Zimt

Zimt (engl.: cinnamon) ist ein ursprünglich ostasiatisches Gewürz, das aus getrockneter Rinde des Ceylon-Zimtbaums (Cinnamomum verum). In der Küche findet er in Form von Zimtpulver oder Zimtstangen vielfache Verwendung, beispielsweise für Zimtgebäck, „Zimt und Zucker“ (auf Pfannekuchen oder Reisbrei) und Glühwein.

Der billigere Cassia-Zimt (Cinnamomun aromaticum (cassia)) hat den echten Ceylon-Zimt in Europa zurück gedrängt. Er ist wegen seines Gehalts an Coumarin nicht unproblematisch [1], da es in Versuchstieren Leber- und Nierenschäden hervorrufen kann und auch karzinogen wirkt [2] [3] [4].

Medizinische Wirksamkeit

Zimt enthält eine Reihe biologisch wirksamer Stoffe. Neben dem toxischen Coumarin (s.o.) finden sich Substanzen, die als Phytopharmaka wirken, wie pflanzliche Polyphenole und Cinnamaldehyd (CA).

Zimt und Diabetes mellitus

  • Zimtextrakte verbessern laut wissenschaftlicher Untersuchungen in vitro und an Versuchstieren die Insulinwirkung und damit die Stoffwechsellage von Diabetikern; die Studienlage beim Menschen scheint dies zu bestätigen [5] [6] [7], sie ist jedoch noch unzureichend [8]. Auch sind die Mengen an Zimt und Zimtextrakten, die zur Beobachtung einer Stoffwechselwirkung im Gramm-Bereich und damit sehr hoch. Verantwortlich für den Effekt scheinen Chrom und Polyphenole zu sein [9].
  • Zimtextrakte verbessern bei Versuchstieren die postprandiale Überproduktion von intestinalen ApoB48-enthaltenden Lipoproteinen durch Verminderung der intestinalen Insulinresistenz und können somit den Fettstoffwechsel verbessern [10].

Zimt und Krebs

  • Ein biologisch wirksamer Bestandteil von Zimt ist Cinnamaldehyd (CA). Es reguliert die zelluläre antioxidative Kapazität hoch (inklusive ihrer Glutathion-Spiegel) und senkt den Mallondialdehyd-Spiegel und schützt so vor oxidativem Stress. Es könnte damit auch Krebs vorbeugen. Dies wird für verschiedene Krebsarten postuliert, so für das kolorektale Karzinom [11] oder das Melanom [12].
  • In Zimtextrakten befindet sich eine Substanz (nicht mit Cinnamaldehyd identisch), die zu den pflanzliche Polyphenole gehört, und die das Wachstum von kleinen Blutgefäßen hemmt, also antiangiogenetisch wirkt. Es handelt sich um einen natürlichen VEGF-Inhibitor (Angiogenesehemmer, Hemmer des „vascular endothelial growth Factors). Es wird postuliert, dass seine Wirksamkeit (ähnlich wie auch die von Bevacizumab) zur Behandlung und Vorbeugung von Krebs eingesetzt werden kann [13].

Zimt und Leberschutz

Zimtextrakte schützen die Leber von Versuchstieren vor der zytotoxischen Wirkung von Tetrachlorkohlenstoff. Es wird angenommen, dass speziell die alkoholische Extrakte bei manchen Leberkrankheiten therapeutisch eingesetzt werden können [14], so auch gegen die akute alkoholtoxische Fettleber [15].

Verweise

Literatur

  1. ? J Agric Food Chem. 2010 Oct 13;58(19):10568-75
  2. ? Food Chem Toxicol. 2006 Apr;44(4):462-75
  3. ? Food Addit Contam Part A Chem Anal Control Expo Risk Assess. 2008 Nov;25(11):1297-305
  4. ? Mol Nutr Food Res. 2010 Feb;54(2):228-39
  5. ? Eur J Clin Invest. 2006 May;36(5):340-4
  6. ? Pharmacotherapy. 2007 Apr;27(4):595-9
  7. ? J Am Coll Nutr. 2009 Feb;28(1):16-21
  8. ? Crit Rev Food Sci Nutr. 2010 Oct;50(9):822-34
  9. ? Proc Nutr Soc. 2008 Feb;67(1):48-53
  10. ? J Nutr Biochem. 2009 Nov;20(11):901-8
  11. ? Molecules. 2010 May 7;15(5):3338-55
  12. ? Free Radic Biol Med. 2009 Jan 15;46(2):220-31
  13. ? Carcinogenesis. 2010 Mar;31(3):481-8
  14. ? Biol Res. 2009;42(1):93-8
  15. ? J Nutr. 2009 Mar; 139(3):482-7