EHEC-Infektion

Klinischer Verlauf

Die Inkubationszeit beträgt um etwa 3 Tage, kann aber auch bis an die 10 Tage sein.

Die Krankheit beginnt mit wässriger Diarrhö, dabei häufig Darmkrämpfe; es werden vermehrt Leukozyten im Stuhl gefunden. Bei schwerem Verlauf verschlimmert sich die Symptomatik innerhalb von etwa 2 Tagen zu blutiger Diarrhö (reinem Blutstuhl) und heftigen Bauchkrämpfen. Häufig treten dabei (meist geringes) Fieber, Übelkeit und Erbrechen auf. Der enterale Blutverlust kann zur Bluttransfusionen veranlassen. Innerhalb weiterer 1-3 Tage kann es zu ständigen Bauchschmerzen oder peritonitischen Bauchschmerzen kommen. Spätestens hier sollte eine Überwachung auf einer Intensivstation erfolgen. Die Darmwandungen des Kolons verdicken sich durch entzündlich-ödematöse Schwellung, was in der Computertomographie und in der Darmsonographie erkennbar ist. In diesem Zeitrahmen kann sich auch eine Nierenbeteiligung und Hirnbeteiligung entwickeln, klinisch erkennbar durch Einschränkung der Urinausscheidung und durch Somnolenz (Schläfrigkeit, Eintrübung), Lähmungen und zerebralen Krämpfen. Je nach Schwere des Krankheitsbildes muss nun darüber nachgedacht werden, ob eine Toxinreduktion im Blut durch Plasmapherese erfolgen sollte. In besonders schweren Einzelfällen wurde erfolgreich Eculizumab (Soliris®) verabreicht (s.u.).

Die Symptomatik ist bei Kindern und Jugendlichen meist ausgeprägter als bei Älteren, bei denen die Infektion blande verlaufen kann. Der Verlauf kann in schweren Fällen lebensbedrohlich sein.

Extraintestinale Komplikationen einer EHEC-Infektion:
Die Erkrankung kann in schweren Fällen durch Beteiligung einer Reihe innerer Organe besonders schwer und lebensbedrohlich verlaufen. Gefürchtet sind besonders folgende Komplikationen:

Hämolytisch-urämisches Syndrom

Das hämolytisch urämische Syndrom (HUS) macht sich durch Verschlechterung des Allgemeinzustandes, Erbrechen, Bauchschmerzen, Ikterus und Hämorrhagien (petechiale Blutungen, thrombotisch-thrombozytopenische Purpura, Blutpunkte in der Haut) der Haut und Einschränkung der Urinproduktion bemerkbar [4]. Auch kann blutiger Urin auftreten.

Laborchemisch findet sich eine Hämolyse mit zunehmender Anämie und einer rasch zunehmende Nierenfunktionseinschränkung (Niereninsuffizienz). Die Nierenschädigung wird durch eine thrombotische Mikroangiopathie (Verstopfung kleinster Blutgefäße durch Blutgerinnsel) ausgelöst. Sie führt häufig zur Dialysepflichtigkeit und ist meist nicht voll reversibel. Auch bei weniger schweren Fällen bleiben häufig eine Proteinurie und eine Hypertonie als Spätfolgen.

Seltenere Komplikationen

Eine akute Pankreatitis kann klinisch, sonographisch und laborchemisch (durch Erhöhung der Lipase) diagnostiziert werden und zu einer chronischen Pankreatitis führen. In diesem Rahmen kann auch ein Diabetes mellitus auftreten.

Eine Enzephalitis (Entzündung des Gehirns mit Hirnödem) kann zu Krämpfen, Einschränkungen des Bewusstseins (bis zum Koma) und neurologischen Ausfällen führen.

Atemnot kann durch Einbeziehung der kleinsten Blutgefäße in den Lungen auftreten.


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