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Cholezystitis

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Einteilung und Definition

akute kalkulöse Cholezystitis (90-95%)

Akute Entzündung der Gallenblasenwand, die durch einen obstruktiven Stein im Ductus cysticus verursacht wird

akute akalkulöse Cholezystitis (5-10%)

Akute Entzündung der Gallenblasenwand ohne gleichzeitiges oder früheres Auftreten von Steinen

chronische Cholezystitis

Vorliegen der histologischen Zeichen der chronischen Entzündung der Gallenblasenwand ohne klinische Symptome

[bearbeiten] Ätiologie und Pathogenese

Steineinklemmung oder bestimmte Prädispositionen (s.u.) bewirken eine Stase der Galle in der Gallenblase und damit eine Viskositätserhöhung und Sludgebildung der Galle. Diese Veränderungen und eine gleichzeitig bestehende hypoxämische Schädigung der Gallenblasenwand führen zur Cholezystitis.

Prädispositionen für eine akute akalkulöse Cholecystitis: Operationen, Traumen, Verbrennungen, Sepsis, Zustand post partum bei Adipositas

[bearbeiten] Epidemiologie

akute kalkulöse Cholezystitis (Gallenblasenentzündung bei Steinnachweis)

40.-50.Lebensjahr, f>m


akute akalkulöse Cholezystitis (Gallenblasenentzündung ohne Steinnachweis)

ca. 65. Lebensjahr , m:f = 1,5-3,3:1

[bearbeiten] Klinik

Schmerzen im rechten Oberbauch oder Epigastrium, Schmerzausstrahlung kranial bis zum rechten Schulterblatt (Boas-Zeichen) bzw. in die rechte Schulter oder zwischen beide Schulterblätter; Schmerzverstärkung durch Bewegung, Fieber bis 38 ÂC, Ikterus (10-25%), Appetitlosigkeit, Übelkeit, Tachykardie, Erbrechen. Differenzialdiagnosen siehe unter Bauchschmerzen.

Bei der Palpation Druckschmerz unterhalb des rechten Rippenbogens, lokale Abwehrspannung bei tiefer Inspiration (Murphy-Zeichen), leichte Hepatomegalie (25%)

Der Schweregrad der Symptome korreliert nicht unbedingt mit dem Schweregrad der Entzündung!

Bei der akuten akalkulösen Cholezystitis werden diese Symptome wegen der Multimorbidität der Patienten oft übersehen.

Die chronische Cholezystitis verursacht keine spezifischen Symptome.

Weitere Informationen zur Cholecystitis: Differentialdiagnosen der akuten Cholezystitis



[bearbeiten] Diagnostik

[bearbeiten] Labor

Zeichen einer akuten (bakteriellen) Entzündung :

  • Leukozytose (12-16.000/mm3, manchmal weitaus stärker ausgeprägt),
  • CRP    stark erhöht,
  • alpha2-Globulinerhöhung (Elektrophorese),
  • Fibrinogenerhöhung
  • Amylase i. S. normal

-> Mehr zu Laborwerten bei Leberkrankheiten

[bearbeiten] Sonographie

Nachweis von Gallensteinen, Nachweis einer verdickten Gallenblasenwand, Vergrößerung der Gallenblase, mehrschichtig lamellierte Gallenblasenwand, pericholezystischer reflexarmer Randsaum

-> Mehr zur Sonographie der Leber

[bearbeiten] Röntgen

Abdomenleeraufnahme zum Nachweis von verkalkten Steinen (in ca. 15% positiv). Nachweis von Komplikationen wie pericholezystischer Abszess, Gallenblasenperforation, emphysematöse Cholezystitis oft nur durch CT    möglich

[bearbeiten] Hepatobiliäre Funktionsszintigraphie

Sie kann bei nicht eindeutigen klinischen Symptomen zur Diagnosesicherung dienen, ist jedoch in der Regel nicht erforderlich. Sie weist nicht die Cholezystitis direkt nach sondern die Füllbarkeit der Gallenblase mit frischer Galle. Erste diagnostische Untersuchungen sind immer die Sonographie und die Computertomographie.

  • Sensitivität für akute kalkulöse Cholezystitis 95%
  • Spezifität für akute kalkulöse Cholezystitis 98%
  • Sensitivität für akute akalkulöse Cholezystitis 68-100%

[bearbeiten] Diagnosealgorithmus

Diagnoseverdächtigung in erster Linie klinisch; Bestätigung und Nachweis von Komplikationen durch Laborbefunde und Sonographie, manchmal ergänzend radiologische Untersuchungen inkl. CT    notwendig

[bearbeiten] Komplikationen

Gallenblasenperforation (10%, Mortalität 10-20%)

  • in den subhepatischen Raum (50%, führt zum pericholezystischen Abszeß)
  • ins Leberparenchym (führt zum Leberabszess)
  • in den Gastrointestinaltrakt (15-20%, führt zur bilioenteralen Fistel)
  • in die freie Bauchhöhle (selten, führt zur galligen Peritonitis, Mortalität bis 40%)
  • gedeckt durch Netz oder Darmschlingen


bilioenterische Fisteln

  • cholezystoduodenale Fisteln (70-75%)
  • cholecystokolische Fisteln (15%)
  • cholecystogastrische Fisteln (5%) Gallensteinileus
  • durch Perforation eines großen Gallensteins in den Darm


Hämobilie

  • Sicherung der Diagnose einer Hämobilie durch Endoskopie (sichtbare Blutung aus der Papille)


eitrige Cholezystitis

  • kann zum Gallenblasenempyem führen, besonders häufig bei Diabetikern.


emphysematöse Cholezystitis

Die Cholezystitis kann chronisch verlaufen und in eine Schrumpfgallenblase oder Porzellangallenblase münden. Im Laufe der Jahre steigt das Karzinomrisiko (Gallenblasenkarzinom).



[bearbeiten] Therapie

[bearbeiten] Operativ

Cholezystektomie innerhalb von 24-48 Stunden

Mortalität: 4,3% bei kalkulöser Cholezystitis, 9,6% bei akalkulöser Cholezystitis

Die Möglichkeit einer operativen Therapie sollte sofort mit dem Chirurgen besprochen werden. Wenn zu spät operiert wird, erhöhen sich die operativen Schwierigkeiten durch die bereits eingetretenen Verwachsungen u.U. beträchtlich. Wahrscheinlich ist bei konsequenter Frühoperation die Mortalität wesentlich geringer als oben angegeben.

[bearbeiten] Konservativ

Nahrungskarenz, Volumen- und Elektrolytsubstitution, Schmerzbekämpfung (z. B. Butylskopolamin, Pentazozin, Pethidin, Tramadol)

Antibiotika bei komplikationsloser Cholecystitis: gegen Aerobier (z.B. Amoxicillin/Ampicillin plus Clavulansäure oder Sulbactam, Mezlocillin, Cefotiam)

Antibiotika bei emphysematöser Cholezystitis: gegen Aerobier und Anaerobier (zusätzlich z.B. Metronidazol)

-> Mehr zu Medikamenten

[bearbeiten] Verweise




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  Diese Seite wurde zuletzt am 7. Februar 2010 um 10:39 Uhr geändert.  


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