Grapefruit

Definition

Die Grapefruit ist eine Zitrusfrucht und stammt vom Grapefruitbaum (Citrus Paradisi, Paradiesapfel).

Vorkommen

Ursprünglich aus Barbados stammend ist die Grapefruit jetzt weit verbreitet z. B. in USA, Marokko, Spanien, Südafrika, Israel. Möglicherweise ist sie eine Kreuzung zwischen Pampelmuse und Orange. Die Grapefruit braucht hohe Luftfeuchtigkeit und auch im Winter Temperaturen von über 10 Grad.

Inhaltsstoffe

Nährwert

Die Grapefruit ist kalorienärmer als die Orange, auf 100 g Fruchtfleisch kommen etwa 8 g Zucker (24 kcal).

Mineralstoffe

Die Grapefruit enthält etwas Kalium (180 mg/100g), Kalzium (18 mg/100g), Magnesium (10 mg/100g), wenig Eisen, Phosphor.

Vitamine

Die Grapefruit ist reich an Vitaminen: Vitamin A, Vitamin B2, Niacin; relativ viel Vitamin B1 und Vitamin C (45 mg pro 100 g Fruchtfleisch).

Besonderheiten

Die Grapefruit enthält sekundäre Pflanzenstoffe.

In der Schale der Grapefruit sind Monoterpene enthalten, die einen wichtigen Bestandteil des Zitrusöls ausmachen.

Das Fleisch der Grapefruit enthält die Flavonoide Naringin (das den bitteren Geschmack der Grapefruit verursacht), Quercetin, und Kämpferol und die Fumarocumarine Bergamottin und 6’,7’-Dihydroxybergamottin. Diese Substanzen sind Inhibitoren des Cytochrom-P-450-Systems. Sie binden an CYP3A4.

Medizinische Bedeutung

Alle Medikamente, die über CYP3A4 verstoffwechselt werden, bekommen durch die Hemmung des CYP3A4 durch sekundäre Pflanzenstoffe der Grapefruit eine verlängerte Halbwertszeit im Körper und damit eine erhöhte Bioverfügbarkeit.

Dies hat zur Folge, dass die Aktivität vieler Medikamente durch Inhaltsstoffe der Grapefruit unvorhersehbar und unkontrolliert steigt:

Folgen einer Grapefruit-Medikamenteninteraktion können sein:

  • Kalziumantagonisten: verstärkte Blutdrucksenkung, Tachykardie
  • Cholesterinsenker (CSE-Hemmer): Muskelschmerzen, Rhabdomyolyse
  • Midazolam und Triazolam: verstärkte und verlängerte Schläfrigkeit, Unaufmerksamkeit (z. B. im Straßenverkehr)

Cave: Bei Medikation von Medikamenten ist an eine mögliche Wirkungsverstärkung durch Grapefruit zu denken. Sicherheitshalber sollte im Zweifelsfall auf Grapefruit verzichtet werden!

Verweise

Literatur

  1. ? Aktuel Ern Med 25 (2000) 205–208
  2. ? Ernährung im Fokus 1 (2001) 254–259
  3. ? Clin Pharmacokinet 26 (1994) 91–98