Leberzyste

Leberzyste bedeutet Flüssigkeitsansammlung in der Leber, die ohne ersichtlichen Grund im Laufe des Lebens auftritt und gutartig ist. Eine einfache Zyste beditzt keine abgrenzende Wandung gegenüber dem Lebergewebe und tritt oft familiär gehäuft auf. Sie können einzeln, vereinzelt oder multipel im Rahmen der seltenen genetisch bedingten polyzystischen Degeneration auftreten, bei der auch andere Organe, wie das Pankreas und die Nieren mit betroffen sind.


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Therapie

Solitäre einfache Leberzysten ohne Zystenwand sind in aller Regel harmlos und brauchen nicht therapiert zu werden.

Eine große Zyste jedoch, die Komplikationen auslöst, stellt eine Therapie-Indikation dar. Als therapierelevante Indikationen werden eine Einblutung, ein Kapselspannungsschmerz und ein Druck auf die V. cava mit gestörtem Blutrückfluss zum Herzen oder auf die Gallenwege mit Gallerückstau und Cholestase angesehen. In Frage kommt eine Entlastung durch Zystenpunktion mit anschließender Verödung durch 10-15%iges NaCl, 95%iges Äthanol oder 1%iges Äthoxysklerol. Voraussetzung für eine Punktionsbehandlung sind eine Parenchymbrücke mit Sicherheitsabstand zur Leberoberfläche und eine  akzeptable Gerinnungssituation. Als Minimalanforderung an die Gerinnung werden folgende Werte angesehen: Quick >50%, PTT <50 s, Thrombozyten >50.000 Zellen/µl.

Bei sehr großen Zysten und bei Zysten ohne Parenchymbrücke zur Leberoberfläche kommt eine operative Therapie in Frage. Hierbei wird die Zystenbegrenzung zur Oberfläche hin abgetragen (“Entdeckelung”), so dass sich die Zystenflüssigkeit in die Bauchhöle verteilt, wo sie über das Bauchfell (Peritoneum) resorbiert wird.

Differenzialdiagnosen

Eine Flüssigkeitsansammlung in der Leber, die als einfache Leberzyste verdächtig ist, sollte auch auf folgende Diagnosen hin geprüft werden: Echinokokkuszyste, Hämatom, Biliom, Abszess (z. B. Amöbenabszess).

Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).