltener finden sich: Pseudomonas, Proteus und andere

Infektionsweg

  • Hämatogen: daher Suche nach Infektionsquelle, z. B. Ausschluss einer bakteriellen Endokarditis (Herzecho)
  • nach invasivem Eingriff
  • von Spondylitis weitergeleitet

Verlauf

Meist ist der Verlauf akut mit Fieberschüben und lokalen Schmerzen. Es gibt chronische Verläufe, vor allem nach insuffizienten Antibiosen. Eine von einer Spondylodiszitis ausgehende Bakteriämie kann Ursache einer bakteriellen Endokarditis sein, die rasch zu einer lebensbedrohlichen Insuffizienz von Herzklappen (beipielsweise eine Mitralinsuffizienz oder Aorteninsuffizienz) führen kann. Das Herz ist daher in der akuten Phase täglich abzuhören.

Diagnostik

  • Anamnese: Rückenschmerzen ungeklärter Genese
  • Untersuchung: Klopfschmerz in Höhe des betroffenen Discus intervertebralis, Stauchungsschmerz, Fieber oft mit septischen Spitzen
  • MRT der Wirbelsäule (sicherste Nachweismethode) *Blutkulturen (besonders in septischen Spitzen)
  • Labor: Entzündungsparameter erhöht wie BSG (kann stark erhöht sein), CRP und Leukozytose
  • Bakteriologie: Blutkulturen in Fieberspitzen bzw. schon bei Beginn eines Schüttelfrosts.
  • Jede Spondylodiszitis ohne Fieber und septische Temperaturen und ohne Erregernachweis sollte an eine Tuberkulose denken lassen. Spondylitis der Nachbarwirbel? Ggf. Punktion/Knochenstanze zur Erregerdiagnostik und Histologie.

Differenzialdiagnosen

u. a. Tumor, Fraktur eines Wirbelkörpers, Wirbelkörpertuberkulose

Therapie

  • Ruhigstellung
  • Antibiotika (gezielt, daher zuvor Kulturen aus Blut oder ggf. auch aus einer Stanze), Dauer in der Regel 6 Wochen bis 3 Monate bzw. 6 Wochen nach Normalisierung der Entzündungsparameter
  • ggf. operatives Debridement und Entlastung des Spinalkanals, ggf. Spondylodese

Verweise

Literatur

Übersicht: Dtsch Arztebl 2008; 105: 181-187