PEG-Sonde

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Die PEG-Sonde ist ein Ernährungskatheter, der durch die Bauchhaut in den Magen führt. PEG bedeutet perkutane endoskopische Gastroenterostomie. Die Sonde dient der Zufuhr von Nahrung (Sondennahrung) und Flüssigkeit, wenn eine dauerhafte orale Ernährung nicht gewährleistet werden kann. Ziel ist die Vermeidung einer intravenösen Ernährung, die als komplikationsträchtiger angesehen wird. Der Ernährungskatheter wird durch die Bauchhaut (perkutan) und mit Hilfe einer Gastroskopie (endoskopisch) angelegt.


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Ziele

Die PEG-Sonde soll eine enterale (über den Magendarmkanal erfolgende) Zufuhr von Nahrung und Flüssigkeit ermöglichen, wenn eine orale Aufnahme (durch den Mund) nicht, nicht ausreichend oder nicht komplikationslos gewährleistet ist und eine parenterale (über eine Vene erfolgende) Ernährung auf Dauer vermieden werden soll. Es soll dadurch der Ernährungszustand und damit die Lebensqualität des Patienten angehoben oder vor einem Absinken bewahrt werden.

Indikationen

Alte PEG-Sonde von innen: Die Halteplatte bewirkt, dass die Sonde nicht nach außen disloziert werden kann. Anlage, Wechsel und Entfernung geschehen über eine endoskopische Technik

Der Entscheidung für die Anlage einer PEG-Sonde liegt die Einschätzung zugrunde, dass der Ernährungszustand des Patienten durch Essen und Trinken auf längere Frist nicht oder nicht ausreichend gewährleistet ist. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn der Schluckvorgang durch einen Tumor oder ein neurologisches Leiden unmöglich oder stark behindert ist. Beispiele sind:

  • Oropharynxkarzinom,
  • Ösophaguskarzinom,
  • Lähmung oder eingeschränkte Innervation der Schlundmuskulatur (z. B. nach Schlaganfall) oder eine
  • länger anhaltende Bewusstlosigkeit.

Entsprechend sind Tumorerkrankungen und neurologische Funktionsstörungen des Schluckvorgangs vielfach Indikationen für die Anlage einer PEG-Sonde.

Ethische Problematik

Ethisch problematisch sind Indikationen

  • zur Ernährung bei eingeschränktem Hungergefühl am Lebensende oder
  • bei erkennbar ablehnender Haltung einer Person, die sich nicht verbal genügend verständlich machen kann.

Die Patientenrechte sind dabei zu beachten. Im Zweifelsfall, so auch bei einem Dissens zwischen Angehörigen und behandelnden Ärzten, kann in vielen Krankenhäusern und Kliniken auf die Beratung durch ein Ethikkomitee zurückgegriffen werden (siehe hier). Auch kann das Betreuungsgericht angerufen werden.

Die Anlage einer PEG-Sonde zur Gewährleistung einer ausreichenden Nahrungs- und Flüssigkeitszufuhr bei eingeschränkter personeller Betreuung („keine Zeit zum Füttern“) ist umstritten und wird in der Regel abgelehnt. Eine prinzipiell komplikationsträchtige medizinische Maßnahme darf nach vielfacher Anschauung nicht zur Kaschierung eines Personalproblems in Krankenhäusern oder Alters- und Pflegeheimen dienen. In einem solchen Fall ist nach einem möglichen Organisationsversagen oder -verschulden (nach § 823 Absatz 1 BGB) zu fragen.

Anlage einer PEG-Sonde

  • Es muss die Einwilligung des Patienten oder seines gesetzlichen Betreuers vorliegen.
  • Vorbedingungen: 8h Nüchternheit, gastroskopisch keine Magenausgangsstenose
  • Gastroskopie, Luftinsufflation des Magens, Suche einer geeigneten Stelle zur Anlage durch Diaphanoskopie, dort Punktion des Magens von außen durch eine Kanüle, durch die ein Faden vorgeschoben wird. Dieser wird vom Endoskopiker mit einer Fasszange gegriffen und durch den Ösophagus hochgezogen und durch den Mund herausgeholt. An ihm wird ein Ende der PEG-Sonde befestigt. Durch Zug am Kanülenende des Fadens wird die PEG-Sonde durch den Ösophagus in den Magen und schließlich durch die Bauchhaut gezogen. Eine Halteplatte im Magenteil der Sonde verhindert ein völliges Durchrutschen nach außen. Das Magenende der Sonde ist damit sicher im Magen. Bei einer Jejunalsonde ist es besonders lang und wird mit Hilfe des Gastroskop über den unteren Zwölffingerdarm hinaus in den Dünndarm geschoben.

Komplikationen

Die PEG-Anlage ist bei vertretbarer Indikation und sachgemäßer Durchführung wenig komplikationsträchtig. Bei unsachgemäßer Lokalversorgung oder falscher Lagerung des Patienten sind allerdings schwerwiegende Komplikationen zu gewärtigen. Beispiele:

  • Es können sich lokale Infektionen an der Bauchhaut bilden, die sich zu Abszessen weiterentwickeln können. Wenn durch lokale Maßnahmen keine Besserung eintritt, muss die Sonde entfernt werden.
  • Es kann Mageninhalt durch den Zugangskanal neben der Sonde herauslaufen. Eine solche Undichtigkeit ist meist therapieresistent, so dass auch hier die Sonde in der Regel entfernt werden muss.
  • Durch zu starken Zug kann die Halteplatte in die Magenschleimhaut einwachsen und dort für Komplikationen sorgen (burried bumper). Sie muss befreit werden, was meist endoskopisch gelingt. Selten ist eine Operation erforderlich.
  • Sonden altern und werden spröde. Sie müssen ersetzt werden. Auch können sie verstopfen, besonders wenn nicht nachgespült wird. Manchmal kann sie wieder befreit werden.
  • Es kann bei zu starker Magenfüllung Reflux in die Speiseröhre zustande kommen. Folge besonders bei bettlägerigen Patienten kann eine Aspirationspneumonie (Lungenentzündung durch Einatmen von regurgitiertem Mageninhalt) sein. Ihr kann durch kleine Portionen oder langsame Zufuhr der Nahrung sowie durch Schräglagerung des Patienten vorgebeugt werden.

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).