Leber und Lunge

Kooperative Aufgaben von Leber und Lunge

Leber und Lunge ergänzen sich bei Stoffwechselaufgaben.

Ammoniumentgiftung

Die Lunge ist wie die perivenösen Leberzellen reich an Glutaminsynthetase, die aus Glutaminsäure und Ammonium Glutamin synthetisiert, und ergänzt damit die Ammoniumentgiftung (zur Zonierung der Leberzellen siehe hier).

Säure-Basen-Haushalt

Die Leber verbraucht bei der Harnstoffsynthese Bikarbonat und wirkt damit einer Alkalose entgegen (siehe hier. Eine Einschränkung der Harnstoffsynthese (beispielsweise bei Leberzirrhose) führt damit zur Alkalose (siehe hier. Die Lungen “rauchen” Kohlendioxid ab; zu starke Atmung führt zur Alkalose, zu schwache zur Azidose. Weitere Beteiligte am Säure-Basen-Haushalt sind die Nieren (Ausscheidung saurer Valenzen) und der Darm (unter Bedingungen des Erbrechens und der Diarrhö).

Lungenerkrankungen bei Leberkrankheiten

Bei Leberkrankheiten, insbesondere bei der Leberzirrhose, können spezielle Lungenkrankheiten auftreten, die von den sonstigen Lungen- und Bronchialkrankheiten (wie Pneumonie, chronische Bronchitis oder Lungenembolie) differenziert werden müssen [1] [2] [3] [4].

Pulmonale Folgen einer Leberzirrhose mit portaler Hypertension

Hepatopulmonales Syndrom

Häufigste Lungenkomplikation bei portaler Hypertension mit pulmonaler Vasodilatation, Eröffnung intrapulmonaler Shunts, bei pO2-Werten unter 80 mm Hg regionale hypoxiebedingte Vasokonstriktionen (Euler-Liljestrand-Reflex), daher szintigraphisch oft ungleichmäßige Lungendurchblutung.

Pathogenese: durch Endotoxine Ankurbelung der NO-Bildung, dadurch und durch andere Mediatoren Vasodilatation nicht nur in der Peripherie, sondern auch in der Lunge.

Subjektive Dyspnoe bei Werten <70 mm Hg O2

-> Mehr zum hepatopulmonalen Syndrom

Portopulmonale Hypertension

Bei der portopulmonalen Hypertension finden sich mikrothrombotische präkapilläre Gefäßverschlüsse in der Lungen (siehe hier).

Klinischer Befund: Atemnot bei körperlicher Belastung, Synkopen bei körperlicher Belastung, Orthopnoe, Hämoptysen

Prognose: Der Verlauf ist meist rasch fortschreitend.

Therapie: Bosentan kann als Therapieoption diskutiert werden.

Mehr dazu siehe hier.

Essenzielle Pulmonale Hypertonie

Die essenzielle pulmonale Hypertonie ist sehr selten, kommt aber bei portaler Hypertension gehäuft vor. Die Diagnose beruht im Wesentlichen auf dem Ausschluss anderer Ursachen (z. B. von rezidivierende Lungenembolien). Differentialdiagnose ist die Portopulmonale Hypertension (s. o.).

Erkrankungen von Leber und Lungen bei gemeinsamer Grundkrankheit

Leber und Lungen können im Rahmen einer gemeinsamen Grunderkrankung betroffen sein:

Verweise

Literatur

  1. ? Respir Care. 2007 Aug;52(8):1030-6
  2. ? Ann Hepatol. 2007 Jul-Sep;6(3):135-42
  3. ? Acta Gastroenterol Belg. 2007 Apr-Jun;70(2):203-9
  4. ? Curr Treat Options Cardiovasc Med. 2007 Apr;9(2):127-36