Darmkrebs – einfach erklärt

Wie sich Darmkrebs bemerkbar macht

Darmkrebs führt selten zu frühen Warnzeichen; auch sind ihre Vorstufen, die Darmpolypen, meist symptomlos. Daher sind Vorsorgeuntersuchungen so wichtig! Sie sind auch bei Menschen anzuraten, die sich wohl fühlen und deren Stuhlgang völlig unauffällig ist, die aber ein erhöhtes Risiko tragen (s. u.) oder bei denen Warnsymptome auftreten. Warnsymptome sind:

  • Blut im oder am Stuhl: Nur in seltenen Fällen wird man durch ein Symptom aufgeschreckt: Blut am Stuhl oder mit dem Stuhl vermischt. Dies ist durchaus nicht immer ein Zeichen für Krebs; aber Krebs ist die wohl wichtigste und schwerwiegendste Ursache davon und vor allem bei älteren Menschen eindringliches Warnsymptom. (Siehe auch unter Blut am Stuhl)
  • Bleistiftdünne Stühle: Wuchert der Krebs ins Darmlumen vor und engt er es ein, kann es zu bleistiftdünnem Stuhl kommen. Dies ist vor allem dann der Fall, wenn der Darmkrebs in der Nähe des Darmausgangs gelegen ist. (Siehe auch unter Stuhlgang.)
  • Bauchschmerzen: Ist die Einengung hochgradig und arbeitet der Darm heftig gegen sie an, um den Darminhalt hindurchzupressen, können krampfartige Bauchschmerzen verspürt werden (siehe unter Bauchkrämpfe). Krampfartige Bauchschmerzen, die immer wieder auftreten, müssen daher auf ihre Ursache hin untersucht werden.
  • Herabgesetztes Allgemeinbefinden: Wenn Krebs fortgeschritten ist und schon Tochtergeschwülste (Filiae) aufgetreten sind, kann er das Allgemeinbefinden anhaltend beeinträchtigen. Oft treten eine unerklärliche Müdigkeit, Appetitlosigkeit und Gewichtsabnahme auf. Dies gilt für praktisch alle Krebsarten, auch für Darmkrebs. Daher wird in diesen Fällen meist eine allgemeine Tumorsuche durchgeführt. Zu ihr gehört auch eine Dickdarmspiegelung.

Wer gefährdet ist

Jährlich treten um 500.000 neue Darmkrebsfälle in Deutschland auf – leider mit steigender Tendenz. Das Darmkrebsrisiko betrifft vor allem ältere Menschen; es steigt ab etwa dem 50. Lebensjahr deutlich an. Dies gilt für den „sporadischen Darmkrebs“, die häufigste Art von Darmkrebs, die jeder Mensch bekommen kann. Als sporadisch wird Darmkrebs dann bezeichnet, wenn keine besondere familiäre Häufung vorliegt.

Ältere Menschen mit einer unklaren Eisenmangelanämie gehören zu den Risikopatienten, da in einer beträchtlichen Zahl von Fällen Darmkrebs die Ursache ist.

Hohe Gefährdung bei familiärer Häufung von Darmkrebs

In seltenen Fällen findet man Darmkrebs, der familiär gehäuft vorkommt und eine genetische Grundlage hat. Er tritt meist schon in jungen Jahren auf und verläuft gefährlicher: er wächst schneller, bildet früher Tochtergeschwülste, wird meist zu spät entdeckt und führt zu frühzeitigerem Tod.

Von den genetisch determinierten Darmkrebstypen ist

Menschen, in deren enger Blutsverwandtschaft Darmkrebs in jüngeren Jahren zu finden ist, tragen ein hohes Darmkrebsrisiko.

Ein erhöhtes Risiko durch eine familiäre Belastung z. B. mit HNPCC oder FAP lässt sich heute durch genetische Tests nachweisen. Und ein solcher Test sollte auch in Anspruch genommen werden, um im Einzelfall Klarheit zu schaffen. Denn ein positiver Befund hat Auswirkungen auf die Behandlung und die Überwachungshäufigkeit. Eine molekulargenetische Beratung ist in jedem Fall anzuraten.