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Gicht

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Inhaltsverzeichnis

[bearbeiten] Definition

Krankheit, die durch einen zu hohen Harnsäurespiegel im Blut ausgelöst wird.

[bearbeiten] Ätiopathogenese

Harnsäure entsteht durch Abbau von Purinen (Nukleinsäurebestandteil) und wird durch die Tubuli der Nieren aktiv in den Urin ausgeschieden. Eine zu hohe Konzentration im Blut ensteht durch vermehrte Bildung oder erniedrigte Ausscheidung.

Primäre Gicht: genetisch bedingte Störung der tubulären Harnsäuresekretion, hierbei Harnsäurebildung meist normal; selten auch vermehrte Harnsäurebildung als Ursache (u.a. Lesh-Nyhan-Syndrom).

Sekundäre Gicht: vermehrter Harnsäureanfall durch gesteigerten Zellumsatz (häufig bei Hämoblastosen und zerfallenden Tumoren).

Bei der Gicht kristallisiert Harnsäure in verschiedenen Organen und Geweben aus. Kristallaggregate sind die sog. "Tophi", die in der Haut sichtbar sind, sich aber auch im Bereich innerer Organe und Gewebe ablagern können. An Gelenken führen sie zu Destruktionen. Im Urin fallen sie bei saurem Milieu besonders leicht aus; Folge sind Harnsäuresteine (Uratsteine) mit der Folge von Nierenkoliken / Harnleiterkoliken.

[bearbeiten] Ursachen

Ursache eines erhöhten Harnsäurespiegels im Blut können sein:

  • erniedrigte Ausscheidung im Urin (häufigste Ursache meist chronischer Nierenschaden),
  • erhöhter Purinabbau in der Leber (beispielsweise durch Alkohol bedingt),
  • erhöhter Anfall von Purinen bei Zellzerfall, beispielsweise im Rahmen von Tumoren, besonders bei Chemotherapie-bedingtem Tumorzerfall
  • Defekt der Tubulusfunktion in den Nieren bei genetischer Störung der Harnsäureausscheidung (primäre Gicht),
  • Tubulusschädigung der Nieren durch Medikamente (z. B. Phenacetin, Cyclosporin)
  • stark erhöhte Purinzufuhr mit der Nahrung über "kernreiche" Kost (reich an Zellkernen), wie Leber oder sonstige Innereien,
  • genetischer Stoffwechseldefekt (ein vollständiger Mangel an Hypoxanthin-Guanin-Phosphoribosyl-Transferase liegt dem Lesh-Nyhan-Syndrom zugrunde).

[bearbeiten] Symptomatik

  • rasch (meist nachts) einsetzender Schmerz an einem Gelenk mit Schwellung, Rötung und Überwärmung (Gichtarthritis z. B. Podagra = am Großzehgrundgelenk)
  • gelegentlich dabei Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl, müssen aber nicht vorliegen,
  • Tophi (gelblich-weißliche Knötchen an der Haut bei chronischer Gicht (meist an Ohrläppchen, Fingern, Füßen); sie können Platzen und den Kristallbrei entleeren,
  • Nierenkolik / Harnleiterkolik durch Uratsteine
  • Uratnephropathie (Form der interstitiellen Nephritis) mit zunehmender Niereninsuffizienz mit den Folgen u. a. einer Hypertonie oder schließlich einer Urämie.

[bearbeiten] Diagnose

  • Labor: Hyperuricaemie (etwa 30% der Patienten mit akuter Gicht haben einen normalen Spiegel!), Retentionsparameter? Ggf. Harnsäureausscheidung im 24h-Urin,
  • Gelenkpunktion nur bei Zweifel an der Diagnose: Harnsäurekristalle?
  • Röntgen der betroffenen Gelenke: Gelenkdestuktionen, knöcherne Tophi?

[bearbeiten] Therapie

[bearbeiten] Akuter Gichtanfall

  • Colchicin (klassisches Medikament für diesen Fall) führt zu rascher Besserung der Gelenkschmerzen (Nebenwirkung: Durchfall).
  • NSAR sind wirksam (Nebenwirkungen Magenulkus und gelegentlich eine Nierenfunktionsverschlechterung). Coxibe sind wirksam (auch kardiale Nebenwirkungen möglich)
  • Cortikoide sind wirksam und unterdrücken die Entzündung; ggf. intraartikuläre Injektion (cave: Pyarthros, Sepsis).

[bearbeiten] Vorbeugung

Bei chronischer Gichtanlage Vermeidung von purinhaltiger Kost, medikamentöse Unterdrückung der Harnsäurebildung (Allopurinol) und Alkalisierung des Urins (z. B. durch Kaliumzitrat), erhöhte Trinkmenge (>2,5 l/d, je nach kardialer Belastbarkeit)

[bearbeiten] Verweise

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  Diese Seite wurde zuletzt am 19. Januar 2008 um 16:55 Uhr geändert.  


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