Petechiale Blutungen

Petechiale Blutungen sind punktförmige bzw. stecknadelkopfgroße Einblutungen ins Gewebe. Besonders auffällig sind sie an der Haut. Sie können jedoch auch Schleimhäute (Beispiel: hämorrhagische Gastritis) und innere Organe (so z. B. auch das Gehirn) betreffen.


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Ursache der Petechien

Zwei große Gruppen petechialer Blutungen sind zu unterscheiden:

  • Mangelhafte Thrombozytenfunktion,
    • bei Thrombopenie (bzw. Thrombozytopenie): hierbei mangelt es an Blutplättchen (Thrombozyten), so dass die Abdichtung der Blutgefäße insuffizient wird. Es kommt zu kleinsten Blutaustritten. Ausgedehnte petechiale Blutungen durch Mangel an Thrombozyten werden als thrombozytopenische Purpura bezeichnet (Beispiel: Idiopathische thrombozytopenische Purpura).
    • durch Medikamente bedingt: Thrombozytenaggregationshemmer können in seltenen Fällen bei Überdosierung zu petechialen Blutungen veranlassen.
  • Vaskulitis: bei einer Entzündung der kleinen Blutgefäße (Vaskulitis) kommt es zu Undichtigkeiten mit punktförmigen Blutaustritten (Petechien) ins Gewebe. Häufig entstehen Entzündungen von Blutgefäßen immunologisch vermittelt. Beispiele sind

Diagnostik

Petechien-Thrombopenie 01 MC
Kleine punktförmige und zudem auch flächige Blutaustritte (Petechien und Sugillationen) bei einer Thrombozytopenie.

Die Diagnostik petechialer Blutungen beruht auf dem klinischen Bild (hier: Petechien und Ekchymosen bei Thrombozytopenie im Rahmen einer akuten myeloischen Leukämie).

  • Klinischer Aspekt: oft fallen als erstes kleinste Blutpünktchen an den Knöcheln und Unterschenkeln auf; sie sollten bereits eine Untersuchung des Blutbilds und Gerinnungssystems veranlassen. Die Anamnese muss ggf. Fragen nach der genauen Medikamenteneinnahme beinhalten, da petechiale Blutungen auf Nebenwirkungen zurückführbar sein können. Bei gleichzeitiger Somnolenz (ungewöhnlicher Schläfrigkeit) muss an eine Gehirnbeteiligung, z. B. eine Enzephalitis mit Petechien im Hirngewebe gedacht werden (z. B. bei einer Meningokokkensepsis).
  • Laborwerte: Es wird nach einer Thrombopenie gesucht. Sind die Thrombozytenwerte normal, so kommt eine Vaskulitis (Entzündung kleiner Blutgefäße) differenzialdiagnostisch in den Vordergrund; Ursache sind oft Medikamente, eine Autoimmunkrankheit oder eine Erkrankung des Knochenmarks (z. B. eine Leukämie).
    • Weiterführende Laboruntersuchungen: Laborchemisch helfen oft Antinukleäre Faktoren (ANA) und Anti-HCV (wegen gelegentlicher Assoziation mit einer Hepatitis C mit Bildung von Kälteagglutininen) weiter. Bei Thrombopenie (besonders, wenn Fieber vorliegt) ist an eine Verbrauchskoagulopathie im Rahmen einer bakteriellen Infektion (Sepsis) zu denken; es werden Fibrinspaltprodukte (D-Dimere, Splits) bestimmt und Blutkulturen angelegt.
  • Hautbiopsie: Wenn eine Thrombozytopenie nicht als Ursache petechialer Blutungen in Frage kommt, so steht der Verdacht auf eine Vaskulitis im Vordergrund. Eine Hautbiopsie kann in diesem Fall diagnoseführend sein.
  • Untersuchung der Magenschleimhaut: Petechiale Blutungen in der Magenschleimhaut werden relativ häufig als Zufallsbefund diagnostiziert. Sie sind meist nicht durch eine Vaskulitis sondern durch Medikamente bedingt. Häufig findet sich ASS oder Clopidogrel in der Medikation. Die zugrunde liegende medikamententoxische Gastritis und die lokale Wirkung als Thrombozytenaggregationshemmer machen die Magenschleimhaut besonders anfällig für solche, meist harmlose Nebenwirkungen. Die Zugabe von Magenschutzmitteln (PPI) führt in der Regel zur raschen Ausheilung.

Therapie

Die Behandlung petechialer Blutungen richtet sich nach der Ursache:

  • Bei einer Thrombopenie muss deren Ursache herausgefunden und behandelt werden: Tumor? Morbus Werlhof? Sepsis mit Verbrauchskoagulopathie?
  • Bei einer Vaskulitis kommen je nach Ursache z. B. eine Immunsuppression bzw. eine Kortison-Therapie oder allein das Absetzen eines anzuschuldigenden Medikaments in Betracht.

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Verweise