Morbus Crohn – einfach erklärt

Der Morbus Crohn ist eine seltene chronisch entzündliche Darmkrankheit, die im gesamten Magendarmtrakt, vor allem aber im unteren Dünndarm auftritt und zu Komplikationen auch an anderen Organen führt. “Morbus Crohn – einfach erklärt” macht diese Darmkrankheit verständlich.


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Allgemeines

Starke Verengung eines Darmabschnitts mit Erweiterung des prästenotischen Darmbereichs durch Morbus Crohn.

Röntgen-Darstellung des Dünndarms im Doppelkontrast. Das Kontrastmittel (weiß) passiert den Dünndarm, kann aber eine lange sehr enge Stelle im rechten Mittelbauch (im Bild links) kaum überwinden. Sie ist durch eine chronische Entzündung verschwollen.

Die Erkrankung beginnt zumeist im unteren Bereich des Dünndarms, im „terminalen Ileum“, kann aber überall im Magendarmkanal manifest werden. Besonders gefürchtet sind Darmverengungen, die zum Darmverschluss (Ileus) führen können. Komplikationen an anderen Organen, wie der Haut, den Gelenken oder den Augen müssen gewärtigt werden. Beide Geschlechter sind etwa gleich betroffen. Es gibt verschiedene Verlaufsformen von leicht bis schwer und komplikationsreich, so dass die Erfahrungen des einen Patienten oft nicht mit denen eines anderen übereinstimmen. Und jeder Schweregrad und jede Komplikation bedarf einer anderen, angepassten Therapie. Neuere Erkenntnisse besagen, dass das Immunsystem und die Darmflora eine entscheidende Bedeutung für die Entstehung und für die heutigen therapeutischen Überlegungen spielen.

Wann die Krankheit auftritt

Das Erkrankungsalter liegt in etwa 50% unter 35 Jahren. Ein zweiter kleiner Erkrankungsgipfel liegt bei etwa 60 Jahren.

Wie der Morbus Crohn entsteht

Die genaue Ursache des Morbus Crohn ist nicht bekannt. Offenbar jedoch handelt es sich zentral um eine gestörte Auseinandersetzung der Darmschleimhaut mit den Bakterien des Darmlumens (Darmflora). Die Folge ist eine erhöhte Entzündungsreaktion, die zu einer Verdickung der Darmwand und zur Bildung von Eiterhöhlen (Abszesse) und Fistelgängen führt.

Eine solche krankhafte Reaktionsbereitschaft ist genetisch verankert. Inzwischen sind abnorme Veränderungen an verschiedenen Stellen des Erbguts bekannt geworden, die beim Morbus Crohn zu einer verminderten Abwehrkraft der Darmschleimhaut gegen Darmbakterien und zu einer erhöhten Entzündungsreaktion beitragen.

Die Zusammensetzung der Bakterienflora des Darms (Mikrobiom) spielt eine bedeutende Rolle bei der Entstehung des Morbus Crohn, denn sie beeinflusst die Reaktion der Darmschleimhaut entscheidend mit. Das „Mikrobiom im Darm wiederum wird durch die Art der Ernährung mitbestimmt. Die Ernährung spielt daher eine zunehmende Rolle bei Überlegungen zur Behandlung des Morbus Crohn (s. u.). Auch Antibiotika beeinflussen die Darmflora. So ist es nicht verwunderlich, dass sie das Risiko, dass ein Morbus Crohn manifest wird, deutlich erhöhen.

Wer ein erhöhtes Risiko für einen Morbus Crohn in sich trägt

Da die Bereitschaft für eine Crohn-Erkrankung genetisch verankert ist, steigt das Risiko für die Entstehung eines Morbus Crohn deutlich, wenn ein naher Blutsverwandter ebenfalls an dieser Krankheit oder an der Colitis ulcerosa, einer anderen verwandten chronisch entzündlichen Darmkrankheit, leidet.

Wodurch die Erkrankung ausgelöst werden kann

Bei entsprechender genetischer Veranlagung kann die Crohnerkrankung ausgelöst werden durch: