Quercetin

Definition

Quercetin ist ein Flavonoid (gelber Naturstoff) und gehört zu den sekundären Pflanzenstoffen.

Vorkommen

Quercetin ist im Pflanzenreich weit verbreitet und kommt auch in Nahrungsmitteln vor, so in Zwiebeln (besonders viel [1]), Kapern (besonders viel), Liebstöckel (besonders viel), Grünkohl, Heidelbeeren, Schnittlauch, Brokkoli, grünen Bohnen und Äpfeln.

Wirkungen von medizinischem Interesse

Quercetin werden Wirkungen zugeschrieben, die in ähnlicher Weise wie Medikamente die Gesundheit des Körpers beeinflussen; es gehört daher zu den Phytopharmaka.

Quercetin wirkt wie viele in der Natur vorkommende Flavonoide antioxidativ, antihypertensiv (blutdrucksenkend), kardioprotektiv (das Herz schützend), antiatherosklerotisch (antiatherogen, gegen Arteriosklerose gerichtet), antithrombotisch (Thrombose verhindernd), antiinflammatorisch (entzündungshemmend), immunmodulatorisch (das Immunsystem beeinflussend) und antikarzinogen (gegen Krebsarten gerichtet). Wegen dieser vielfältigen Wirkungen wird es als viel versprechend für die Vorbeugung und Behandlung von einer Reihe von Erkrankungen angesehen.[2][3][4].

Wirkungen (Auswahl)

  • Blutdruck : Quercetin wirkt in verschiedenen Rattenmodellen blutdrucksenkend und beugt Gefäßschäden durch hohen Blutdruck am Herzen und den Nieren vor. Im wird eine präventive Wirkung für den Herzinfarkt und den Schlaganfall vorhergesagt [5].
  • Arteriosklerose: Quercetin wird im Darm metabolisiert. Einige Metabolite, wie das Q3GA (das 3-O-beta-d-Glucuronid des Quercetins) behalten eine hohe antioxidative Potenz. Sie werden in arteriosklerotischen Läsionen von Blutgefäßen gefunden (in den von Makrophagen abstammenden Schaumzellen). Dort hemmen sie die Lipidperoxidation und verhindern so die Ablagerung von Cholesterinesterhydroperoxid und beugen so der Entwicklung und den Komplikationen der Arteriosklerose vor Forum [6].
  • Antientzündliche Wirkung: In Entzündungsherden wird von Leukozyten (neutrophilen Granulozyten) und Makrophagen das Enzym Myeloperoxidase (MPO) sezerniert, so auch in lokalen Entzündungen der atheromatösen Aorta. Die Aktivität von MPO wird durch Quercetin gehemmt. Damit werden auch die durch MPO vermittelten oxidativen Reaktionen unterdrückt [7][8][9].
  • Neurotoxizität und Neuroprotektion: Quercetin wurde hinsichtlich einer möglichen Neuroprotektion untersucht. Es wird vermutet, dass die vaskulären Erkrankungen des Gehirns (z. B. Schlaganfall) durch Quercetin günstig beeinflusst werden, nicht dagegen die eigentlich neurodegenerativen Krankheiten (wie der Morbus Parkinson). Quercetin scheint bei Undichtigkeit der Liquorschranke eher die Gefahr einer Neurotoxizität in sich zu bergen [10].

Verweise

Literatur

  1. ? J Agric Food Chem. 2007 Dec 12;55(25):10067-80
  2. ? Curr Opin Clin Nutr Metab Care. 2008 Nov;11(6):733-40
  3. ? Eur J Pharmacol. 2008 May 13;585(2-3):325-37
  4. ? Expert Opin Drug Saf. 2009 Jul;8(4):397-409
  5. ? Pharmacol Rep. 2009 Jan-Feb;61(1):67-75
  6. ? Nutr. 2009;61:87-94
  7. ? Br J Pharmacol. 2007 Nov;152(6):838-54
  8. ? Chem Res Toxicol. 2008 Aug;21(8):1600-9
  9. ? Antioxid Redox Signal. 2009 Nov;11(11):2899-937
  10. ? Expert Opin Drug Saf. 2009 Jul;8(4):397-409