Metreleptin

Metreleptin (Methionylleptin, r-metHuLeptin) ist ein rekombinant hergestelltes Analog des menschlichen Leptins, das zur Behandlung schwerer Stoffwechselstörungen im Rahmen eines Leptinmangels dient. Es wird subkutan appliziert. In Japan und nun auch von der FDA wurde Metreleptin (Myalept©) zur Behandlung der generalisierten Lipodystrophie zugelassen [1][2].

Wirkungen

Als Medikament dient Metreleptin der Behandlung schwerer Stoffwechseldefekte auf dem Boden eines Leptinmangels, speziell der Lipodystrophie. Es soll begleitende herabgesetzte Insulinsensitivität, Hyperglykämie und Hypertriglyceridämie sowie die entstehende Fettleber günstig beeinflussen [3].

Grundlage der Wirkungen von Metreleptin ist seine Funktion als Leptin. Wie dieses Fettgewebshormon, das bei der Nahrungsaufnahme die Sättigung herbeiführt, verringert es das Hungergefühl.

Indikationen

Ein Leptinmangel kommt vor allem bei der Lipodystrophie vor. Die Lipodystrophie ist eine seltene Krankheit mit lokaler oder allgemeiner Verminderung von Fettgewebe und daher bedingtem relativem Leptinmangel. Die schwerste Form ist das Berardelli-Seip-Syndrom, bei dem bereits bei der Geburt das Fettgewebe praktisch vollständig mangelt. Die Lipodystrophie wird als Sonderform des metabolischen Syndroms angesehen, bei der Leptin mangelt, Blutfette erhöht sind und die Insulinresistenz vermindert ist. Folgen sind vermehrtes Hungergefühl und eine ektope Fetteinlagerung, z. B. in der Leber mit der Folge einer Steatohepatitis (NASH).

Erfahrungen

Inzwischen liegen viele Veröffentlichungen zur Wirkung von Metreleptin vor. Die wesentlichen Ergebnisse sind hier zusammengefasst:

  • In einer Studie an Patienten mit familiärer partieller Lipodystrophie (FPLD) und schwerem Leptinmangel (unter 7% der Norm) sank die Triglyceridkonzentration im Serum von im Mittel 228 auf 183 mg/dl. In der Gruppe mit mittelschwerem Leptinmangel (7 – 20% der Norm) sanken sie von 423 auf 339 mg/dl [4].
  • Metreleptin vermag bei Patienten mit Lipodystrophie die begleitende nichtalkoholische Steatohepatitis (NASH) zu bessern [5]. In einer späteren Studie wird festgestellt, dass nach einer durchschnittlichen Behandlungszeit von 26 Monaten der Grad der Leberverfettung deutlich zurückging (Reduktion des Scores von 1,8 auf 0,9), ebenso der Grad der NAFLD-Aktivität (Score-Reduktion um 42%) [6].
  • In einer Langzeitstudie (9 Monate bis 5 Jahre) an 9 Patienten (7 mit Berardinelli-Seip-Syndrom, 1 mit atypischem Progeroidsyndrom (vorzeitige Alterung) und 1 mit familiärer partieller Lipodystrophie (FPLD) Type 2). Bis auf die letzte Indikation sprachen alle auf Metreleptin gut an: das HbA1c sank im Mittel von 10,4 auf 7,1% und die Plasmatriglyceride sanken um 76%! Die Leberwerte sanken ebenfalls signifikant [7]. Die Befunde bestätigen die einer früheren Studie an 55 Patienten mit generalisierter und partieller Lipodystrophie über 3 Jahre [8].
  • Eine Studie weist nach, dass Metreleptin nicht nur bei generalisierter Lipodystrophie sondern auch bei ausgewählten Patienten mit partieller Lipodystrophie günstig wirkt. Bei partieller Lipodystrophie wirkt es, wenn die Ausgangswerte für Triglyceride über 300 mg/dl, HbA1c über 8% und das endogene Leptin unter 4 mg/ml lagen [9].

Verweise

Literatur

  1. ? Drugs. 2013 Jun;73(9):989-97
  2. ? Nat Biotechnol. 2014 Apr;32(4):300-2
  3. ? Drugs. 2013 Jun;73(9):989-97
  4. ? J Clin Endocrinol Metab. 2012 Mar;97(3):785-92
  5. ? Hepatology. 2005 Apr;41(4):753-60
  6. ? J Hepatol. 2013 Jul;59(1):131-7
  7. ? Endocrine. 2015 May;49(1):139-47
  8. ? Endocr Pract. 2011 Nov-Dec;17(6):922-32
  9. ? J Clin Endocrinol Metab. 2015 May;100(5):1802-10