Staphylokokken

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Grampositive Kokken, sporenlos, fakultativ anaerob

  • Katalase-positiv (im Gegensatz zu Streptokokken)
  • Organisation: im Haufen
  • Häufig Beta-Lactamase-Bildner → Penicillin-Resistenz, wenn auch gegen penicillinasefeste Penicilline resistent, dann liegt ein MRSA (Methicillinresistenter S. aureus) vor.

S. aureus

  • 20-50% der Menschen tragen den Keim im Nasopharynx → Übertragung: Schmierinfektion.
  • Häufigster Erreger nosokomialer Wundinfektionen!
  • Virulenzfaktoren: Protein A (Oberflächenprotein, was Fc-Teile der Antikörper bindet und so die Phagozytose behindert, Koagulase (aktiviert letzten Schritt der Gerinnungskaskade, Fibrinablagerung schützt vor Phagozytose)
  • Abgrenzung zu anderen Staphylokokken: Koagulase- oder Clumpingfactor-Nachweis
  • Folgen: Pneumonie, Sepsis, eitrige Infektionen, Furunkel, Abszesse (Koagulase!), Empyem

S. epidermidis

  • Teil der normalen Hautflora
  • Koagulase-negativ
  • Siedelt auf implantiertem Kunststoff ab (Staphylokokken-Biofilm), u.a. Katheter, Herzklappen.

S. saprophyticus

  • v.a. bei jungen Frauen
  • Folgen: aszendierende Harnwegsinfekte
  • Abgrenzung zu anderen Staphylokokken: Resistenz gegen Novobiocin

Therapie

  • Penicillin G (nach Nachweis der Empfindlichkeit)
  • Kalkulierte Initialtherapie: Flucloxacillin (Penicillinasefestes Penicillin) wg. der Mehrzahl der Beta-Lactamase bildenden Staphylokokken
  • bei MRSA (Grund: niedrig-affines Penicillin-Bindungsprotein): Antibiogramm-optimierte Behandlung, oft Vancomycin

Verweise