Magenkarzinom

Diagnostik des Magenkarzinoms

CT-Querschnitt durch den Oberbauch. Der Magen ist zuvor mit Flüssigkeit gefüllt worden; er ist auf dem rechten Bild blau umrahmt. So lässt sich eine ins Magenlumen vorwachsende Raumforderung erkennen (Pfeile). Es muss bereits zu einer Aussaat von Tochtergeschwülsten gekommen sein, denn es besteht Aszites. In der Leber lässt sich im vorliegenden Schnitt keine Raumforderung erkennen.

Die Diagnostik wird meist erst durch eine unspezifische Oberbauchsymptomatik, eine ungeklärte Eisenmangelanämie oder einen Routinetest (FOBT) auf okkultes Blut im Stuhl eingeleitet. Seltener kommt es zu Bluterbrechen und Blutstuhl (Differentialdiagnosen siehe unter Gastrointestinale Blutung).

Gastroskopie und Biopsie

Meist sind Magenkarzinome als polypöse derbe Erhabenheiten, oder exulzerierende, blutende Prozesse leicht erkennbar. Aufmerksam muss man werden bei einem Riesenulkus und einem nicht oder schlecht heilenden Ulkus. Bei ihnen muss multipel biopsiert und ggf. auch nachendoskopiert werden. Geachtet werden muss auch auf starre Wandbezirke, selbst wenn dort makroskopisch kein Tumor erkennbar ist. Starre Wandbezirke mit makroskopisch praktisch normaler Schleimhaut können Ausdruck eines submukös wachsenden szirrhösen Karzinoms bzw. eines Siegelringkarzinoms sein (Linitis plastica). Sie können einer oberflächlichen Schleimhautbiopsie entgehen. Die gezielte Biopsie mit einer Jumbozange an einer Stelle mit größerer Wandstarre oder mit endosonographisch verdickter Wand bietet eine größere Chance, in der Histologie den gesuchten Krebsbefund zu ergeben.

Röntgen-Doppelkontrast

Er lässt polypöse Tumoren und Wandstarren meist gut erkennen. Bei kleinen Ulcera kann die Dignität nicht sicher beurteilt werden.

Endosonographie

Die Endosonographie lässt auch tiefer gelegene, intramurale und organüberschreitende Prozesse sowie lokoregionäre Lymphknoten erkennen, was für die Stadieneinteilung entscheidend ist, speziell wenn Fernmetastasen im CT noch nicht erkennbar sind.

Laparoskopie

Die Laparoskopie (Bauchspiegelung) wird häufig zur Metastasensuche, speziell bei Verdacht auf eine peritoneale Aussaat eingesetzt. Als Minilaparoskopie ist die Methode wenig belastend und sehr aussagekräftig. Dennoch wird sie wegen der immer höheren Aussagekraft der bildgebenden Verfahren nicht mehr häufig angewendet.

Computertomographie

Mit der Computertomographie (CT) werden Ausdehnung des Tumors, Lymphknoten- und Organmetastasen erkannt.

Laborwerte

Metastasensuche

Röntgen des Thorax 2 E (Lungen- und Knochenmetastasen), Sonographie (Leber-, Ovarial-, Nebennieren-, Lymphknotenmetastasen), ggf. zerebrales CT, Oberbauch-CT, gynäkologische Untersuchung (Krukenberg-Tumor des Ovars als intraperitoneale Abtropfmetastase eines Magenkarzinoms)

Genetische Analyse

Mutationen im E-Catherin-Gen (CDH1), im PALB2-Gen und im CTNNA1-Gen sind mit familiären Formen des Magenkarzinoms assoziiert. 1) 2018 Dec;3(12):874-883. doi: 10.1016/S2468-1253(18)30237-1. 2) 2015 Apr;1(1):23-32. doi: 10.1001/jamaoncol.2014.168.


→ Über facebook informieren wir Sie über Neues auf unseren Seiten!


Differenzialdiagnosen

  • “Übersehen” eines Karzinoms: Das Siegelringkarzinom kann endoskopisch schwer zu erkennen sein, wenn es im Sinne einer Linitis plastica intramural wächst; es kann lediglich eine gewisse Wandstarre oder eine Schleimhautfaltenschwellung (wie bei einer Gastritis ) auffallen. Die Endosonographie und die Computertomographie können klären. Eine histologische Untersuchung einer großen und tief reichenden Gewebeprobe (z. B. durch Zangenbiopsie) ist erforderlich.
  • Magengeschwür: Ein Ulkus, das schlecht oder nicht heilt, ist malignomverdächtig (wiederholte Biopsie und ggf. Endosonographie erforderlich, bei längerem Verlauf chirurgische Exploration mit Resektion).
  • Magenlymphom: Ein Magenlymphom kann sich ganz ähnlich wie ein GIST nur durch eine submuköse Raumforderung bemerkbar machen. Eine Endosonographie kann weiter klären. Bei fortgeschrittenem Lymphom kann ein Ulkus mit Blutungsneigung entstehen. Eine definitive Klärung erfolgt durch Biopsie.
  • GIST: Gastrointestinale Stromatumoren (GIST) sind oft als kleine submuköse Knötchen erkennbar und gelegentlich eine Differentialdiagnose zum Magenkarzinom.

Weiter bei NEXT


Literatur   [ + ]

1. 2018 Dec;3(12):874-883. doi: 10.1016/S2468-1253(18)30237-1.
2. 2015 Apr;1(1):23-32. doi: 10.1001/jamaoncol.2014.168.