Magenentleerungsstörung

Bei einer Magenentleerungsstörung handelt es sich um eine Verzögerung der Magenentleerung in den Zwölffingerdarm (Duodenum), so dass Mageninhalt noch mehr als 4-6 Stunden nach Mahlzeiten im Magen verbleibt. 1) 2018 Sep 25;11:347-363. doi: 10.2147/CEG.S131650.


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Ursachen

Psychischer Stress kann ebenfalls vorübergehend “den Magen zuschnüren”. Es kann aus vielen Gründen zu einer Dyskinesie kommen, bei dem endoskopisch auch galliger Reflux aus dem Duodenum in den Magen zu beobachten ist, so auch im Rahmen einer anderen Erkrankung, eines vorübergehenden Infekts oder als Nebenwirkung von Medikamenten.

Folgen

Bei einer Magenentleerungsstörung bleiben mehr oder weniger große Nahrungsmengen über viele Stunden im Magen; dies gilt auch für oral eingenommene Medikamente, die dadurch unzuverlässig wirken. Es kann zu einer Gastritis (Typ 3) kommen und zu einem vermehrten und symptomatischen Reflux in die Speiseröhre.

Durch eine verlangsamte Magenentleerung kann es zu einer gastroösophagealen Refluxkrankheit kommen. Umgekehrt findet man bei Menschen mit einer Refluxkrankheit gehäuft eine Magenentleerungsstörung. 2) 2018 Dec 14. doi: 10.1111/jgh.14572. Wenn sich im Refluat auch Galle befindet (galliger Reflux aus dem Dünndarm in den Magen und weiter in die Speiseröhre), so steigt auch das Risiko von Speiseröhrenkrebs (Ösophaguskarzinom).

Symptomatik

Häufig bestehen ein Völlegefühl, ein Gefühl frühzeitiger Sättigung, manchmal auch Brechreiz, Neigung zu Aufstoßen, Magendrücken oder Schmerzen in der Magengegend oder im epigastrischen Winkel. Gelegentlich werden keine besonderen Beschwerden angegeben.

Diagnostik

Führend ist in der Regel der Endoskopie-Befund: bei der Gastroskopie, die, um einer Aspiration während der Untersuchung vorzubeugen, in aller Regel nüchtern, d.h. mehr als 4-6 Stunden nach der letzten Mahlzeit durchgeführt wird, erkennt man noch erhebliche Speisereste. Sie können gelegentlich eine Inspektion des Magenausgangs verhindern. Es wird auf einen Tumor, ein Ulkus und eine Ulkusnarbe am Magenausgang, eine Gastritis und auf eine Refluxösophagitis geachtet. Gelegentlich erkennt man bei lange bestehender Entleerungsstörung einen großen, dilatierten Magen; dies ist allerdings im Röntgenbild des Magens nach einer Füllung mit Kontrastmittel besser zu erkennen.

Es kann eine weitere Abklärung z. B. durch eine Sonographie und eine Computertomographie erforderlich sein. Die Fragestellung richtet sich dabei häufig auf einen extragastralen Tumor (z. B. eine Pankreaspseudozyste oder ein Pankreaskarzinom), der auf den Magenausgang oder das Duodenum drückt.

Therapie

Die Behandlung erfolgt nach Ursache. Bei einer funktionellen Magenentleerungsstörung werden Prokinetika eingesetzt. Bei einer Obstruktion kommen endoskopisch dilatative oder chirurgische Maßnahmen in Frage. Solange eine Magenentleerungsstörung besteht, ist eine eventuell bestehende Therapie mit Tabletten zu überdenken: wegen unzuverlässiger Wirksamkeit kann eine parenterale Applikation oder eine Zufuhr über Suppositorien notwendig sein.

Da der Diabetes mellitus die häufigste Ursache einer anhaltenden funktionellen Magenentleerungsstörung darstellt, kommt einer rechtzeitigen Erkennung der Stoffwechselkrankheit und einer guten Blutzuckereinstellung für die Vorbeugung eine Hauptrolle zu. 3) 2016 Jul;14(7):929-36. doi: 10.1016/j.cgh.2015.11.021.  Zur Diabetes-Therapie siehe hier.

Eine aggressive Therapie durch operative Pyloroplastik (plastische Erweiterung des Magenausgangs) und Implantation einer elektrischen Stimulators der Magenwand ist für schwere Fälle einer Gastroparese der derzeitige “Goldstandard”. 4) 2018 Sep 25;11:347-363. doi: 10.2147/CEG.S131650.

Verweise

Patienteninfos


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


Literatur   [ + ]

1, 4. 2018 Sep 25;11:347-363. doi: 10.2147/CEG.S131650.
2. 2018 Dec 14. doi: 10.1111/jgh.14572.
3. 2016 Jul;14(7):929-36. doi: 10.1016/j.cgh.2015.11.021.