Das Herz
[bearbeiten] Was das Herz ist
Das Herz ist ein etwa faustgroßer, etwa 350 g schwerer Hohlmuskel, der aus zwei Teilen besteht. Der rechte Teil funktioniert als Pumpe, die das Blut aus dem Körper in die Lungen pumpt. Der linke Teil ist ebenfalls eine Pumpe, welche das Blut aus den Lungen weiter in die große Körperschlagader (Aorta) und von dort über die kleineren Blutgefäße, die Arterien, in die Gewebe und Organe des Körpers pumpt. Er ist für die Aufrechterhaltung des Blutdrucks verantwortlich. Beide Herzhälften gehören zu einer organischen und funktionellen Einheit zusammen, die für den Blutkreislauf sorgen.
Beide Herzhälften sind aus einem Vorhof (Atrium, rechter Vorhof und linker Vorhof) aufgebaut, die das ankommende Blut sammeln, und aus einer Kammer (Ventrikel), die das Blut weiterpumpt. Um zu gewährleisten, dass das Blut nur in eine Richtung fließt, befinden sich am Eingang und am Ausgang der jeweiligen Kammer Klappen (Herzklappen). Das linke Herz hat deutlich mehr zu leisten als das rechte; entsprechend ist seine Muskulatur kräftiger (dicker).
Die muskuläre Tätigkeit der Herzhälften läuft koordiniert ab; wäre sie völlig unkoordiniert, so würde Kammerflimmern bestehen, das ineffizient und mit dem Leben nicht vereinbar wäre. Die Muskelkontraktionen werden durch ein Reizleitungssystem koordiniert. Es wird von einem herzeigenen Schrittmacher angesteuert; im gesunden Zustand ist dies der Sinusknoten, der im Bereich des rechten Vorhofs lokalisiert ist; er ist Taktgeber für die Herzaktionen. In seiner Aktivität wird er von den Erfordernissen des Körpers bestimmt: in Ruhe schlägt er langsamer, bei Belastung schneller. Vermittelt wird dies durch das unterbewusste Nervensystem: der Vagus verlangsamt, der Sympathikus beschleunigt. Und Hormone haben einen Einfluss: Adrenalin und Noradrenalin beschleunigen. Dies wird medikamentös in bestimmten Krankheitssituationen therapeutisch ausgenutzt.
[bearbeiten] Wenn das Herz krank ist
Bei Krankheiten des Herzens leidet seine Funktion: das Blut kann nicht im erforderlichen Umfang gepumpt werden, es wird insuffizient. Entsprechend der beiden Herzhälften gibt es eine Rechtsherzinsuffizienz, eine Linksherzinsuffizienz und, wenn beide Hälften betroffen sind, eine globale Herzinsuffizienz.
Zur Rechtsherzinsuffizienz: Für das rechte Herz bedeutet dies, dass sich das Blut in das Venensystem zurück staut. So kann es beispielsweise aus den Beinen oder der Leber nicht genügend abfließen, und es kommt zu Ausschwitzungen ins Gewebe. Es entstehen Wasseransammlungen in Form von Ödemen oder Bauchwasser (Aszites).
Zur Linksherzinsuffizienz: Für das linke Herz bedeutet dies, dass das Blut aus den Lungen nicht genügend abgepumpt und der große Kreislauf nicht genügend mit Blut versorgt werden kann. Durch die Stauung in die Lungen hinein (Lungenstauung) wird die Atmung beeinträchtigt (Dyspnoe), was sich zuerst bei Belastung bemerkbar macht (Belastungsdyspnoe). Durch die mangelnde Versorgung des großen Kreislaufs mit Blut kommt es zum Absinken des Blutdrucks. Er kann nicht mehr auf dem den Erfordernissen gemäßen Niveau gehalten werden. Dadurch kommt es zu Gegenregulationen im Körper, die alle das Ziel haben, den Blutdruck anzuheben. Dazu gehört beispielsweise eine Einschränkung der Urinproduktion und eine Ankurbelung der Herzaktion durch Hormone (Adrenalin) und das Nervensystem (Nervus sympathicus, kurz: Sympathicus). Solche Maßnahmen treffen jedoch auf ein krankes Herz, das eigentlich geschont werden muss. So ist ein wesentlicher Therapieansatz bei Herzkrankheiten, die mit einer Herzinsuffizienz einhergehen, diese eher schädlichen Gegenregulationen abzublocken.
[bearbeiten] Welche Herzkrankheiten gibt es?
Rein schematisch können die verschiedenen Einheiten des Herzens getrennt betrachtet werden:
- Krankheiten der Herzmuskulatur: z. B. Herzmuskelentzündung (Myokarditis), Amyloidose des Herzmuskels.
- Krankheiten der Herzklappen: Verengung (Stenosen) oder Undichtigkeit (Insuffizienz); sie können bei jeder Herzklappe auftreten (z. B. Aortenstenose, Aorteninsuffizienz, Mitralstenose, Mitralinsuffizienz, Trikuspidalinsuffizienz).
- Krankheiten des Reizleitungssystems: es kann insgesamt oder in Teilen und an verschiedenen Stellen blockiert sein oder es können falsche Leitungsbahnen zu Kreiserregungen führen (siehe unter Herzrhythmusstörung und absolute Arrhythmie).
- Herzkranzgefäße (Koronararterien): sie können verengt oder verschlossen sein mit der Folge von Herzinfarkt oder Herzengegefühl (Angina pectoris).
Für die Behandlungsmöglichkeiten stehen verschiedene Methoden zur Verfügung, die heute sehr wirkungsvoll sind: Medikamente, Kathetertechniken (Koronarangiographie, PTCA), Operationen, elektrophysiologische Techniken (wie Ablation, Schrittmacher etc.).
[bearbeiten] Verweise




