Aszites

Therapie

Die Therapie richtet sich nach der Ursache. Eine Übersicht über Fortschritte der Therapie von massivem Aszites findet sich unten [4].
→ Details zur Aszites Therapie

Bei einer Leberzirrhose als Ursache gelten die Prinzipien der Behandlung der durch sie bedingten portalen Hypertension (siehe hier).

Diätetische Maßnahmen

Bei hepatogenem Aszites besteht die Basistherapie im Wesentlichen aus Kochsalzrestriktion und Limitierung der Flüssigkeitsaufnahme über das normale Maß hinaus (1,2-1,5 l/d).

Diuretika

Eine Diuretika-Therapie (Spironolacton, Schleifendiuretika) kann notwendig werden, wenn diätetische Maßnahmen nicht mehr ausreichen. Aquaretika können eine neue Option zur Behandlung werden. [5]

Paracentese

Bei massivem Aszites muss eine Paracentese in Betracht gezogen werden; dabei werden große Flüssigkeitsmengen durch Punktion abgelassen. Bei niedrigem Albuminspiegel (oft erkennbar an gleichzeitig vorliegenden Ödemen) sollte Albumin durch Infusion ersetzt werden.

Peritoneovenöser Shunt

Wenn Aszites gegen medikamentöse Therapie refraktär ist oder häufig rekurriert, sind invasive Maßnahmen zu erwägen. Ein peritoneovenöser Shunt (PVS) kann in Frage kommen, wenn keine wesentliche portale Hypertonie (gering ausgeprägte Ösophagusvarizen, guter Blutfluss in der Portalvene im Duplexsonogramm) und eine niedrige Albuminkonzentration im Plasma vorliegen. Der PVS hat bedeutende Komplikationsgefahren (u. a. Verbrauchskoagulopathie), so dass seine Indikation beschränkt bleibt (siehe dort).

TIPSS

Ein TIPSS (transvenöser intrahepatischer portosystemischer Stentshunt) kann indiziert sein, wenn eine ausgeprägte portale Hypertension besteht [6].

LTX (Lebertransplantation)

Therapierefraktärer Aszites kann unter Umständen eine Indikation für eine Lebertransplantation(LTX) sein, sofern die Grundkrankheit “im Griff” ist und kein Malignom (z. B. ein ausgedehnteres HCC, hepatozelluläres Karzinom) vorliegt (siehe hier).

Therapie des pankreatogenen Aszites

Beim pankreatogenen Aszites gibt es keine allgemein akzeptierten Therapievorschläge. Eine Arbeit über retrospektive Fälle weist positive Effekte operativer Maßnahmen oder transpapillärer Stenteinlagen auf, nicht aber medikamentöser Maßnahmen (inklusive Somatostatinanaloga wie Octreotid) [7].

Therapie des malignen Aszites

Aszites durch intraperitoneale Metastasierung eines bösartigen Tumors ist oft weitgehend therapieresistent. Er läuft nach Ablssen des BAuchwassers (Paracentese, s. u.) nach, solange Tumorzellen im Bauchraum wachsen, d.h. eine Peritonitis carcinomatosa besteht. Eine Verlängerung der Abstände der einzelnen Paracentesen kann in Einzelfällen durch eine Antikörpertherapie mit Catumaxomab (Removab ®) erreicht werden.

Prognose

Die Prognose des Aszites hängt von der Grundkrankheit ab. Maligner Aszites beispielsweise ist per se ein schlechtes Zeichen quo ad vitam z. B. bei Pankreaskarzinom, nicht dagegen unbedingt beim Ovarialkarzinom.

Aszites bei einer rechtskardialen Stauungsleber kann durch die Herzkrankheit oder auch durch eine sekundäre Leberzirrhose mit ihren Komplikationen bestimmt sein.

Aszites bei einer akuten Pankreatitis verschwindet mit Ausheilung der Entzündung wieder.

Das Auftreten von Aszites bei einer Leberzirrhose im Rahmen einer portalen Hypertension ist prognostisch ungünstig. Die Letalität ist dann besonders hoch, wenn eine spontane bakterielle Peritonitis oder Diuretikaresistenz eintritt und sich ein hepatorenales Syndrom entwickelt. Eine Niereninsuffizienz beschränkt die Prognose und das Ansprechen einer Therapie.


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Verweise

Leberzirrhose-Kompendium

Weitere Fachinfos

 


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Patienteninfos

 

Literatur

  1. ? Dtsch Arztebl 2000; 97: A 2789-2792
  2. ? Hepatology 2003; 37: 897-901
  3. ? Assouad J et al. Ann Thorac Surg 2003; 75: 986-989
  4. ? Gerbes AL, Gulberg V. World J Gastroenterol 2006; 28: 516-519
  5. ? Curr Opin Gastroenterol. 2007 May;23(3):275-82
  6. ? Senzolo M et al. Eur J Gastroenterol Hepatol 2006; 18: 1143-1150
  7. ? Gomez-Cerezo J et al. Am J Gastroenterol 2003; 98: 568-577

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).