Autismus-Spektrum-Störungen

Diagnosestellung eines Autismus

Die Diagnose eines ASD beruht ausschließlich auf Anamnese und Verhaltensbeobachtung und dem Ausschluss von somatischen Erkrankungen als Ursache. Zur Diagnosefindung werden folgende Störungen und Auffälligkeiten herangezogen:

  • Soziale Beeinträchtigung: Menschen mit Autismus können soziale und emotionale Signale nur schwer einschätzen und haben ebenso Schwierigkeiten, diese auszusenden. Deshalb sind ihre Reaktionen auf Gefühle anderer Menschen selten angemessen, und sie haben Schwierigkeiten, ihr Verhalten an eine soziale Situation anzupassen.
  • Kommunikationsstörungen: Auch die Entwicklung des Sprachgebrauchs und des Sprachverständnisses ist betroffen: Autistischen Menschen fällt es schwer, etwa ihre Sprachmelodie oder ihre Tonlage an die Situation anzupassen. Ebenso verwenden sie kaum Gestik, um den Sinn einer Aussage zu unterstreichen. Dies führt zu Schwierigkeiten in der direkten Kommunikation mit anderen Menschen.
  • Repetitives Verhalten: Alltägliche Aufgaben führen Autisten meist starr und routiniert aus. Häufig finden sich wiederholende und stereotype Verhaltensmuster, Interessen und Aktivitäten.

Um die Diagnosestellung möglichst objektiv zu gestalten, werden standardisierte Fragebögen verwendet. Verbreitet ist CARS (childhood autism rating scale). Der Beurteilung liegen 15 Eindrücke über das zu beurteilende Kind zugrunde, die mit 1 bis 4 Punkten bewertet werden:

  • Beziehung zu anderen Menschen,
  • Imitation,
  • emotionale Resonanz,
  • körperliche Geschicktheit,
  • Geschicktheit beim Gebrauch von Gegenständen,
  • Anpassungsfähigkeit bei veränderten Gegebenheiten,
  • Resonanz auf Gesehenes,
  • Resonanz auf Gehörtes,
  • Resonanz auf Tasten, Schmecken, Berührung,
  • Furcht, Nervosität,
  • verbale Kommunikation,
  • nichtverbale Kommunikation,
  • Aktivität,
  • Stärke und Konsistenz einer intellektuellen Antwort,
  • allgemeiner Eindruck.

Die Summe der Punkte kann zwischen 15 und 60 liegen. Die Rating-Scale wurde mehrfach modifiziert. Ein Cut-off zur Unterscheidung der Autismus-Spektrum-Störungen von PDD-NOS wurde bei 2-jährigen Kindern beispielsweise bei 32 und bei 4-jährigen Kindern bei 30 als am besten gefunden, für die Unterscheidung zwischen PDD-NOS und “normal” bei 25,5 [63]. Es wird vermutet, dass das Asperger-Syndrom und PDD-NOS mit dem “high-functioning”-Autismus überlappen, so dass diese Untergruppen aufgrund solcher Bewertungsskalen vielfach nicht gut unterscheidbar sind [64].