Pseudoappendizitis

Die Pseudoappendizitis ist ein klinisches Krankheitsbild, das der “Blinddarmentzündung” (Appendizitis) ähnelt. Es wird jedoch nicht durch eine Entzündung des Wurmfortsatzes hervorgerufen und daher durch eine Appendektomie auch nicht geheilt.

Klinisches Bild

Das klinische Bild einer Appendizitis (siehe hier) führt häufig zur Operation. Bei ihr erkennt man im Falle einer Pseudoappendizitis den reizlosen oder nur wenig gereizten Appendix, dagegen eine ödematöse Verdickung des terminalen Ileums und / oder entzündlich vergrößerte lokale mesenteriale Lymphknoten.

Ursache

Ursache der Pseudoappendizitis ist meist eine Entzündung im terminalen Ileum. Es muss an einen Morbus Crohn oder eine infektiös-entzündliche Erkrankung, die z. B. durch Yersinien (Yersiniose) oder Campylobacter jejuni/coli ausgelöst sein kann, gedacht werden. Bei Frauen kommt differenzialdiagnostisch eine Adnexitis in Frage.

Diagnostik

Der Verdacht auf eine Pseudoappendizitis kann durch folgende Diagnostik abgeklärt werden:

  • Darmsonographie: ist eine Wandverdickung des terminalen Ileums erkennbar, fokussiert sich die Diagnostik auf einen Morbus Crohn. Es sollte dann eine Ileokoloskopie folgen, die zur klärenden Histologiegewinnung führt. Eine Verdickung des Appendix dagegen bei normaler Wand des terminalen Ileums fokussiert auf die Appendizitis.
  • Stuhlbakteriologie: der Nachweis von Yersinien oder Campylobycter jejuni/coli klärt die infektiöse Genese.

Therapie

Eine infektiös ausgelöste Pseudoappendizitis verläuft meist spontan abklingend. Bei ungewöhnlich langem und symptomreichen oder schwerem Verlauf können Antibiotika indiziert sein (siehe auch unter Yersiniose).

Verweise