Morbus Crohn – einfach erklärt

Welche Beschwerden an einen Morbus Crohn denken lassen sollten

Der Morbus Crohn beginnt meist schleichend. Je nach Lokalisation und Ausdehnung der Entzündung können die Symptome unterschiedlich intensiv ausfallen. Wenn folgende Symptome im jungen Alter auftreten, dann gehört der Morbus Crohn zum Spektrum der Krankheiten, an die gedacht werden muss, speziell wenn in der Familie Mitglieder ebenfalls „etwas mit dem Darm“ haben.

  • Durchfälle: Wenn er den Dickdarm betrifft, können auch bei noch geringem Befall schon frühzeitig Symptome wie Bauchbeschwerden und Durchfälle auftreten.
  • Bauchkrämpfe: Wenn er dagegen im Dünndarm beginnt, so kann er lange symptomlos bleiben. Oft kommt es erst dann zu Beschwerden, wenn sich der Dünndarm durch die chronische Entzündung verengt, so dass heftige Bauchkrämpfe entstehen.
  • Schmieren am Darmausgang: Eine Seltene, aber sehr unangenehme Lokalisation ist der Darmausgang. Hier bilden sich oft Fisteln, die ständig nässen und beim Stuhlgang Schmerzen verursachen können.

Viele Symptome wie vermehrte Müdigkeit und Blähungen (Flatulenz) sind sehr unspezifisch und lassen

  • Gelenkschmerzen: Manchmal treten Gelenkbeschwerden oder Kreuzschmerzen als erstes auf; die begleiten manchmal die Entzündung im Darm schon dann, wenn sie selbst noch keine Beschwerden bereitet.

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Wie der Morbus Crohn diagnostiziert wird

Wenn der Verdacht auf einen Morbus Crohn im Raume steht, so sollte ihm auch rasch nachgegangen werden. Oft wird nach folgender Reihenfolge vorgegangen:

  • Erfragung der Vorgeschichte (Anamnese): Der Verdacht auf einen Morbus Crohn kommt auf, wenn eine familiäre Belastung vorliegt, der Patient noch jung ist und eine typische Symptomatik, wie häufige Bauchkrämpfe oder Durchfälle, die nicht von selbst wieder verschwinden, auftreten. Für den Verdacht müssen nicht alle Kriterien vorliegen.
  • Körperliche Untersuchung: Eine Untersuchung des Bauchs kann verschiedene Befunde ergeben: in einem frühen Stadium kann der Bauch weich, eindrückbar und ohne Resistenzen sein. Bei Durchfällen, können krankhafte Darmgeräusche hörbar sein. In späteren Stadien können Resistenzen tastbar sein, die auf einen Tumor hindeuten (erst einmal ohne Wertung, ob gut- oder bösartig).
  • Ultraschalluntersuchung des Bauchraums (Sonographie): Sie lässt gegebenenfalls Veränderungen an den großen Bauchorganen und solide Gewebsmassen erkennen. Am Darm werden Segmente mit einer verdickten und vermehrt durchbluteten Darmwand gesucht (siehe unter Darmsonographie). Sind sie zu finden, deuten sie schon recht gut auf einen Morbus Crohn als Ursache.
  • Dickdarmspiegelung (Koloskopie, bzw. Ileokoloskopie): Mit ihr lassen sich die typischerweise vereinzelt liegenden kleinen Entzündungsherdchen im Dickdarm und im untersten Teil das Dünndarms (terminales Ileum) erkennen. Sind die Geschwüre noch sehr flach und klein, können sie mit keiner anderen diagnostischen Methode so gut erkannt werden. Die Koloskopie ermöglicht eine gezielte Entnahme von Gewebeproben für eine mikroskopische Untersuchung, von der im Falle einer noch bestehenden Unsicherheit eine Klärung erwartet wird.
  • Dünndarmuntersuchungen: Zur Untersuchung des Dünndarms auf einen Crohn-Befall kommen primär die Magenspiegelung (Gastroskopie) und die Dickdarmspiegelung in Frage. Sind jedoch auch Herde in dem langen, mit diesen Methoden nicht erreichbaren Bereichen des Dünndarms zu diagnostizieren, dann kommen zudem weitere Untersuchungen in Frage, wie Enteroskopie, Kapselendoskopie, Sellink-Untersuchung oder MR-Sellink. Die Kapselendoskopie kommt jedoch nur in Betracht, wenn eine Darmverengung sicher genug zuvor ausgeschlossen werden kann, in der die Kapsel stecken bleiben und einen akuten Darmverschluss (Ileus) verursachen kann.
  • Sonderuntersuchungen: Konzentriert sich die Diagnose auf einen Morbus Crohn, so werden auch immunologische Parameter im Blut bestimmt. Zu ihnen gehören ANA und ANCA. Sind andere Organe mitbeteiligt, wie die Haut, die Leber oder Gelenke, so sind weitere Laborwerte und eventuell bildgebende Untersuchungen und konsiliarische Mitbetreuungen durch Ärzte anderer Fachrichtungen angezeigt.

Was die mikroskopische Untersuchung aussagt

Gewebeproben, die bei einer Spiegelung aus dem Magendarmkanal an den entzündeten Stellen entnommen wurden, ergeben unter dem Mikroskop typischerweise eine sog. granulomatöse Entzündung, wobei die Darmwand in ihrer gesamten Dicke einbezogen ist. Es werden Ansammlungen von Entzündungszellen (Granulome) gesucht, die bestimmte typische Zellen und Zellformationen aufweisen und stark für die Diagnose eines Morbus Crohn sprechen. Sie sind allerdings nicht in jeder Gewebeprobe nachweisbar, so dass eine einzelne Histologie nicht immer zur Klärung beiträgt.