Magenschmerzen
[bearbeiten] Definition
Als „Magenschmerzen“ werden oft linksseitige bis mittige Oberbauchschmerzen bezeichnet. Sie können vom Magen herstammen, müssen es aber nicht! Sie können mit anderen Symptomen assoziiert sein, z. B. mit Durchfall einhergehen. Sie können rein funktionell bedingt sein (wie bei der Dyspepsie) oder eine organische Ursache haben. Es gibt einer Reihe wichtiger Differenzialdiagnosen.
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[bearbeiten] Differenzialdiagnosen
[bearbeiten] Sofort nach einer Mahlzeit eintretende Beschwerden
Wenn Beschwerden in der Magengegend unmittelbar beim Essen auftreten, ist ihre Herkunft vom Magen möglich. Wenn zudem Völlegefühl und Übelkeit vorliegen, ist der Magen als Ursache relativ wahrscheinlich. In Frage kommen beispielsweise ein
- Magengeschwür (Ulkus ventriculi),
- Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni) oder eine
- akute Gastritis (Magenschleimhautentzündung).
Nicht jede Entzündung und nicht jedes Geschwür im Magen bereiten Schmerzen!
[bearbeiten] Beschwerden kurz nach einer Mahlzeit
Wenn die Beschwerden erst nach einer Latenzzeit von 20-60 Minuten auftreten, liegt die Ursache eher nicht im Magen. Sie können beispielsweise bedingt sein durch
- Kolonmeteorismus (Blähungen, gefangene Darmgase vor der linken Flexur ("versetzte Winde")), oft im Rahmen eines Reizdarmsyndroms. Siehe auch unter Reizdarm - einfach erklärt
- eine Pankreatitis (Bauchspeicheldrüsenentzündung)
- akute Pankreatitis durch Gallensteine (Cholelithiasis), oft dabei Beginn mit rechtsseitiger Kolik, die später in linksseitige Dauerschmerzen übergeht) oder
- akute nutritiv toxische Pankreatitis (meist durch Alkohol oder durch zu fette Nahrung bedingt)
- akute Exacerbation (Verschlimmerung) einer chronischen Pankreatitis.
Siehe auch unter Pankreatitis - einfach erklärt
[bearbeiten] Beschwerden, die nahrungsunabhängig sind
Beschwerden, die sich in die Magengegend projizieren und nahrungsunabhängig sind, können bedingt sein durch (Auswahl):
- eine Erkrankung oder Reizung der Bauchspeicheldrüse z. B. eine Pankreatitis oder ein Pankreaskarzinom ggf. mit Einbezug des Plexus solaris (Sonnengeflecht),
- Meteorismus (Blähungen im Dickdarm),
- eine atypische Angina pectoris (Mangeldurchblutung (Ischämie) des Herzmuskels (Myokard) bei koronarer Herzkrankheit, meist im Hinterwandbereich des Herzens)
- eine Aortendissektion,
- Nierenschmerzen (z. B. bei linksseitiger akuter Pyelonephritis),
- Angina abdominalis: sie ist jedoch oft auch nahrungsabhängig, da sie sich bei gesteigerter Durchblutung des Darms besonders bemerkbar macht,
- Refluxkrankheit: sie macht sich manchmal im epigastrischen Winkel (unter dem Schwertfortsatz des Brustbeins) als brennender Schmerz oder dumpfes ungutes Gefühl bemerkbar.
[bearbeiten] Beschwerden mit unsicherer Zuordnung
- Bei "Magenschmerzen", die nicht direkt bei oder in kurzem Intervall nach der Nahrungsaufnahme einsetzen, zu sollte an Ursachen im Dickdarm (Kolon), wie versetzte Winde im Colon transversum (Blähungen im Querdarm, Auftreibung des Oberbauchs) (siehe Meteorismus) oder eine Dyspepsie gedacht werden; sie treten oft nach einem Zeitintervall von 20-60 Minuten nach Mahlzeiten oder sogar später, ggf. erst nachts auf und können sich durch Windabgang bessern (siehe oben).
- Wenn anamnestisch abdominelle Erkrankungen oder Operationen (z. B. am Magen, an der Gallenblase oder der Bauchspeicheldrüse) eruierbar sind, kommen Beschwerden durch Verwachsungen in Betracht; sie sind manchmal lageabhängig,
- sehr selten sind innere Hernien (wie eine Treitz´sche Hernie) die Ursache,
- sonstige Ursachen von Bauchschmerzen.
[bearbeiten] Verweise
[bearbeiten] Fachinfos
[bearbeiten] Patienteninfos
- Reizdarm - einfach erklärt
- Pankreatitis - einfach erklärt
- Oberbauchbeschwerden: Was der Arzt dazu fragt und welche Schlüsse er zieht
[bearbeiten] Patientenforen
Foren mit Tipps zu Krankheiten, die mit Bauchschmerzen einhergehen:




