Refluxkrankheit

Symptomatik

Die Symptomatik kann blande, aber auch ausgeprägt sein. Häufig werden Sodbrennen (besonders im Liegen und beim Bücken), saures oder bitteres Aufstoßen und retrosternaler Druck angegeben und auch über Schluckbeschwerden geklagt.

Sodbrennen empfinden nur etwa 20% der Menschen mit Reflux. Etwa 1/3 aller Menschen verspüren im Laufe eines Jahres Sodbrennen, 5-10% sogar täglich. In fortgeschrittenem Stadium können Symptome durch narbige Stenosen wie Dysphagie und das Gefühl, dass Nahrung stecken bleibt, hinzu kommen.

Differentialdiagnostisch muss bei retrosternalen Beschwerden an eine Angina pectoris und damit an eine koronare Herzkrankheit gedacht werden.

Bei einer Refluxkrankheit sollte immer auch nach Symptomen von Folgekrankheiten gefragt werden:

  • eine Sinusitis kann sich durch eitrigen Nasenschleim und Kopfschmerzen bemerkbar machen,
  • eine Laryngitis macht sich durch Stimmveränderung und Hüsteln bemerkbar,
  • rezidivierende Tracheobronchitiden und eine chronische Bronchitis sind durch Husten und Auswurf gekennzeichnet.

Folgen eines Refluxes

Durch Reflux können Erkrankungen des Respirationstrakts und der Nasennebenhöhlen ausgelöst und unterhalten werden:

Barrett-Metaplasie: Chronischer Reflux kann zu einer Umwandlung der Schleimhaut (Metaplasie) führen. Statt des Zylinderepithels findet man histologisch Plattenepithel (Barrett-Syndrom). Es handelt sich dabei um dysplastischen Schleimhautveränderungen, die Vorstufen zum Ösophaguskarzinom darstellen. Das Ösophaguskarzinom im unteren Abschnitt der Speiseröhre ist meist aus einer Zylinderzellheterotopie einer Barrett-Metaplasie entstanden und daher in der Regel histologisch ein Adenokarzinom.

Diagnostik

Anamnese

  • In der Regel weist die Symptomatik von Sodbrennen bereits auf die richtige Diagnose.
  • Patienten mit chronischer Bronchitis oder Laryngitis (Kehlkopfentzündung), die nicht rauchen, sollten hinsichtlich einer Refluxkrankheit (nächtlicher Reflux!) befragt und untersucht werden.

Spiegelung der Speiseröhre

Aussagekraft einer Spiegelung: Durch eine Spiegelung (Endoskopie) der Speiseröhre (Ösophagoskopie, durchgeführt im Rahmen einer Magenspiegelung) kann

erkannt werden.

Ziel der Spiegelung ist die Erkennung einer Entzündung der Schleimhaut und eines Barrett-Ösophagus, d. h. von metaplastischen Veränderungen, die als Prädisposition für ein Ösophaguskarzinom gelten. Um solche Schleimhautmetaplasien besser zu erkennen, werden spezielle Methoden angewendet, so das “narrow band imaging” (NBI) und die Chromoendoskopie (mit Essigsäure, Indigokarmin oder Cresylviolett), optimalerweise in Kombination mit einer Zoom-Endoskopie.

Vorteil der Endoskopie ist die Möglichkeit der Entnahme von gezielten Gewebeproben zur histologischen Überprüfung oder die Möglichkeit zur vollständigen Entfernung einer suspekten Stelle durch Mukosektomie. Kurzstreckige Metaplasien (Short-Barrett unter 3 cm Länge) sind weniger gefährlich hinsichtlich einer Karzinomrisikos als langstreckige Metaplasien (Long-Barrett über 3 cm Länge).

Zur Methode der Spiegelung im einzelnen siehe hier.

Manometrie

Die Manometrie lässt einen reduzierten Druck des unteren Sphinkters erkennen.

pH-Metrie

Die pH-Metrie weist einen sauren Reflux durch pH-Wert-Erniedrigung im unteren Ösophagus nach.

Röntgen-Breischluck

Diese Methode zeigt in leichter Kopftieflage den Reflux direkt und weist auch eine oft vorliegende Hiatushernie nach.

EKG und Belastungs-EKG

Sie dienen der Differentialdiagnostik kardial bedingter retrosternaler Beschwerden. Eine koronare Herzkrankheit darf nicht übersehen werden. Refluxbeschwerden können einer Angina pectoris sehr ähneln.


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