Chronische Hepatitis B

Klinik

Bei Erstdiagnose weisen Patienten mit einer chronischen Hepatitis B in 2/3 der Fälle keine Symptomatik oder nur unspezifische Symptome auf. Sie kann sich ganz atypisch durch eine extrahepatische Organbeteiligung, wie einer Immunkomplexnephritis (IgG, Komplement und HBsAg in der Basalmembran), Hypersensitivitätsangiitis (ähnlich der Polyarteriitis nodosa) bemerkbar machen.

Bei Anwesenheit von Hepatitis-B-Virionen (Dane-Partikeln) kann es selten zu Purpura, Arthralgie oder Kryoglobulinämie kommen.

Diagnostik

Labor

Der auffälligste Befund, der zu weiterer Diagnostik veranlasst, ist eine anhaltende Erhöhung der Transaminasen, wobei die GPT (ALAT) hoher als die GOT (ASAT) ausfällt.

Serologie

Die Hepatitis-Serologie mit Bestimmung der Hepatitis-B-Marker bestätigt die Diagnose einer Hepatitis B.

Histologie

In der Histologie der Leber, die nach einer über 6-monatigen Laufzeit meist durchgeführt wird, finden sich Zeichen der chronischen Hepatitis, spezifische Milchglas(ground glass)-Hepatozyten, die Orcein-positiv (= Aldehyd-Fuchsin) sind (Orcein zeigt HBsAg und elastische Fasern an).

Im histologischen Schnitt kann durch immunhistochemische Spezialfärbungen HBsAg nachgewiesen werden. Das Core-Antigen (HBcAg) findet sich immunhistochemisch im Kern, jedoch nur solange es nicht ins eigene Genom der Zelle integriert ist.

Mehr zur Leberhistologie siehe hier.

Nachweis einer Leberfibrose und einer Leberzirrhose

Für Prognose und Therapie ist der frühzeitige Nachweis einer fortschreitenden Leberfibrosierung und Zirrhosebildung wesentlich. Als Goldstandard dafür wird die Minilaparoskopie mit Leberbiopsie angesehen. Allerdings sind eine Reihe nichtinvasiver Methoden entwickelt worden, die eine fortgeschrittene Leberfibrose (am sichersten ab Stadium 3) und eine Leberzirrhose erkennen lassen.Dazu gehören laborchemische Fibrosemarker, sonographische Methoden, der Fibroscan und die MR-Elastographie.