Alzheimer-Demenz

Risikofaktoren der Alzheimer-Demenz

Risikofaktoren für die Alzheimer-Demenz sind:

  • familiäre Belastung (nahe Blutsverwandte mit Alzheimer-Demenz),
  • zunehmendes Alter: über dem 65sten Lebensjahr verdoppelt sich das Risiko alle 5 Jahre,
  • Schädelhirntrauma (s. o.),
  • Faktoren des Lebensstils und der Umwelt.

Diagnostik, Differenzialdiagnosen

Die Diagnose einer Alzheimer-Demenz wird in höherem Alter wegen häufiger Begleiterkrankungen nicht immer korrekt gestellt. Wichtig ist es, sich zunächst darüber klar zu werden, ob eine Demenz vorliegt, und dann, ob es ein Alzheimer-Typ ist.

Demenz: Bei Patienten mit familiärer Belastung kann ein frühes klinisches Demenz-Stadium durch Tests auf kognitive Fähigkeiten erkannt werden (Beispiel: Montreal Cognitive Assessment, MoCa). Solche Tests beinhalten beispielsweise einen Zahlenverbindungstest, das Abmalen eines Würfels (früher Sternchenlegetest mit Streichhölzern), die Zeichnung eines Uhrenziffernblatts mit einer bestimmten Uhrzeit, Gedächtnistests (Satzwiederholung, Begriffe), das Wiederholen einer kleinen Zahlenreihenfolge vorwärts und rückwärts, eine Rechensaufgabe (z. B. 100 – 7 – 7 – …) und eine Abstraktionsprüfung (Gemeinsamkeiten verschiedener Gegenstände). Diese Tests können zur Verlaufskontrolle herangezogen werden. Für eine Erstdiagnose ist zu berücksichtigen, dass Ausbildung, Training und aktuelle Form in die Beurteilung eingehen müssen.

Alzheimer-Form der Demenz: Die Alzheimer-Demenz wird wahrscheinlich, wenn andere Demenzformen weitgehend ausgeschlossen werden können:

  • die cerebrovaskuläre Demenz mit eher diskontinuierlicher (und nicht kontinuierlicher) Verschlechterung, sowie Zeichen einer Minderdurchblutung des Gehirns auf dem Boden einer Arteriosklerose und Arteriolosklerose,
  • die Demenz bei Alkoholkrankheit mit ihrer typischen Anamnese des Alkoholabusus,
  • die Demenz mit motorischen Parkinson-Symptomen (beim Morbus Parkinson und bei der Lewy-Körperchen-Demenz),
  • die Demenz bei anderen Erkrankungen (siehe hier).

Abgrenzung zur Demenz bei cerebrovaskulärer Insuffizienz

Die Alzheimer -Demenz weist typischerweise eine kontinuierliche Abnahme der Hirnleistungsfähigkeit auf, wobei das episodische Gedächtnis besonders nachlässt.

Die Demenz auf dem Boden einer Durchblutungsstörung des Gehirns verläuft eher schubweise (diskontinuierlich), wobei nicht das Gedächtnis in erster Linie sondern eher ausübende Funktionen betroffen sind.

Bildgebende Verfahren

Wenn eine Alzheimer-Demenz verdächtigt wird, sind eine neuropsychologische Untersuchung und eine Magnetresonanztomographie des Gehirns (magnetic resonance imaging, MRI) die nächsten Untersuchungsmethoden. Die Positronen-Emissionstomographie (PET) mit Aß-affinen Tracern ([(11) C]-6-OH-BTA-1) ist in der Lage, Aß-Amyloid bereits in einer präklinischen Phase nachzuweisen [8]. In den frühen Anfangsstadien findet man Aß-Amyloid ausschließlich in der frontalen, parietalen, temporalen und occipitalen Hirnrinde (Cortex), die Verbindung zum Hippocampus, dem Cingulum und der Insel haben. Schließlich weiten sich die Ablagerungen auf das Zwischenhirn aus und schließlich auch auf den Hirnstamm und das Cerebellum.

Genetische Untersuchung

Eine genetische Untersuchung auf die Gene APP, PSEN1 und PSEN2 wird als sinnvoll angesehen, um vor einer Vererbung warnen zu können [9]. Eine Indikation kann bestehen für frühzeitig symptomatische Patienten und für Menschen mit einer familiären Belastung mit mindestens einem Fall frühzeitiger Alzheimer-Demenz.


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