Diabetes mellitus – einfach erklärt

Welche Folgen der Diabetes haben kann

Hohe Blutzuckerspiegel haben erhebliche Konsequenzen. Selbst kurzzeitige Blutzuckerspitzen nach Mahlzeiten, die etwas höher als bei Normalpersonen ausfallen, können schon zu ersten Veränderungen im Körper führen. Man weiß heute, dass sie beim Typ-2-Diabetes bis zu 10-15 Jahre vor der Erkennung der Krankheit beginnen können.

Verengung kleinster Blutgefäße

Die Folgen eines lang dauernd erhöhten Blutzuckers betreffen in erster Linie die kleinen Blutgefäße praktisch des gesamten Körpers; dies wird als diabetische Mikroangiopathie bezeichnet. Diese kleinsten Blutgefäße verengen sich, was bewirkt, dass der Widerstand für den Blutfluss steigt. Die Folgen sind je nach betroffenem Organ oder Stromgebiet unterschiedlich. Wichtige Beispiele sind:

  • Das Herz: die Durchblutung der Herzmuskulatur nimmt ab, die Belastungsgrenze sinkt, es kommt zur Herzinsuffizienz.
  • Die Nieren: es kommt zu Undichtigkeiten der Blutgefäße der Nierenkörperchen, die das Blut filtern. Es kann zu einem Eiweißverlust mit dem Urin kommen, der zu Eiweißmangel im Blut führen kann. Zudem kann die Nierendurchblutung in der Weise sinken, dass die Filtrierfunktion nicht mehr ausreicht, was zu einer Niereninsuffizienz führt (diabetische Nephropathie). Eine mangelhafte Durchblutung der Nieren hat zudem die Folge einer Gegenregulation durch den Körper, der die Durchblutung so lange wie möglich in ausreichendem Maß aufrecht erhalten will. Dies versucht er durch Erhöhung des Blutdrucks zu erreichen. Patienten mit Diabetes Typ 2 bekommen daher oft einen Bluthochdruck (Hypertonie).
  • Die Füße: Die Durchblutung auch der Füße nimmt ab. Wenn an ihnen eine kleine Verletzung auftritt, so heilt sie nicht mehr so gut. Es können sogar große offene Geschwüre auftreten, die sich infizieren und einen lebensgefährlichen Infektionsherd für den gesamten Körper darstellen können. Wegen der Wichtigkeit dieser Komplikation wurde sie mit dem Begriff „diabetisches Fußsyndrom“ belegt. Füße müssen bei Diabeteskranken besonders gepflegt werden, insbesondere dann, wenn bereits eine Durchblutungsstörung vorliegt.
  • Die Nerven: Die Nerven werden von kleinsten Äderchen mit Blut versorgt. Sinkt die Sauerstoff- und Nährstoffversorgung durch Verengung im Rahmen des Diabetes, so kommt es zu Störungen der Nervenfunktionen: der Patient empfindet Schmerzen oder Ameisenlaufen, manchmal auch nur eine gewisse Taubheit, so dass er kleine Verletzungen nicht spürt. Dies wird als „diabetische Neuropathie“ bezeichnet und trägt zu nicht unwesentlichem Teil auch zum diabetischen Fußsyndrom bei.
  • Das Auge: Die Veränderungen an den kleinen Blutgefäßen des Körpers können am Auge direkt durch Spiegelung beobachtet werden. Es entwickelt sich eine „diabetische Retinopathie“, bei der die Sehkraft (der Visus) dramatisch abnehmen und die zur Erblindung führen kann.

Verengung großer Blutgefäße

Die mittleren und großen Arterien des Körpers sind bei Menschen mit Diabetes für eine Arterienverengung (durch Arterienverkalkung, Arteriosklerose) anfällig (diabetische Makroangiopathie), besonders wenn der Blutdruck erhöht und der Fettstoffwechsel gestört ist. Beides findet sich beim Diabetes mellitus Typ 2 (Diabetes bei Übergewicht, Altersdiabetes) sehr häufig. Die Arteriosklerose führt zu Verengungen (Stenosen) und lokalen Gerinnseln (Thromben), was schwerwiegende Folgen für die Stromgebiete der betroffenen Gefäße hat. Wichtige Beispiele sind:

  • Das Herz: Eine Arteriosklerose der Herzkranzgefäße mit Verengungen führt zu Herzschmerzen (Angina pectoris) und erhöht das Risiko eines Herzinfarkts.
  • Das Gehirn: Die Schlagadern, die zum Gehirn führen, können gefährliche arteriosklerotische Verengungen entwickeln, die das Risiko für einen Schlaganfall steigern.
  • Die Beine: Verengungen der Beinarterien führen zu Schmerzen beim Laufen. Das ständige Stehenbleibenmüssen wird als Schaufensterkrankheit bezeichnet. Die Verschlechterung der Blutversorgung der Füße trägt zum diabetischen Fußsyndrom bei. Es können sich Geschwüre bilden, die schlecht heilen.
  • Die Nieren: Eine Verengung der Nierenarterien führt zu einer verminderten Nierendurchblutung. Der Körper versucht die Engen durch Erhöhung des Blutdrucks zu überwinden; so erklärt sich die Entstehung einer Hypertonie.

Schädigung des Gehirns

Patienten mit einem metabolischen Syndrom (Übergewicht, erhöhter Blutdruck, Fettstoffwechselstörung) und einer Zuckerkrankheit haben häufiger als normal einen Leistungsabfall des Gehirns bis hin zur Entwicklung einer Demenz und einer Alzheimer-Krankheit (siehe auch unter Altern). Oft wird der Beginn nicht rechtzeitig erkannt. Wichtig ist es gerade auch aus diesem Grunde, konsequent das Gewicht zu reduzieren (siehe auch unter Ernährung bei Adipositas und Gewichtsreduktion durch Operation): dies bessert den Zuckerstoffwechsel, normalisiert die körpereigene Insulinproduktion und reduziert wahrscheinlich das Demenzrisiko.


→ Über facebook informieren wir Sie über Neues auf unseren Seiten!