Kreatinin-Clearance

Die Kreatinin-Clearance gibt grob die Blutmenge an, die pro Zeiteinheit durch die Nieren von Kreatinin gereinigt wird.

Berechnung

Die Kreatinin-Clearance wird errechnet aus der Kreatinin-Konzentration im Serum und der im Urin ausgeschiedenen Kreatininmenge (berechnet aus Konzentration des Kreatinins im Urin und Urinvolumen der Zeiteinheit). Als Zeiteinheit werden 2 Stunden oder – bei gleich bleibender Nierenfunktion – praktischerweise 24 Stunden (2-Stunden-Clearance bzw. 24-Stunden-Clearance).

Kreatinin-Clearance (ml/min) = Kreatininkonzentration im Urin (mg/dl) x Urinmenge (ml) / Serum-Kreatinin (mg/dl) / Sammelzeit (min)

Voraussetzung für die approximative Richtigkeit ist eine annähernd konstante Kreatinin-Konzentration im Blut und im gebildeten Urin während des Urin-Sammelzeitraums.

Interpretation

Für die Interpretation berücksichtigt werden muss,

  • dass bei einer Einschränkung der glomerulären Filtrationsrate (GFR) der Anteil der tubulären Sekretion von Kreatinin zunimmt (eine genauere Bestimmung der Clearance wäre, wenn erforderlich, durch eine Inulin-Clearance möglich, da Inulin tubulär weder sezerniert noch resorbiert wird.
  • dass mit zunehmendem Alter des Patienten die GFR physiologischerweise sinkt: GFR = 157 – (1,16 x Alter (J)).

Indikation und klinische Bedeutung

Die Kreatinin-Clearance kann dazu herangezogen werden, festzustellen,

  • ob bei normalem Kreatininwert im Serum bereits eine Funktionseinschränkung der Nieren vorliegt (z. B. bei einer Nierenerkrankung, bei einer Erkrankung, die mit einer Nierenbeteiligung einhergehen kann, oder bei einer Behandlung mit potentiell nephrotoxischen Medikamenten),
  • wann ein Patient mit chronischer Niereninsuffizienz dialysepflichtig wird.

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Zur Abhängigkeit der Creatinin-Clearance von Blutdruck, Zustand der Glomerula und dem ableitenden Harnsystem siehe hier.

Verweise

Patienteninfos