Verschlussikterus

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Verschlussikterus bedeutet Gelbsucht (Ikterus), bedingt durch einen Rückstau der Galle infolge eines Abflusshindernisses. Er ist das klinisch sichtbare Stadium einer obstruktiven Cholestase.

Differenzialdiagnosen

Ein Ikterus kann prinzipiell durch eine Abflussstörung oder eine Bildungsstörung der Galle bedingt sein. Die nicht-obstruktiven Ursachen sind diagnostisch auszuschließen:

Ursachen

Folgende Ursachen eines Verschlussikterus sind differenzialdiagnostisch zu bedenken:

  • Gallensteine in den Gallenwegen oder im Ductus cysticus mit Druck von außen auf den Ductus hepaticus (Mirizzi-Syndrom)
  • Tumor der Gallenwege, so z. B. ein
  • Pankreaskarzinom, (der Gallengang verläuft vor seiner Mündung durch den Pankreaskopf )
  • Papillitis stenosans (vernarbende Entzündung der Papilla Vateri)
  • Primär sklerosierende Cholangitis mit vielen kleinen Strikturen im Verlauf der intrahepatischen Gallenwege
  • Primär biliäre Cholangitis mit allmählichem Verlust der kleinsten intrahepatischen Gallenwege; die Hepatozyten sind dabei anfangs noch prinzipiell noch in der Lage, Galle zu bilden
  • Kompression der intra- oder extrahepatischen Gallenwege durch einen Tumor
  • seltene Ursachen (z. B. Ascaris-Befall der Gallenwege)

Symptome

Haut- und Sklerenikterus

Neben der Gelbfärbung der Skleren (Augenweiß wird gelb, Sklerenikterus) und der Haut (Ikterus) treten dunkler Urin und heller (bzw. entfärbter) Stuhl auf. Oft wird über generalisierten Juckreiz geklagt.

Diagnostik

Die Diagnostik eines obstruktiven Ikterus ist einfach und ist im Wesentlichen von bildgebenden Verfahren abhängig: 1)Tech Vasc Interv Radiol. 2015 Dec;18(4):197-200. DOI: 10.1053/j.tvir.2015.07.002.

Therapie

Die Behandlung richtet sich nach Ursache und Lage des Abflusshindernisses:

  • endoskopische Therapie: z. B. Steinextraktion, Stenteinlage, perkutane transhepatische Drainage (PTD), Drainage durch eine nasobiliäre Sonde nach außen;
  • operative Therapie (z. B. Resektion eines Tumors oder eine biliodigestive Anastomose)

Siehe hauch unter obstruktive Cholestase


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Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 

Literatur

Literatur
1 Tech Vasc Interv Radiol. 2015 Dec;18(4):197-200. DOI: 10.1053/j.tvir.2015.07.002.