Symptome bei Leberkrankheiten

Fieber

Bei Fieber ist die Körpertemperatur >37,5 Grad Celsius (zentral gemessen). Fieber kommt vor bei Entzündungen (bakteriell, viral, autoaggressiv), Tumorerkrankungen, Zellzerfall aus anderen Ursachen (u. a. traumatisch), als Reaktion auf Medikamente oder auf endogene Substanzen (Ätiocholanolon?), oder es ist zentral bedingt. Selten ist die Ursache nicht klärbar (Vortäuschung ausschließen).

Folgende Konstellationen können auf die Fieberursache hindeuten:

  • Fiebertyp: Wenn Temperaturerhöhungen bei Lebererkrankungen auftreten, sind sie meist subfebril und enthalten keine Spitzen. Höheres Fieber oder Fieber mit Spitzen deutet auf bakterielle Infektionen, Bakteriämien oder gar auf eine Septikämien hin und findet sich häufig bei der eitrigen (bakteriellen) Cholangitis (Gallenwegsentzündung) oder bei Leberabszessen (Eiteransammlung in der Leber).
  • Fieber und Leukozytenzahl: Differenzialdiagnostisch verwertet werden muss bei Fieber immer auch die Leukozytenzahl (Zahl der weißen Blutkörperchen). Wenn sie erhöht ist (Leukozytose), spricht dies für eine bakterielle Infektion; ist sie normal oder erniedrigt, kann ein Virusinfekt vorliegen.
  • Fieber und Schmerzen: Akute rechtsseitige Oberbauchschmerzen mit hohem Fieber sind verdächtig auf eine bakterielle Cholezystitis und Cholangitis.

Gallenkolik

Eine Gallenkolik ist ein äußerst heftiger Schmerz im rechten Oberbauch, der meist nach 20-30 Minuten von selbst abflaut.

Ursache: Verkrampfung der glatten Muskulatur des Gallenwegssystems um Gallensteine herum. Der Urin ist anschließend für kurze Zeit dunkler als normal, und deutet damit auf einen vorübergehenden Verschluss der Gallenwege hin. Mehr siehe unter Gallenkolik.

Weitere Informationen: Gallensteinleiden, Bauchschmerzen

Gelbsucht

Gelbsucht (Ikterus) ist ein Zeichen mangelhafter Galleausscheidung. Dazu siehe unten unter “Ikterus”


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 Gelenkbeschwerden

Gelenkbeschwerden können bei vielen Lebererkrankungen auftreten. Beispiele sind die Arthropathie im Prodromalstadium der akuten Hepatitis B oder bei der Hepatitis C, der Autoimmunhepatitis, der Hämochromatose oder der primären biliären Zirrhose (PBC) (Patienteninformationen zur PBC). Chronische Lebererkrankungen gehen häufig mit einer zunehmenden Osteopenie einher, die auch einen Gelenkverschleiß (Arthrose) fördert.

Gewichtszunahme

Unterschieden werden müssen eine echte Gewichtszunahme durch Zunahme von Körpersubstanz und eine Zunahme durch Wassereinlagerung. Bei Lebererkrankungen kann die Wassereinlagerung als Ödeme (Eiweißmangel) und als Aszites (Eiweißmangel und portale Hypertension) in Erscheinung treten.

Mehr dazu siehe hier.

Gynäkomastie

Ausbildung einer Brustdrüsenvergrößerung beim Mann (Gynäkomastie), z. B. bei einer Leberzirrhose.

→ Mehr dazu siehe hier.


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Hautbefunde

Bei Lebererkrankungen können eine Reihe von Hauterscheinungen auftreten. Dazu gehören

bei Leberzirrhose:

  • Geldscheinhaut (papierdünn, knitterig, oft mit großflächigen Einblutungen)
  • Leberhautzeichen (Spidernävi, Weißnägel, Lacklippen, Lackzunge, Palmarerythem)
  • Haarverlust auf Brust und Abdomen (Feminisierung des Behaarungstyps)

bei Hämochromatose

  • Hyperpigmentationen (inkl. der Handlinien)

bei primär biliärer Zirrhose (PBC)

bei Leberzirrhose und Hyperglobulinämie oder Kryoglobulinämie

  • Purpura

bei Cholestase

bei gemeinsamer Grunderkrankung

  • Exantheme

bei Porphyria cutanea tarda

  • Hyperpigmentierung und Blasenbildung an lichtexponierten Stellen

bei Leberzirrhose Child C mit Thrombopenie und Mangel an Gerinnungsfaktoren und besonders bei der Porphyrie

  • hämorrhagische Diathese (Blutungen nach minimalen Traumen)

Hirnleistungsstörung, Enzephalopathie

Bei fortgeschrittenen Lebererkrankungen kann es zu einer zunehmenden Hirnleistungsstörung (hepatische Enzephalopathie) kommen. Sie beginnt mit Konzentrationsschwäche und Müdigkeit. Es können schwerere Hirnleistungsstörungen folgen. Dazu gehören Einschränkungen der Rechenfähigkeit, des Kurzzeitgedächtnisses, der Koordination und der Feinmotorik. Bei weiterer Einschränkung der Hirnleistung kommt es zu Lethargie, groben Fehlbeurteilungen, örtlicher und zeitlicher Desorientierung und schließlich zur Bewusstseinseintrübung und zum Koma. Ursachen können portosystemische Shunts mit Hyperammoniämie (erhöhter Ammoniakspiegel, siehe unter Laborwerte der Leber) sein, aber auch ein Thiaminmangel.

Ikterus

Ein Ikterus (Gelbsucht) kann durch Hämolyse (Blutzerfall) oder durch mangelhafte Bildung oder eine Abflussstörung der Galle zustande kommen.

→ Dazu Weiteres:


eDOC Ikterus: Was kann das sein? Hilfe zum Verständnis