Eosinophile Hepatitis

Eosinophile Hepatitis bedeutet Leberentzündung mit einer vermehrten Zahl eosinophiler Granulozyten im Gewebe. Es handelt sich um eine histologische Diagnose, welche die Entnahme einer Gewebsprobe z. B. durch Leberpunktion voraussetzt.

Die eosinophile Hepatitis verläuft häufig cholestatisch 1)Hepatology. 2014 Feb;59(2):661-70. doi: 10.1002/hep.26709. Epub 2013 Dec 18. PMID: 24037963; PMCID: … Continue reading und fällt durch eine Gelbsucht auf.

→ Zu eosinophilen Granulozyten siehe hier.


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Ursachen

Die Diagnostik richtet sich auf mögliche Ursachen der Gewebseosinophilie. Am wahrscheinlichsten ist meist eine allergisch-hypererge Reaktion insbesondere dann, wenn anamnestisch ein möglicher Auslöser gefunden werden kann. Eine Gewebsreaktion im Rahmen eines hypereosinophilen Syndroms muss ebenfalls in Betracht gezogen werden.

Allergisch-hypererge Reaktion: Oft sind Medikamente die Auslöser. Wenn in jüngerer Vergangenheit ein neues Medikament angesetzt wurde, sollte es aus diagnostischen und ggf. auch therapeutischen Gründen abgesetzt werden.

Eine Reihe von Medikamenten sind als Auslöser beschrieben worden. Beispiele sind Penicilline wie Nafcillin 2)Gastroenterology Res. 2017 Jun;10(3):202-207. doi: 10.14740/gr824w. Epub 2017 Jun 30. PMID: … Continue reading oder Halotan 3)Hepatology. 2015 Aug;62(2):546-57. doi: 10.1002/hep.27764. Epub 2015 Mar 25. PMID: 25712247; PMCID: … Continue reading 4)

Auch Parasiten kommen als Ursache einer Blut- und Gewebseosinophilie in Betracht. Ein stark erhöhter IgE-Spiegel lässt in diese Richtung denken.

Hypereosinophiles Syndrom: Beim hypereosinophilen Syndrom (HES) findet man im Blut dauerhaft Werte von > 1,500 eosinophilen Granulozyten /μl (oder Relativwerte, die weit über dem oberen Grenzwert für Eosinophile im Blut von 7% der weißen Blutkörperchen liegen) und keine allergisch-hypererge Ursache. Mit ihm assoziiert ist oft eine chronische Hepatitis, bei der histologisch eine eosinophile Entzündung imponiert, die ungleichmäßig im Lebergewebe verteilt sein kann 4)J Clin Gastroenterol. 2000 Dec;31(4):323-7. doi: 10.1097/00004836-200012000-00011. PMID: 11129275.. Eine gleichzeitige Erhöhung von Immunglobulin G4 (IgG4) ist möglich. Prednisolon bessert meist die Entzündung. Bei steroidrefraktärem Verlauf hat Rituximab zu einer Besserung geführt 5)Eur J Haematol. 2017 Apr;98(4):378-387. doi: 10.1111/ejh.12842. Epub 2017 Jan 20. PMID: 28005278. In einem Fall einer rezidivierenden Leberentzündung hat ein Zusatz von Azathioprin zu einer Besserung geführt. 6)Clin J Gastroenterol. 2014 Dec;7(6):516-22. doi: 10.1007/s12328-014-0532-0. Epub 2014 Oct 16. PMID: … Continue reading


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Verweise

 


Autor der Seite ist Prof. Dr. Hans-Peter Buscher (siehe Impressum).


 

 

Literatur

Literatur
1 Hepatology. 2014 Feb;59(2):661-70. doi: 10.1002/hep.26709. Epub 2013 Dec 18. PMID: 24037963; PMCID: PMC3946736.
2 Gastroenterology Res. 2017 Jun;10(3):202-207. doi: 10.14740/gr824w. Epub 2017 Jun 30. PMID: 28725311; PMCID: PMC5505289.
3 Hepatology. 2015 Aug;62(2):546-57. doi: 10.1002/hep.27764. Epub 2015 Mar 25. PMID: 25712247; PMCID: PMC6528654.
4 J Clin Gastroenterol. 2000 Dec;31(4):323-7. doi: 10.1097/00004836-200012000-00011. PMID: 11129275.
5 Eur J Haematol. 2017 Apr;98(4):378-387. doi: 10.1111/ejh.12842. Epub 2017 Jan 20. PMID: 28005278.
6 Clin J Gastroenterol. 2014 Dec;7(6):516-22. doi: 10.1007/s12328-014-0532-0. Epub 2014 Oct 16. PMID: 25491909.