Hilfsprojekt in einem Flüchtlingslager in Jordanien

Das Projekt in Ramtha ist richtig groß, dementsprechend auch die Anzahl der Internationalen und das zugehörige Guesthouse. Dort fehlt es an wenig bis nichts: Mehrere Zimmer teilweise mit geteilten Badezimmern, große Küche (es wird gekocht für uns, außer am Freitag – das ist ja jetzt „unser“ Sonntag hier – da kocht das Team selbst und macht den Abwasch), Veranda, zwei zugelaufene Katzen (eine davon schon mein bester Freund für den Abend). Neues Kennenlernen, Hausordnung verstehen, professionelle Rollen einsortieren, neue Inputs verarbeiten. In solchen Projekten gibt es immer ein kontinuierliches Kommen und Gehen, es gibt also immer ein paar alte Hasen und immer „Frischfleisch“.

Ramtha liegt nur 5km von der (seit langem nicht mehr offiziell geöffneten) Grenze zu Syrien entfernt. Und nicht selten sieht und hört man wohl vom Haus aus auf den Anhöhen die Bomben einschlagen. Was an sich schon sicher schauerlich ist – und zumeist für die Mitarbeiter im Krankenhaus in den Folgetagen viel Arbeit bedeutet. Aber gestern war es ruhig (wie in den letzten Tagen häufig)  – und so kann man sich beim besten Willen nicht vorstellen, wie nah man an dem Ganzen ist. Zumal die Jordanier selbst (und die vielen hunderttausend Flüchtlinge in dieser Gegend) erstmal unheimlich ruhig damit umgehen. Das Leben geht weiter.