Galle
Häufiger Rechtschreibfehler: Gale.
Inhaltsverzeichnis |
[bearbeiten] Definition
Galle ist ein Exkret der Leber und wird von Leberzellen (Hepatozyten) über Gallenwege in den Zwölffingerdarm (Duodenum) ausgeschieden.
[bearbeiten] Bildung und Ausscheidung
Die Galle (Gallenflüssigkeit) wird von den Leberzellen (Hepatozyten, Leberparenchymzellen) und den duktulären Zellen der Gallenwege gebildet. Landläufig wird die "Galle" manchmal mit der Gallenblase gleichgesetzt ("Ich habe keine Galle mehr" für "Ich habe keine Gallenblase mehr"), was falsch ist. Die Galle gelangt über die intrahepatischen Gallenwege (Cholangiolen und Cholangien) in den Gallengang (Ductus hepatocholedochus) und schließlich durch die Duodenalpapille (Papilla Vateri) in den Zwölffingerdarm (Duodenum). Der Papillenschließmuskel (Sphincter Oddi) reguliert den Gallenfluss in den Darm je nach Bedarf, d. h. besonders zu Mahlzeiten. Wenn Galle im Darm nicht benötigt wird (so vor allem zur Fettverdauung und -resorption), wird sie in der Gallenblase zwischengespeichert. Zu den Mahlzeiten kommt es dann nicht nur zur Öffnung des Sphincter Oddi, sondern auch zu einer Gallenblasenkontraktion (Wirkung von Cholecystokinin). Nach einer Gallenblasenentfernung (Cholecystektomie) gibt es keine Gallereserve mehr. Um dann gelegentlich auftretende Verdauungsbeschwerden durch Gallemangel zu vermeiden, empfiehlt es sich, eher kleine und verteilte Mahlzeiten zu sich zu nehmen und Fett zu vermeiden.
[bearbeiten] Gallensalzabhängiger Gallenfluss
Die von den Hepatozyten gebildete Galle enthält als wesentlichen Bestandteil Gallensalze (Salze der Gallensäuren). Ihre Ausscheidung durch die Zellwand in die Gallenkapillaren bewirkt eine Mitnahme von Lösungswasser und führt damit alleine bereits zu einem Gallenfluss. Diese Fraktion kann durch therapeutische Gabe von Gallensalzen (z.B. UDCA) gesteigert werden (choleretische Wirkung). Die gallensalzabhängige Fraktion wird ausschließlich durch die Hepatozyten gebildet.
[bearbeiten] Gallensalzunabhängiger Gallefluß
Alle Gallenbestandteile außer den Gallensalzen, die aktiv in die Gallenkapillaren sezerniert werden, wie beispielsweise andere organische Moleküle, Bikarbonat oder Glutathion, führen ebenfalls durch Mitnahme von Lösungswasser zu einem Gallenfluß. Vor allem die Erhöhung der Bikarbonatsekretion steigert den Gallenfluss. Sekretin steigert, Somatostatin dagegen hemmt die Bikarbonatsekretion. Der gallensalzunabhängige Gallefluß kommt zum Teil durch die Hepatozyten und zum Teil auch durch die Zellen des Gallenwegssystems zustande.
[bearbeiten] Funktion der Galle
- Verdauung von Fett und der Resorption von lipophilen Substanzen, wie Fettsäuren und fettlöslichen Vitaminen
- Ausscheidung von höhermolekularen Stoffwechselprodukten, wie Bilirubin (was der Galle die grünliche Farbe verleiht), und von exogenen Substanzen, wie Medikamenten und ihren Abbauprodukten
- Das mit der Galle in den Darm sezernierte Immunglobulin A (IgA ) hat Schleimhautschutzfunktion.
[bearbeiten] Cholestase
Folge eines gestörten Abflusses der Galle ist die obstruktive Cholestase, der zu einem Verschlußikterus führt. Ebenso führt auch eine Bildungsstörung der Galle zu einem Stillstand (Stase) der Galle im ableitenden Gangsystem und damit zu einer Cholestase. In diesen Fällen kann eine parenchymatöse Leberkrankheit (z. B. eine Hepatitis oder eine dekompensierte Leberzirrhose) vorliegen.
[bearbeiten] Verweise
→ NEU: Gelbsucht? eDOC informiert darüber, was der Arzt fragt und was er denkt!




