Prucaloprid

Prucaloprid (Resolor®) ist ein als Prokinetikum wirksames Medikament zur Behandlung der chronischen Obstipation. Seine Zulassung gilt zunächst für Frauen mit chronischer Verstopfung, bei denen Laxantien nicht ausreichend erfolgreich sind. Eine Zulassung für Männer und für die Behandlung Opiat-induzierter Obstipation steht noch aus (Stand 8-2010).

Kurzgefasst
Prucaloprid ist ein Medikament

zur Behandlung der therapieresistenten Verstopfung. Es regt die Darmbewegung an und fördert den Stuhlgang. Die meisten positiven Erfahrungen sind bei Frauen mit Verstopfung gesammelt worden. Prucaloprid wird bei sonst gesundem Darm gut vertragen. Gelegentlich können Nebenwirkungen wie Durchfall, Übelkeit und Kopfschmerzen auftreten. Die Behandlung einer Verstopfung bei einer Darmkrankheit kann gefährlich sein.

Wirkung

Prucaloprid ist – wie das vom Markt genommene Cisaprid – ein selektiver Serotonin(5-HT4)-Rezeptoragonist, der die Peristaltik des Darmkanals inklusive der des Dickdarms anregt. Im Gegensatz zum Cisaprid verursacht es offenbar keine Herzrhythmusstörungen. Es verstärkt im gesamten Darm die Peristaltik und fördert somit den Stuhlgang.

In einer Studie an 620 Patienten mit bis zu 2 Stuhlgängen pro Woche [1] wurden nach 12 Wochen Behandlung mit Prucaloprid in über 45% der Fälle eine Steigerung der Struhgangsfrequenz um midestens 1 pro Woche erzielt, wohingegen in der Placebogruppe nur bei etwa 25% eine Verbesserung der Stuhlfrequenz eintrat. Herzrhythmusstörungen wie beim Vorgängerpräparat Cisaprid wurden in der Beobachtungszeit nicht registriert.

Nebenwirkungen

Als Nebenwirkungen treten gelegentlich Kopfschmerzen und Bauchschmerzen auf; auch können Durchfälle und Übelkeit entstehen.

Prucaloprid hat ein deutlich besseres Sicherheitsprofil als Cisaprid, das wegen Herzrhythmusstörungen bei Verlängerung des QT-Intervalls war Cisaprid vom Markt genommen worden war. Dennoch ist bei der Therapie von Patienten mit Herzerkrankungen mit Prucaloprid, vor allem von solchen mit verlängerter QT-Zeit (z. B. Long-QT-Syndrome), ohne Kenntnis von Langzeitbeobachtungen Vorsicht geboten. Entsprechend ist Vorsicht geboten bei Komedikation mit Medikamenten, die eine Verlängerung der QT-Zeit bewirken (wie z. B. Chinidin, Sotalol, weitere Antiarrhythmika, manche Neuroleptika oder Psychopharmaka). Auch können Bradykardie und Hypokaliämie das QT-Intervall verlängern und möglicherweise das Risiko für eine Rhythmusstörung unter Prucaloprid steigern.

Verweise

Literatur

  1. ? N Engl J Med 2008; 358:2344-2354