Sulforaphan

Sulforaphan ist ein sekundärer Pflanzenstoff, der in Broccoli vorkommt und eine Reihe von biologischen Wirkungen entfaltet. Unter ihnen sind die antientzündliche, die antioxidative und die antitumoröse Wirkung medizinisch besonders interessant.

Wirkungen von Sulforaphan

Beispiele sind folgende:

  • Sulforaphan bewirkt experimentell in verschiedenen Zelllinien und Geweben eine Chemoprotektion gegen Karzinogene, oxidativen Stress und Entzündungsreaktionen. 1)Ahn YH. Proc Natl Acad Sci U S A. 2010 May 3
  • Es schützt die Gefäßendothelien vor Schädigung durch Entzündungsreaktionen. 2)Shan Y. Cardiovasc Toxicol. 2010 Apr 20
  • Es hemmt das Wachstum von Brustkrebsstammzellen 3)Clin Cancer Res. 2010 May 1;16(9):2580-90 und von Prostatakrebs. 4)Cancer Prev Res (Phila Pa). 2010 Apr;3(4):484-94
  • Es hemmt die Bildung neuer Blutgefäße (Angiogenese) in Tumoren und vermag über diesen Weg (ähnlich wie die Antiangiogenese durch Bevacizumab) das Tumorwachstum zu hemmen. 5)Oncol Rep. 2009 Dec;22(6):1473-8
  • Es hemmt in Kombination mit Resveratrol das Wachstum von Gliom-Zellen (Zellen eines speziellen Hirntumors) in der Zellkultur. 6)Neurochem Res. 2010 Jan;35(1):152-61
  • Es hemmt die Bildung von Melanin (Farbstoff der Haut) und könnte zur Entfärbung gebräunter Haut führen. 7)Biosci Biotechnol Biochem. 2010 Mar 23;74(3):579-82
  • Es schützt das Gehirn vor Schädigung durch Sauerstoffmangel 8)Ping Z. Brain Res. 2010 Apr 22 (Neuroprotektion). Es schützt Nervenzellen vor Degeneration durch Toxine (Giftstoffe) oder Sauerstoffmangel 9)J Neurosci Res. 2010 May 1;88(6):1355-63, was bei der Behandlung der Parkinson-Krankheit eine Bedeutung erlangen könnte. 10)Mol Nutr Food Res. 2010 Apr;54(4):532-42 Es wirkt gegen die entzündlichen Reaktionen der Mikroglia, was therapeutische Perspektiven eröffnet 11)Brandenburg LO, Inflamm Res. 2009 Nov 19. So vermindert es die Einschränkung der Hirnleistung bei der dekompensierten Leberzirrhose (Enzephalopathie bei Leberzirrhose) 12) 2016 Feb 16;13:41. doi: 10.1186/s12974-016-0505-y. oder bei der Alzheimer-Krankheit 13) 2016 Feb;38:1-10. doi: 10.1016/j.neurobiolaging.2015.10.016..
  • Es schützt die Nieren vor Cisplatin-induzierter Nierenschädigung. 14)Toxicol Lett. 2010 Feb 15;192(3):278-85
  • Es schützt die Muskulatur (in Tierexperimenten) vor Schädigung durch übermäßige Anstrengung. 15)J Appl Physiol. 2009 Oct;107(4):1028-36
  • Es schützt Versuchstiere vor der Entwicklung einer Zuckerkrankheit durch Streptozotocin. 16)Diabetes. 2010;59:850–860.

Wirkungen auf zellulärer Ebene

Sulforaphan (ein Isothiozyanat: [1-isothiocyanato-4-(methylsulfinyl)butane]) ist ein hochpotenter Induktor von Phase-2-zytoprotektiven Enzymen mit einer Vielzahl klinisch interessanter pharmakologischer Wirkungen.

Antitumoröse Wirkung: Sulforaphan wirkt auf zellulärer Ebene großenteils über eine Aktivierung des Transkriptionsfaktors Nrf2. Es ermöglicht ihm, dem Keap1-abhängigen Abbau zu entkommen, was zu seiner Stabilisierung und zur Aktivierung von Nrf2-abhängigen krebsschützenden Genen führt. Sulforaphan wird daher als ein mögliches Therapeutikum in der Krebstherapie angesehen. 17)Crit Rev Food Sci Nutr. 2018;58(8):1391-1405. doi:10.1080/10408398.2016.1259983 18)J Biol Chem. 2003 Jun 13; 278(24):21592-600.

Antientzündliche Wirkung: Über Mechanismen, die nicht Nrf2-abhängig sind, werden intrazelluläre „Inflammasome“ und damit die Ausschüttung von entündungsfördernden Zytokinen (wie Interleukin-1ß, IL-1ß) gehemmt. 19)J Leukoc Biol. 2016 Jan;99(1):189-99. doi: 10.1189/jlb.3A0415-155RR.


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Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


Verweise

 


Literatur

1 Ahn YH. Proc Natl Acad Sci U S A. 2010 May 3
2 Shan Y. Cardiovasc Toxicol. 2010 Apr 20
3 Clin Cancer Res. 2010 May 1;16(9):2580-90
4 Cancer Prev Res (Phila Pa). 2010 Apr;3(4):484-94
5 Oncol Rep. 2009 Dec;22(6):1473-8
6 Neurochem Res. 2010 Jan;35(1):152-61
7 Biosci Biotechnol Biochem. 2010 Mar 23;74(3):579-82
8 Ping Z. Brain Res. 2010 Apr 22
9 J Neurosci Res. 2010 May 1;88(6):1355-63
10 Mol Nutr Food Res. 2010 Apr;54(4):532-42
11 Brandenburg LO, Inflamm Res. 2009 Nov 19
12 2016 Feb 16;13:41. doi: 10.1186/s12974-016-0505-y.
13 2016 Feb;38:1-10. doi: 10.1016/j.neurobiolaging.2015.10.016.
14 Toxicol Lett. 2010 Feb 15;192(3):278-85
15 J Appl Physiol. 2009 Oct;107(4):1028-36
16 Diabetes. 2010;59:850–860.
17 Crit Rev Food Sci Nutr. 2018;58(8):1391-1405. doi:10.1080/10408398.2016.1259983
18 J Biol Chem. 2003 Jun 13; 278(24):21592-600.
19 J Leukoc Biol. 2016 Jan;99(1):189-99. doi: 10.1189/jlb.3A0415-155RR.