Latente Hyperthyreose

Latente Hyperthyreose (engl.: subclinical hyperthyroidism) bedeutet eine unterschwellige Überfunktion der Schilddrüse mit noch normalen Schilddrüsenhormonen (fT3 und fT4) bei bereits nachweisbarer Erniedrigung von TSH. 1) 2013 Oct;138(42):2146-50. doi: 10.1055/s-0033-1343278. 2) 2011 Apr 15;83(8):933-8

→ Zur Hyperthyreose siehe auch hier.


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Symptome

Meist verläuft eine latente Hyperthyreose symptomlos. In wenigen Fällen kommt es zu kardialen Nebenwirkungen mit einer Neigung zu einer Tachykardie oder einer absoluter Arrhythmie. Auch können Schweißneigung, Nervosität und innere Unruhe vorliegen, die eine Diagnostik veranlassen.

Ursachen

Die Ursachen einer latenten Hyperthyreose können vielfältig sein. Am häufigsten ist eine Überdosierung mit Schilddrüsenhormonen bei der Behandlung einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose) z. B. im Rahmen einer chronischen Hashimoto-Thyreoiditis oder nach Schilddrüsenoperation oder eine Schilddrüsenentzündung (z. B. Anfangsstadium eines Morbus Basedow oder einer Hashimoto-Thyreoiditis).

Diagnostik

Die Diagnostik beruht zunächst auf einer Bestimmung der Schilddrüsenwerte TSH (erniedrigt, oft unter 0.1 mIU/l),  fT3 und fT4 (noch normal). Es kommen weiterführende Untersuchungen hinzu, so die Bestimmung von Schilddrüsenantikörpern (siehe hier) und eine Schilddrüsensonographie (Suche nach Knoten oder einer Vergrößerung). Die weitere Diagnostik kann auch eine Schilddrüsenszintigraphie beinhalten.

Die Diagnostik sollte auch eine mögliche Auswirkung bezüglich einer Rhythmusstörung des Herzens beinhalten, ggf. inklusive eines Speicher-EKG’s.

Latente Hyperthyreose und Herzrhythmus

Gelegentlich findet man schon im Vorfeld einer manifesten Hyperthyreose eine Neigung zu tachykarden Herzrhythmusstörungen oder auch zu einer absoluten Arrhythmie. In solchen Fällen kann eine Unterdrückung der Schilddrüsenfunktion trotz normal gemessener peripherer Hormone sinnvoll sein.

Auswirkung auf den Knochen

Auch eine latente Hyperthyreose kann bei langer Laufzeit zu einem langsamen Knochenabbau und einer erhöhten Frakturrate führen. Besonders sind Hüfte und Wirbelsäule gefährdet.

Therapie

Meist reicht es, die Schilddrüsenmedikation zu überprüfen und zu senken.
Liegen andere Ursachen einer latenten Hyperthyreose vor, so kann die Therapie entsprechend differenzierter ausfallen (siehe hier).


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Verweise


Literatur   [ + ]

1. 2013 Oct;138(42):2146-50. doi: 10.1055/s-0033-1343278.
2. 2011 Apr 15;83(8):933-8