Colitis ulcerosa

Extraintestinale Manifestationen

Die häufigsten Mitbeteiligungen extraintestinaler Organe und Strukturen bei der Colitis ulcerosa sind [19]:

Es gibt eine Reihe weiterer Manifestationen oder Mitbeteiligungen, deren Assoziation weniger eng ist, wie beispielsweise solche

  • an den Lungen (z. B. karnifizierende Pneumonie) oder
  • an den Nieren (sekundäre Amyloidose, Nierensteine).

Die Behandlung dieser Manifestationen entspricht nicht immer der der floriden Colitis ulcerosa sondern bedarf gesonderter Maßnahmen.


→ Über facebook informieren wir Sie über Neues auf unseren Seiten!


Therapie

Therapieziel ist die Normalisierung der Schleimhaut: Die vollständige Ausheilung eines Schubs mit endoskopischer und histologischer Normalisierung der Schleimhaut ist offenbar die beste Vorsorge vor einem Relaps (Wiederauftreten). Daher sollte ausreichend intensiv und lange behandelt werden. Die Therapiemöglichkeiten sind heute so gut, dass auch schwere Schübe meist gut beherrscht werden können. Unter ausreichender und gut kontrollierter Therapie ist die Prognose der Erkrankung meist gut. Oft kann Arbeitsfähigkeit erreicht oder erhalten werden.

Standardtherapie: Die Behandlung der Colitis ulcerosa hat die Beherrschung der Entzündung und ihrer Komplikationen zum Ziel. Zu den Medikamenten, die bei leichten und mittelschweren Verläufen zum Einsatz kommen, gehören Kortison-Präparate und Azathioprin. Mittelschwere und schwere Verläufe, die auf diese Medikation nicht ausreichend ansprechen, kommen für den Einsatz von Biologika, wie Infliximab oder Adalimumab, in Betracht.
Genaueres zur Therapie siehe hier.

Weitere Therapieoptionen: Der Enzymhemmer Tofacitinib mindert der dosisabhängig die Entzündung und steigert die Lebensqualität 1)BMC Gastroenterol. 2015; 15: 14. Die Stuhltransplantation ist in Einzelfällen eine Option, wenn andere Regime versagen. Sie wirkt über eine Änderung der Bakterienflora des Darms. 2)PLoS One. 2016; 11(6): e0157259..

Diät: Die Behandlung in der Phase eines Schubs und auch die Remissionsphase sollte durch diätetische Maßnahmen unterstützt werden:

  • mehr Ballaststoffe,
  • weniger Kohlenhydrate, speziell weniger Zucker und Stärke,
  • weniger tierisches Fett,
  • keine Milch

Stuhltransplantation: Eine Stuhltransplantation ist bei einigen Darmkrankheiten erfolgreich, so beispielsweise bei einer Infektion mit Clostridium difficile. Bei der Colitis ulcerosa dagegen beschränken sich positive Ergebnisse auf Tierversuche 3) 2016 Aug;61(8):2262-71. doi: 10.1007/s10620-016-4060-2 und Einzelbeobachtungen am Menschen. 4) 2018 Apr;16(2):209-215. doi: 10.5217/ir.2018.16.2.209 Studien zeigen einen beschränkten Erfolg 5). 2018 Winter; 11(1): 1–8. mit Remission unter 30% bei einem beachtenswerten positiven Ergebnis im Kontrollarm (5 und 10%). 6)Gastroenterology. 2015 Jul; 149(1):102-109.e6 7)Gastroenterology. 2015 Jul; 149(1):110-118.e4.

Zur Stuhltransplantation siehe hier.

Mehr zur Therapie siehe hier.


→ Über facebook informieren wir Sie über Neues auf unseren Seiten!


Verweise

Fachinfos

Patienteninfos

Literatur

Übersicht: Dtsch Arztebl Int 2009; 106(8): 123-133

  1. ? Inflamm Bowel Dis. 2007 Mar; 13(3):254-61
  2. ? N Engl J Med. 2009 Nov 19;361(21):2066-78
  3. ? Gastroenterology. 2011 May;140(6):1704-12
  4. ? Gastroenterology. 2011 May;140(6):1704-12
  5. ? Inflamm Bowel Dis. 2011 Mar;17(3):831-48
  6. ? PLoS One. 2013 Nov 13;8(11):e80602. doi: 10.1371/journal.pone.0080602.
  7. ? World J Gastroenterol. 2005 Mar 28;11(12):1759-63
  8. ? Planta Med. 2013 Jan;79(2):102-9
  9. ? Proc Natl Acad Sci U S A. 2007 Aug 21; 104(34):13780-5.
  10. ? Inflamm Bowel Dis. 2012 May;18(5):913-24
  11. ? Gut 1998; 43: 29-32
  12. ? Journal of Crohns and Colitis March 2008; 2: 1-23
  13. ? Int J Cancer 2008: 123: 1417-1421
  14. ? Gastroenterology. 2006 Apr; 130(4):1039-46
  15. ? Clin Gastroenterol Hepatol. 2012 Jun; 10(6):639-45
  16. ? World J Gastroenterol. 2013 Nov 21;19(43):7561-8
  17. ? Journal of Crohns and Colitis March 2008; 2: 1-23
  18. ? Therap Adv Gastroenterol. 2013 Sep;6(5):371-80
  19. ? Gastroenterol Hepatol (N Y). 2011 Apr;7(4):235-41

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 


Literatur   [ + ]

1. BMC Gastroenterol. 2015; 15: 14
2. PLoS One. 2016; 11(6): e0157259.
3. 2016 Aug;61(8):2262-71. doi: 10.1007/s10620-016-4060-2
4. 2018 Apr;16(2):209-215. doi: 10.5217/ir.2018.16.2.209
5. . 2018 Winter; 11(1): 1–8.
6. Gastroenterology. 2015 Jul; 149(1):102-109.e6
7. Gastroenterology. 2015 Jul; 149(1):110-118.e4.