Herzinsuffizienz

Diagnostik

Die Beurteilung einer Herzinsuffizienz stützt sich im Wesentlichen auf die Erhebung der körperlichen Leistungsfähigkeit und der klinischen Zeichen (wie gestaute Halsvenen, auskultatorische Zeichen einer Lungenstauung, Ödeme), der klinischen Herzuntersuchung (z. B. Herzgröße, Beurteilung des Spitzenstoßes, präkordiales Tapping, Galopprhythmus) und der technischen Untersuchungen (Herzecho: Herzgröße, akinetische Zonen, Behinderung der Kammerfüllung, Klappeninsuffizienzen, Ejektionsfraktion).

Differenzierung

Insuffizienz des

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Entstehungsmechanismus. Meist stehen folgende Maßnahmen im Vordergrund [1]:

Eine Dauertherapie der leichten bis mittelschweren Herzinsuffizienz mit Enalapril (ein ACE-Hemmer) senkt das Mortalitätsrisiko um 16% [2]. Eine zusätzliche Medikation eines Betablockers senkt das Risiko zu sterben um über 30% [3]. Der Mineralocorticoidantagonist Eplerenon reduziert das Mortalitätsrisiko der milden Herzinsuffizienz von 15,5 auf 12,5% [4].

Die Kombination eines AT1-Blockers mit einem Neprilysinhemmer scheint eine weitere günstige Therapieoption darzustellen, wie eine große Studie ergeben hat (siehe hier).

Behandlung eines Vorhofflimmerns

Vorhofflimmern verstärkt eine vorbestehende Herzinsuffizienz. Lässt sie sich durch Katheterablation beheben, so steigt die Herzkraft und es sinkt zudem die Mortalität auf etwa die Hälfte. 1)N Engl J Med 2018; 378:417-427 DOI: 10.1056/NEJMoa1707855

Perspektive zur Behandlung einer ischämischen Herzinsuffizienz

Eine neue Perspektive zur Behandlung einer Ischämie-bedingten Herzinsuffizienz stellen Knochenmarksstammzellen dar.  In einer Studie wurde bei Patienten mit einer Herzinsuffizienz Stadium NYHA III und IV und einer Ejektionsfraktion (Auswurffraktion bei einem Herzschlag) von ≤ 35% spezielle Knochenmarkszellen (CD90+ mesenchymale Stammzellen und CD45+ CD14+ aktivierte Makrophagen) durch Kathetertechnik unter das Endokard injiziert. Ziel war die Anregung einer Gefäßaussprossung, d. h. eine Revaskularisierung des Myokards. Die  Zellen wurden aus dem eigenen Knochenmark der Patienten gewonnen 2)Henry TD et al. Cell Transplant. 2016 Mar 22. [Epub ahead of print]. In dieser Studie an 126 Patienten, die durch einen implantierten automatischen Defibrillator abgesichert waren, traten in der Gruppe mit Injektion dieses Zellgemischs deutlich weniger kardiale Ereignisse (38 Ereignisse bei 22 von 58 Patienten in 22 Monaten) als in der Gruppe mit einer Placeboinjektion (50 Ereignisse bei 25 von 51 Patienten) auf, was einer 37%igen Reduktion des Ereignisrisikos entspricht 3)Lancet. 2016 Apr 5. pii: S0140-6736(16)30137-4. doi: 10.1016/S0140-6736(16)30137-4.


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Verweise

Folgende Krankheiten oder Symptome kommen häufig im Zusammenhang mit der Herzinsuffizienz vor:

Patienteninfos

Literatur

  1. ? Am J Cardiovasc Drugs. 2011 Jun 1;11(3):153-71
  2. ? N Engl J Med 1991;325:293-302
  3. ? N Engl J Med 2001;344:1651-1658
  4. ? N Engl J Med. 2011 Jan 6;364(1):11-21


Literatur   [ + ]

1. N Engl J Med 2018; 378:417-427 DOI: 10.1056/NEJMoa1707855
2. Henry TD et al. Cell Transplant. 2016 Mar 22. [Epub ahead of print]
3. Lancet. 2016 Apr 5. pii: S0140-6736(16)30137-4. doi: 10.1016/S0140-6736(16)30137-4