Symptome bei Leberkrankheiten

Juckreiz

Juckreiz bei chronischen und insbesondere cholestatischen Leberkrankheiten kann die Lebensqualität erheblich einschränken.

Der generalisierte Juckreiz ist ein vieldeutiges Symptom, das auf eine chronische Cholestase (wie z. B. bei der PBC oder PSC) hindeuten kann. Andere Differenzialdiagnosen sind allergische Hautreaktionen, die fortgeschrittene Niereninsuffizienz oder der Diabetes mellitus. Ursache des Juckreizes bei chronischen cholestatischen Lebererkrankungen scheinen Mediatoren zu sein, die im Zentralnervensystem die Juckreizschwelle senken. Opiatantagonisten wie Naloxon oder Naltrexon stellen eine Therapieoption dar. Es wird auch immer noch diskutiert, dass Gallesubstanzen sich in der Haut ablagern und direkt den Juckreiz verursachen. Neue Erkenntnisse lenken den Blick auf LPA und Autotaxin (siehe hier); Autotaxin-Antagonisten werden entwickelt.

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Ödeme

Bei Lebererkrankungen mit Syntheseleistungsstörungen (fortgeschrittene Leberzirrhose, fulminante Hepatitis) können Ödeme (Wassereinlagerungen in Haut und Bindegewebe) auftreten, die durch Albuminmangel im Blut zustande kommen (niedriger onkotischer Druck im Blut). Die wichtigste Differenzialdiagnose zu leberbedingten Ödemen ist die Herzinsuffizienz.

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Sexualstörungen

Die Leberzirrhose hat erhebliche Auswirkungen auf den Hormonhaushalt. Beim Mann überwiegen die Östrogene wegen Testosteronmangel (bei Hodenatrophie) und überdies einer oft gesteigerten Testosteronumwandlung in Östrogene (Aromatasewirkung). Es finden sich eine Gynäkomastie und eine Hodenatrophie, verbunden mit Libidoabnahme und Impotenz. Dies ist besonders häufig Folge einer Alkoholschädigung. Bei der Hämochromatose fehlt meist die Gynäkomastie.

Bei der Frau kommt es zu Zyklusstörungen und ebenfalls zu Libidoabnahme.

Stuhlgangsveränderungen

Stuhlgangsveränderungen bei Lebererkrankungen sind meist durch erhöhte Frequenz und breiige bis fettige Konsistenz gekennzeichnet. Sie sind in der Regel durch eine mangelhafte Fettverdauung und -resorption bedingt, die als Folge einer mangelhaften Gallebildung auftreten können. Es können Mangelzustände resultieren, speziell auch von fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K). Bei der primären sklerosierenden Cholangitis (PSC) besteht eine statistische Assoziation mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen, besonders mit der Colitis ulcerosa. Umgekehrt sollte bei einer Colitis ulcerosa immer auch an eine PSC gedacht werden.

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Verweise

Fachinfos

Patienteninfos