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Alkoholische Steatohepatitis (ASH)

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Definition

Durch Alkohol hervorgerufene Entzündung der Leber, meist zusammen mit einer vermehrten Leberzellverfettung auftretend

[bearbeiten] Pathogenese

In der Regel lagern die Leberzellen vermehrt Fett ein (alkoholische Fettleber). Durch Störung des Lipid- und Proteinstoffwechsels kommt es zu Zellballonierungen und Zelluntergängen unterschiedlicher Ausprägung, beginnend perivenös (deshalb oft auch GOT höher als GPT), dazu Infiltration polymorphkerniger Leukozyten, dann auch Ausbreitung über den gesamten Azinus. Wenn immunologische Reaktionen auftreten, tritt das Bild einer chronisch-aktiven Hepatitis auf mit Infiltrationen mononukleärer Zellen. Bei einem Teil der Patienten mit ASH kommen ähnliche pathogenetische Mechanismen wie bei der NASH    in Betracht. Offenbar steht die Entwicklung reaktiver Sauerstoffspezies (ROS) im Mittelpunkt, die in besonderem Ausmaß von Cytochrom P450 2E1, dem durch Alkohol induzierbaren Alkohol-abbauenden Enzym, produziert wird. ROS schädigen die Zellmembranen, die mitochondrialen DNA    und über sie alle mitochondrialen Stoffwechselprozesse wie die ß-Oxidation und die Atmungskette. Zudem finden sich bei der ASH häufig erhöhte Endotoxin-Spiegel und ein erhöhter Eisengehalt der Leber (dann Empfehlung der Bestimmung des Hämochromatose-Gens), so dass weitere Faktoren zu einer Leberschädigung beitragen können.

[bearbeiten] Verlaufsformen

[bearbeiten] Leichte, asymptomatische Alkoholhepatitis

Meist nur geringe Erhöhung der Transaminasen und der gamma-GT, manchmal auch leichte Erhöhung der alkalischen Phosphatase. Sonographisch meist bereits Fettleber erkennbar.

[bearbeiten] Chronische Alkoholhepatitis

Unspezifische Oberbauchsymptomatik, Mattigkeit, häufig starke Erhöhung der gamma-Globuline und von MCV und MCH, sonographische Zeichen einer Fettleber (siehe Sonographie)

[bearbeiten] Fulminante Alkoholhepatitis

Erhebliche Allgemeinsymptomatik, Ikterus, hepatische Enzephalopathie, Aszites.

Hohe Letalität (90%) durch akutes Leberversagen, Infektionen und hepatorenales Syndrom

[bearbeiten] Zieve-Syndrom

Ausgeprägte Alkoholhepatitis mit Hyperlipidämie (vor allem Hypertriglyzeridämie), Cholestase (durch hepatozelluläre Sekretionsstörung) und Hämolyse (bedingt durch Erniedrigung der Membranfluidität durch Lipidaustausch mit Blutlipiden).

-> Mehr zum Zieve-Syndrom



[bearbeiten] Klinik

Je nach Ausprägung findet sich ein breites Spektrum an Symptomen: In leichten Fällen keine besondere Symptomatik. In ausgeprägten Fällen Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Übelkeit, Ikterus (50%), Fieber (50%), Leukozytose (>50%), Zeichen portaler Hypertension (ggf. reversibel, wenn noch keine Leberzirrhose vorliegt), hepatische Enzephalopathie. Wenn sich bereits eine Leberzirrhose entwickelt hat, können deren Symptome und Komplikationen zu finden sein.

[bearbeiten] Therapie

  • Grundlage: Absolute Alkoholkarenz, ausreichende Ernährung (mit positiver Stickstoffbilanz), ggf. Intensivtherapie.
  • Kortikosteroide: In Fällen einer akuten subfulminanten ASH muß eine Prednisolonherapie erwogen werden (�... accepted medical treatment�. Current Opinion in Gastroenterology 1998; 14: 234-241). In einer Metaanalyse zeigten Patienten mit Kortikoidbehandlung ein deutlich höheres Überleben (84% +/- 3,4%) gegenüber solchen mit Placebobehandlung (65,1% +/- 4,8%)[1] Cave: Glukokortikoide können selbst zu einer Leberverfettung führen[2].
  • Pentoxifyllin: Es ist ein Inhibitor der TNF-Transcription. In einer großen Studie verbesserte es das Überleben um 40% und reduzierte die Incidenz des heaptorenalen Syndroms um 65-70%[3].
  • Neuere Entwicklungen lassen einen günstigen Effekt von Substanzen erwarten, die die Beweglichkeit der Zellmembranen verbessern (Membranfluidität) und antioxidativ wirken.

- S-Adenosylmethionin (SAME) ist erfolgversprechend[4]. Weitere Studien müssen abgewartet werden.

- Infliximab (Antikörper gegen TNF-alpha   ) scheint wirksam zu sein[5], birgt aber entscheidende Komplikationsrisiken, wie die Reaktivierung einer Tuberkulose, so dass die Indikation kritisch diskutiert wird[6].

  • Lebertransplantation: Im Endstadium einer Leberzirrhose kann eine Lebertransplantation in Frage kommen, wenn glaubhaft (meist über 1/2 Jahr) Abstinenz nachgewiesen werden kann.

[bearbeiten] Weitere Informationen

[bearbeiten] Patienteninformationen



[bearbeiten] Literatur

  1. Mathurin P et al. J Hepatol 2002; 36: 480-487
  2. Am J Gastroenterol 1999; 94: 3379
  3. Keane J et al. NEJM 2001; 345: 1098-1104
  4. J Hepatol 1999; 30: 1081-1089; Alcohol 2002; 27: 185-192
  5. Spahr L et al. J Hepatol 2002; 37: 448-456; Tilg H et al. J Hepatol 2003; 38: 419-425
  6. Poynard T et al. J Hepatol 2003; 38: 518-520





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  Diese Seite wurde zuletzt am 11. November 2009 um 19:48 Uhr geändert.  


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