Meteorismus

Meteorismus bedeutet übermäßige Darmgasansammlung, landläufig wird dies als “Blähbauch” bezeichnet.

Symptome

Darmgase sammeln sich im Dickdarm an und führen zu einem geblähten Bauch; der Gürtel beginnt zu spannen; es können vorübergehende piekende und kneifende, aber auch lang anhaltende spannende Schmerzen und auch Darmkrämpfe auftreten. Häufig wird die Spannung im Leib zum Nachmittag und Abend hin schlimmer, morgens ist sie oft besser. Das Spannungsgefühl lässt nach Abgang von Winden und nach Stuhlgang nach.

Bei Darmträgheit und ganz besonders bei einem Subileus und Ileus können sich Darmgase maximal ansammeln und zu einem “Trommelbauch” führen.

Typischerweise sind Darmblähungen nach einer Abführmaßnahme (z. B. zur Vorbereitung auf eine Dickdarmspiegelung), die zur Abklärung der Bauchbeschwerden gelegentlich empfohlen wird, verschwunden.


→ Über facebook informieren wir Sie über Neues auf unseren Seiten!


Diagnostik

Sonographie des Abdomens bei Meteorismus: die quer im Oberbauch verlaufende Dickdarmschlinge (Transversum) ist voller Darmgase und reflektiert den Ultraschall; die tieferen Strukturen wie die Bauchspeicheldrüse sind dadurch nicht erkennbar.

Um Meteorismus festzustellen, ist meist ist keine ausufernde Diagnostik notwendig. Anamnestisch wird meist angegeben, dass der Bauchumfang in der zweiten Tageshälfte oder nach speziellen Speisen zunimmt und durch Ablassen von Winden wieder abnimmt. Die Umfangszunahme ist gelegentlich mit Bauchkneifen oder gar heftigen Bauchschmerzen verbunden. Die klinische Untersuchung sichert die Diagnose bereits weitgehend. Bei der Perkussion des Abdomens findet man über den geblähten Darmschlingen tympanitischen Schall. Im Ultraschallbild (Sonographie des Abdomens) kommt es in den Bereichen geblähter Darmschlingen zu einer Totalreflektion, so dass tiefer gelegene Strukturen nicht darstellbar sind. Da Blähungen häufig bei einer Verdauungsinsuffizienz auftreten und dabei die Frage nach der Funktion und Struktur der Bauchspeicheldrüse nahe liegt, sucht der Untersucher sonographisch dabei häufig vergebens nach dem Organ.

Entstehung

Darmgase entstehen bei der Verstoffwechselung von Nahrungsbestandteilen durch Bakterien. Wenn also Nahrungsbestandteile in den Dickdarm gelangen, können Blähungen auftreten. Normalerweise gehen sie durch den Darmausgang ab. Auch werden sie von der Dickdarmwandung zum großen Teil wieder resorbiert. Zu Symptomen kann es kommen, wenn folgende Bedingungen vorliegen:

  • Es werden mehr Darmgase produziert, als bei normalem Kolon resorbiert oder per vias naturalis abgelassen werden können. Das kann sein bei vermehrtem Ankunft noch aufschließbarer Nahrung im Kolon, z. B. bei
    • einer Verdauungsinsuffizienz im Dünndarm (z. B. bei Pankreasinsuffizienz, Sprue)
    • einer Resorptionsstörung Dünndarm (z. B. bei der Sprue)
    • einer zu raschen Passagezeit des Speisebreis durch den Dünndarm, so dass zu wenig Zeit für Verdauung und Resorption bleibt (z. B. bei Dyskinesien verschiedener Ursache, auch beim Dumping-Syndrom)
    • einem Kurzdarmsyndrom
    • Mangel an Verdauungsenzymen: Dünndarmkrankheit wie der Sprue, Pankreaskrankheit wie der chronischen Pankreatitis, Cholestase mit Gallemangel im Darm, Laktoseintoleranz, Fruktosemalabsorption
    • Aufnahme blähender Nahrungsmittel (z. B. Hülsenfrüchte, andere Lebensmittel meist pflanzlicher Herkunft) – dies führt meist auch ohne eine besondere Bereitschaft zu Blähungen zu Meteorismus.
  • Es kann eine verminderte Resorption von Darmgasen im Kolon vorliegen. Zur Behinderung der Resorption kann es bei Schaumbildung kommen (in Schaum gefangene Gase gelangen nicht an die resorptive Schleimhaut).
  • Es kann eine behinderte Passage in Richtung Analkanal vorliegen, z. B. bedingt durch Abknickungen oder eine Obstruktion durch Briden oder eine Raumforderung.

Therapie

Die Behandlung muss ursachenbezogen erfolgen. Ex juvantibus können medikamentös Entschäumer eingesetzt werden. Es sollte herausgefunden werden, welche Nahrungsbestandteile eine vermehrte Gasbildung hervorrufen. H2-Atemtests können Aufschluss darüber geben, ob eine beschleunigte Dünndarmpassage, eine Dünndarmüberwucherung mit Bakterien oder eine Laktoseintoleranz vorliegt. Entsprechend sollten die therapeutischen Versuche ausgerichtet werden.

Verweise

Patienteninfos