EHEC-Infektion

Übertragung von EHEC

Quelle einer EHEC-Infektion sind meist kontaminiertes Trinkwasser und kontaminierte Lebensmittel [3], wie rohe oder unzureichend pasteurisierte Milch, verschiedenste Nahrungsmittel (z. B. Lammfleisch, Rohwürste), die (direkt oder über den Umweg unreiner Hände, Fliegen?) mit Tierkot kontaminiert sind. Auch ist eine Kontamination von Salaten oder Gemüse durch Gülle auf dem Feld möglich. Eine Ansteckung von Mensch zu Mensch erfolgt bei unzureichenden Hygienemaßnahmen; daher ist bei der Betreuung Kranker mit EHEC-Infektion extreme Hygiene notwendig (Hände waschen, Einmal-Gummihandschuhe). Schon geringste Keimkonzentrationen von 10-100 Bakterien führen wegen der Säureresistenz der Erreger (unbeschädigte Magenpassage) zur Infektion. Hauptreservoir der EHEC sind Tierausscheidungen von Wiederkäuern (besonders von Rindern, aber auch von Schafen, Ziegen und anderen Tieren).

Die Infektionen erfolgen häufig ausbruchartig, wobei die Verbreitung der Erkrankung der der kontaminierten Nahrungsmitteln durch das jeweilige Verteilernetz folgt. Jeder infizierte Mensch ist selbst wieder eine potentielle Infektionsquelle.

Daher Isolationspflicht im Erkrankungsfall!

Infektion, Shiga-Toxin

EHEC heften sich an die Schleimhaut des Dickdarms an und führen zu einem Epitheldefekt. Sie produzieren ein oder mehrere Shigatoxine (Stx), die über die Mukosa in den Körper gelangen. Im Dickdarm sind sie für eine vaskuläre Schädigung (Schädigung von Blutgefäßen im Darm, den Nieren und anderen Organen) verantwortlich, die in schwereren Fällen zur hämorrhagischen Kolitis (blutige Dickdarmentzündung) mit blutigen Durchfällen (Diarrhö) und zum hämolytisch-urämischen Syndrom führt (s.u.).

Mehr zum Shiga-Toxin siehe hier.

Diagnostik

Jede akute Diarrhö insbesondere bei blutigem Stuhl stellt eine Indikation zur bakteriologischen Untersuchung dar; Patienten aus der Lebensmittelbranche bzw. dem Gaststättenbetrieb sollten immer untersucht werden. Diarrhö und HUS (hämolytisch-urämisches Syndrom) mit Nierenversagen sind verdächtig auf EHEC-Infektion.

Die Diagnostik erfolgt durch PCR auf Toxingene und den Toxinnachweis durch ELISA. Der Shigatoxin-2-Nachweis über ELISA im Stuhl (auch in Lebensmitteln und in Kulturen) ist rasch durchführbar.

Der Verozelltest weist Shiga-Toxine nach, indem ihre zellschädigende Wirkung mikroskopisch sichtbar wird. Der Test ist recht sensitiv, dauert aber 1-3 Tage.

Ein kultureller Nachweis der Shiga-Toxin produzierenden Kolibakterien ist möglich, indem das in der Kultur produzierte Toxin nachgewiesen wird. Die Bakterien selbst zeigen ansonsten praktisch gleiche oder sehr ähnliche Wachstumseigenschaften auf Nährböden wie die in der normalen Kolonflora befindlichen Koli-Bakterien. Besondere diagnostisch und für selektive Kulturbedingungen verwertbare Eigenschaften sind die Säureresistenz, eine Beta-Glucuronidase zu bilden und Sorbit abzubauen.


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