Lebertransplantation bei Leberkrebs

Eine Lebertransplatation bei Leberkrebs (HCC) ist in Sonderfällen eine Therapie, die Heilung verspricht. Denn sie entfernt das Karzinom, und sie ersetzt die vernarbte Leber (Leberzirrhose), auf deren Boden sich in den meisten Fällen das HCC gebildet hat, durch eine gesunde Leber.


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Das hepatozelluläre Karzinom (HCC), das landläufig als Leberkrebs bezeichnet wird, ist eine nicht seltene Komplikation der Leberzirrhose; seine Inzidenz ist besonders hoch bei chronischer Virushepatitis und der Hämochromatose. Der Erfolg seiner Behandlung hängt davon ab, wie frühzeitig ein HCC-verdächtiger Leberherd erkannt wird.

Es gibt eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten; lokal ablative Verfahren haben erhebliche Fortschritte gemacht. Bisher jedoch ist die Lebertransplantation als die aussichtsreichste Therapiemethode anerkannt gewesen, und sie hat weiterhin ihren Stellenwert, besonders bei multiplen HCC-Herden.

Erfolg einer Lebertransplantation

Eine Zusammenstellung des Transplantationserfolgs eines großen Zentrums (Washington) zeigt das erwartbare Ergebnis [1]:

  • Von 1422 Lebertransplantationen zwischen 1990 und 2011 hatten 264 ein HCC; 208 waren männlich.
  • Die häufigsten Ursachen der Leberzirrhose waren in
  • Der Transplantation war eine transarterielle Chemoembolisation vorausgegangen.
  • In der erkrankten Leber befanden sich durchschnittlich 1,8 (+/-1,7) HCC-Herde mit einer Größe bis zu 2,3 (+/-1,3) cm.
  • Das Überleben nach Transplantation zu den Zeitpunkten 1, 5 und 10 Jahren war 88.5%, 69.1% und 40.5%; das erkrankungsfreie Überleben lag bei 86.0%, 64.6% und 40.1%. Neun Patienten (3,4%) mussten retransplantiert werden. 75 Patienten starben, davon 10 an erneutem HCC (3,7% aller HHC-Patienten, die transplantiert wurden). Die meisten Todesursachen betrafen eine rekurrente Virushepatitis.

Damit zeigt die Zusammenstellung, dass bei guter Indikation und Vorauswahl das Transplantationsergebnis bei Leberzirrhose mit HCC gut und die erneute Entstehung eines hepatozellulären Karzinoms eher ungewöhnlich ist.

Vorauswahl zur Transplantation

Von einer guten Vorauswahl hängt die Rezidivgefahr des HCC und damit das Überleben nach der Transplantation ab.

Nach den Mailand-Kriterien [2] ist eine günstige Voraussetzung, dass

  • ein solitärer HCC-Herd nicht größer als 5 cm sein sollte,
  • bei Nachweis von 2 oder 3 Herden keiner die Größe von 3 cm überschreiten sollte.

Sind diese Kriterien erfüllt, so kann die Wahrscheinlichkeit, 5 Jahre zu überleben, 65 – 80% und das Rezidivrisiko 8 – 15% betragen.

Eine Verbesserung der Prognose ist durch zusätzliche Einbeziehung des AFP möglich. Nach einer Score-Berechnung, die die Mailand-Kriterien und das AFP einbezieht, ist ein Score über 2 bei Erfüllung der Mailand-Kriterien ungünstiger als einer bis 2 [3] [4]. Diese Ergebnisse stützen die einer früheren Arbeit [5].

Verweise

 


Leberzirrhose – Neues


Literatur

  1. ? J Am Coll Surg. 2012 Jul;215(1):19-28
  2. ? N Engl J Med 1996;334:693-699.
  3. ? Gastroenterology. 2012 Oct;143(4):986-94
  4. ? Liver Int. 2011 Jul;31(6):792-801
  5. ? Dig Dis. 2007;25(4):313-9