Laborwerte bei Leberkrankheiten

Laborwerte bei Leberkrankheiten (weiter)

Blutbild

Das Blutbild besteht aus

Mehr zu Blutbild auch hier und unter Differenzialblutbild.

MCV

MCV bedeutet mittleres Zellvolumen der Erythrozyten. Es wird berechnet durch Bildung des Quotienten aus Hämatokrit und Erythrozytenzahl. Es ist ein wesentliches Kriterium zur Differenzierung der verschiedenen Anämieformen. In der Hepatologie ist eine Makrozytose bei Verdacht auf Alkoholschädigung der Leber ein diagnostisches Puzzlestein, das den Verdacht bestärken kann.

Normalwert: 80-96 Kubikmikrometer

Erniedrigung des MCV (Mikroozytose)

Ursache: zusammen mit Hypochromie Hinweis auf Eisenmangel

Erhöhung des MCV (Makrozytose)

Ursachen:

Mehr dazu siehe unter MCV.

MCH (HbE)

MCH bedeutet mittlerer zellulärer Hämoglobingehalt eines Erythrozyten.Er errechnet sich aus dem Quotienten aus Hämoglobin (pg pro Mikroliter) und der Erythrozytenzahl (pro Mikroliter).

Normbereich 28-33 pg/Erythrozyt

Erhöhte Werte sind äquivalent einer Hyperchromie der Erythrozyten im Ausstrichpräparat. In der Hepatologie ist eine hyperchrome Makrozytose bei Verdacht auf Alkoholschädigung der Leber ein diagnostisches Puzzlestein, das den Verdacht bestärken kann.

Mehr dazu siehe unter MCH.

Retikulozyten

Bestimmungsmethoden: Mikroskopie oder Flow-Zytometrie

Normbereich: 5-20 pro 1000 Erythrozyten

Beurteilung: zur Bewertung muss die absolute Erythrozytenzahl herangezogen werden. Eine relative Retikulozytenzahl von 10 wäre bei normalen Erythrozytenzahlen normal, bei Anämie jedoch zu gering.

Beim Zieve-Syndrom findet sich begleitend vielfach eine Hämolyse mit erhöhter Retikulozytenzahl.

Mehr siehe unter Retikulozyten.

Haptoglobin

Akute-Phase-Protein und Transportprotein für Hämoglobin (bei Hämolyse) ins RES

Methoden: Immunreaktion (Nephelometrie, Immundiffusion)

Normalbereich 50 – 330 mg/dl

Erniedrigt

<50 mg/dl

Bedeutung: Hämolyse

Sensitivität bei Werten <25% über 80% und Spezifität über 90%.

Ursachen einer Hämolyse :

  • immunhämolytisch,
  • mikroangiopathisch,
  • mechanisch (Stent, mechanische Herzklappe),
  • medikamentös (G-6-PDH-Mangel)
  • infektiös (Malaria)
  • Fehltransfusion
  • Zieve-Syndrom
  • Autoimmunhämolyse
  • diffuse intravasale Gerinnung (DIC) z. B. bei Sepsis

Erhöht

(>330 mg/dl);

Bedeutung: Entzündungen

Beim Zieve-Syndrom findet sich begleitend vielfach eine Hämolyse mit erhöhter Retikulozytenzahl.

Mehr dazu siehe unter Hämolyse und Haptoglobin

Triglyzeride

Normalbereich: kleiner 200 mg/dl

Erhöhung

Schon mäßig erhöhte Triglyzeridspiegel können auf Dauer eine Fettleber verursachen.

Starke Erhöhung

  • bei Chylomikronämien (Typen I und V nach Fredrickson); bei Werten über 1000 mg/dl können eine Pankreatitis und auch sonst ungeklärte Oberbauchschmerzen auftreten; zudem sind manchmal extreme Triglyzeridspiegel (über das 5fache der oberen Normgrenze).

Stark erhöhte Triglyceride sind manchmal Ursache einer Hämolyse und eines Zieve-Syndroms.

Zu Triglyceriden siehe auch unter Fettstoffwechselstörung und unter Triglyceride.

Cholesterin

Normalwerte: Erwachsene ohne Risikofaktoren für eine Arteriosklerose < 200 mg/dl (5,2 mmol/l). Risikofaktoren, wie Hypertonie, Adipositas, Hypothyreose oder Diabetes mellitus erfordern deutlich niedrigere Werte.

Zu Cholesterin iehe auch unter Cholesterin, Blutfette, Hyperlipoproteinämie und Fettstoffwechselstörung.

CDT

Akronym für “Carbohydrat-defizientes Transferrin”, Marker für Alkoholabusus über längere Zeit mit hoher Sensitivität (um 90%) und Spezifität (> 95%). Acetaldehyd (Abbauprodukt des Alkohols) verhindert die Glykosylierung der Transferrinvorstufe in der Leber.

  • Normalwert: < 5%
  • Grenzbereich: 5-6%
  • Erhöht: > 6%

Die Werte beginnen bei täglichem Konsum von >50 g Alkohol anzusteigen.

Zu Alkohol und Leber siehe auch unter Alkoholtoxische Leberschädigung.

Verweise

Fachinfos


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Patienteninfos

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).